Handball-Nationalmannschaft : Klarer Sieg gegen Island – Rune Dahmke aus EM-Kader gestrichen

<p>Islands Ymir Gislason (2.v.l.) in Aktion mit Deutschlands Steffen Fäth (l) und Patrick Wiencek. </p>
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Islands Ymir Gislason (2.v.l.) in Aktion mit Deutschlands Steffen Fäth (l) und Patrick Wiencek.

Die deutschen Handballer präsentieren sich bei der EM-Generalprobe in Turnierform. Bundestrainer Prokop überrascht mit seiner Kader-Nominierung.

shz.de von
07. Januar 2018, 18:03 Uhr

Neu-Ulm | Nach der erfolgreichen EM-Generalprobe gegen Island genossen die deutschen Handballer zunächst den letzten Applaus – anschließend überraschte Bundestrainer Christian Prokop mit einer unerwarteten Kader-Nominierung. Die Europameister Finn Lemke, Fabian Wiede und Rune Dahmke müssen bei der Mission Titelverteidigung zunächst zuschauen. Alle drei sowie Newcomer Marian Michalczik strich der Bundestrainer aus seinem 16-köpfigen Aufgebot für die Endrunde in Kroatien.

„Das war die schwierigste Entscheidung meiner bisherigen Amtszeit“, sagte Prokop, der mit dieser Maßnahme verblüffte. „Wir haben sehr gute Möglichkeiten, um auch im Laufe des Turniers reagieren zu können. Die EM ist lang.“ Bei aller Enttäuschung sei es aber wichtig, dass der Teamgedanke im Vordergrund bleibe.

Gemeinsam mit ihren Teamkollegen hatten sich Lemke, Dahmke und Wiede nach dem überzeugenden 30:21 (13:8) gegen die Isländer noch lautstark feiern lassen. Trotz der überraschenden Maßnahme reist die DHB-Auswahl nun mit großem Selbstbewusstsein am kommenden Donnerstag von Berlin nach Zagreb. „Wir haben uns sehr gut präsentiert. Das lässt einiges erhoffen für das Turnier“, sagte Torhüter Andreas Wolff.

Superstar Pálmarsson fehlte Island am Sonntag

Beste deutsche Werfer waren Kapitän Uwe Gensheimer, Philipp Weber und Tobias Reichmann mit je vier Toren. Schon beim ersten Test am Freitag hatte der Europameister mit 36:29 gegen die Isländer gewonnen. „Das gibt uns Mut für das erste Gruppenspiel gegen Montenegro am Samstag. Vieles von dem, was wir trainiert haben, hat schon gepasst“, sagte Gensheimer.

In Turnierform präsentierten sich die Deutschen schon jetzt. Anders als noch im ersten Test gegen die Isländer am vergangenen Freitag startete die DHB-Auswahl deutlich konzentrierter in die Partie. Während des ganzen Spiels lag der Europameister permanent in Führung. Diese wäre zwischenzeitlich sogar noch höher ausgefallen, wenn Prokops Team vor dem Tor noch entschlossener agiert hätte.

Allerdings fehlte in Aron Pálmarsson am Sonntag auch der Superstar der Isländer. Der Ex-Kieler hatte die DHB-Abwehr im ersten Match noch vor große Probleme gestellt, diesmal standen Defensivchef Finn Lemke und seine Nebenleute deutlich sicherer.
 

Deutsche Mannschaft überzeugte im Kollektiv

Auch Torhüter Silvio Heinevetter glänzte im ersten Durchgang erneut mit etlichen Paraden und hielt den großen Vorsprung seiner Mannschaft fest. In der zweiten Halbzeit stand auch Wolff ihm in nichts nach. Ansonsten überzeugte der Titelverteidiger vor allem im Kollektiv.

Julius Kühn zeigte sich gewohnt wurfstark, Rechtsaußen Patrick Groetzki dynamisch und der zuletzt lange verletzte Weber extrem effektiv. Auf den Schlüsselpositionen passte es. Mit Blick auf das erste Gruppenspiel am kommenden Samstag gegen Montenegro hatte Prokop eine stabile Abwehr gefordert – und bekam sie bei der Generalprobe zu sehen.

„Ziel ist, dass wir die Vorrunde mit maximaler Punkteausbeute überstehen“, sagte Prokop. Auch die Wurfqualität aus dem Rückraum war gut. Lediglich Kapitän Gensheimer offenbarte trotz seiner vier Tore ungewohnte Abschlussschwächen und scheiterte einmal auch vom Siebenmeterpunkt. Seine Chancen auf ein EM-Ticket schmälerte das aber nicht.

Der EM-Kader der deutschen Handballer

Mit 16 Spielern reist Handball-Bundestrainer Christian Prokop zur Europameisterschaft vom 12. bis 28. Januar in Kroatien. Für das Turnier stehen ihm zudem zwölf Ersatzleute zur Verfügung. Insgesamt sind sechs Wechsel erlaubt.

Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Andreas Wolff (THW Kiel)

Feld: Uwe Gensheimer (Paris St. Germain), Maximilian Janke (SC DHfK Leipzig), Julius Kühn (MT Melsungen), Paul Drux (Füchse Berlin), Steffen Fäth (Füchse Berlin), Philipp Weber (SC DHfK Leipzig), Kai Häfner (TSV Hannover Burgdorf), Steffen Weinhold (THW Kiel), Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Tobias Reichmann (MT Melsungen), Jannik Kohlbacher (HSG Wetzlar), Patrick Wiencek (THW Kiel), Hendrik Pekeler (Rhein-Neckar Löwen), Bastian Roschek (SC DHfK Leipzig)

Weitere Spieler des erweiterten 28er-Kaders:

Tor: Johannes Bitter (TVB 1898 Stuttgart), Carsten Lichtlein (VfL Gummersbach)

Feld: Rune Dahmke (THW Kiel), Marcel Schiller (Frisch Auf Göppingen), Finn Lemke (MT Melsungen), Marian Michalczik (TSV GWD Minden), Niclas Pieczkowski (SC DHfK Leipzig), Tim Kneule (Frisch Auf Göppingen), Fabian Wiede (Füchse Berlin), Franz Semper (SC DHfK Leipzig), Tim Hornke (TBV Lemgo), Erik Schmidt (Füchse Berlin)

 
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