Vorrunde gegen Slowenien : Handball-EM: Deutsche Handballer haben Hauptrunde im Blick

Paul Drux von den Füchsen Berlin.
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Paul Drux von den Füchsen Berlin.

Nach dem Auftaktsieg steht Deutschland vor dem ersten Härtetest. Im zweiten Spiel kommt es zum Duell mit dem WM-Dritten.

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15. Januar 2018, 12:18 Uhr

Zagreb | Nur ein Sieg zählt! Die deutschen Handballer wollen gegen Slowenien vorzeitig das Ticket für die EM-Hauptrunde buchen und sich eine gute Ausgangsposition für den weiteren Turnierverlauf schaffen. „Das ist ein bisschen unser Schlüsselspiel“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning vor dem Duell mit dem WM-Dritten an diesem Montag (18.15 Uhr/ARD live, Liveticker shz.de).

In der ausverkauften Arena Zagreb erwartet die DHB-Auswahl – anders als beim 32:19-Auftaktsieg gegen Montenegro – ein Hexenkessel. „Das wird laut und gibt Druck“, prophezeite Bundestrainer Christian Prokop.

Dass die Bad Boys damit umgehen können, haben sie in der EM-Qualifikation eindrucksvoll bewiesen. Bei Prokops Pflichtspieldebüt Anfang Mai 2017 demontierten sie die Slowenen in Ljubljana mit 32:23. „Die Erfahrungen helfen etwas, aber das ist Vergangenheit“, sagte Prokop und warnte: „Wir müssen am oberen Level agieren, um sie zu schlagen.“ Denn der Gegner steht nach der 24:25-Auftaktpleite gegen Mazedonien brutal unter Druck. Eine weitere Niederlage würde das Ende aller Medaillenträume bedeuten. Allerdings warten die Slowenen seit mehr als zwölf Jahren auf einen Sieg gegen Deutschland. Seither gingen zwölf der 13 Duelle verloren, einmal gab es ein Remis.

Slowenien: Der Gegner im Portrait

Schon wieder Slowenien. Bereits in der EM-Qualifikation kreuzten beide Teams die Klingen. Zweimal hieß der Sieger Deutschland (32:23 und 25:20). Nun gibt es also ein Wiedersehen mit dem Team von Trainerlegende Veselin Vujovic. Der gebürtige Montenegriner hat seit 2015 das Sagen und bescherte dem kleinen Land mit nur rund zwei Millionen Einwohnern 2017 mit der Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft in Frankreich den bisher größten Erfolg auf internationalem Parkett.

In Kroatien muss Vujovic allerdings auf gleich vier wichtige Spieler verzichten. Linksaußen Niko Medved fehlt ebenso wie die Kreisläufer Matej Gaber und Vid Poteko. Besonders hart trifft die Slowenen aber der Ausfall von Linkshänder Jure Dolenec vom FC Barcelona. Das zeigte sich bei der 24:25-Auftaktniederlage gegen Mazedonien. „Er ist einfach nicht zu ersetzen. Seine Tore fehlen“, sagt Miha Zarabec. Der 1,77 Meter große Spielmacher vom deutschen Rekordmeister THW Kiel ist einer der Schlüsselspieler der Slowenen.

Mit Marko Bezjak vom SC Magdeburg verfügt das Team über einen zweiten enorm spielstarken Regisseur. Weitere Qualitäten sieht Bundestrainer Christian Prokop auf den Flügeln des Gegners und in der starken Defensive mit einem „klasse Keeper“ (Matevz Skok, d. Red.) dahinter. (hob)

 

Doch auch für die deutsche Mannschaft steht einiges auf dem Spiel, werden die Punkte aus der Vorrunde doch in die Hauptrunde mitgenommen. „Wenn wir verlieren, stehen wir wieder bei null“, stellte Rückraumspieler Paul Drux treffend fest. Und Kreisläufer Patrick Wiencek brachte die Ausgangslage mit Blick auf das 48 Stunden später folgende Gruppenfinale gegen Mazedonien auf den Punkt: „Jetzt kommen die Gradmesser. Erst danach wissen wir, wo wir stehen.“

Personell kann Prokop aus dem Vollen schöpfen, nachdem sich der gegen Montenegro überragende Torwart Andreas Wolff trotz einer Fußverletzung fit gemeldet hat. Der Kieler, der zum Auftakt eine Topquote von 46 Prozent gehaltener Würfe aufwies, rechnet mit einem engen Match: „Es wird darauf ankommen, wer den kühleren Kopf hat und konzentrierter ist.“

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