Handball-EM 2018 : Bob Hanning über DHB-Team: „Jetzt muss die Truppe liefern“

Bob Hanning sieht das deutsche Team gegen Tschechien in der Pflicht.
DHB-Team Bob Hanning sieht das deutsche Team gegen Tschechien in der Pflicht.

Für den DHB-Vizepräsidenten ist das Glas eher halbvoll als halbleer – die „PS, die das Team hat, müssen jetzt auf die Straße“.

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19. Januar 2018, 10:24 Uhr

Varazdin | Die optimale Punktausbeute hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft in der Vorrunde zwar verpasst, dennoch geben sich Spieler und Umfeld nach Außen hin zuversichtlich, bei der EM in Kroatien noch weit zu kommen. „Das Glas ist für mich eher halbvoll als halbleer“, sagt DHB-Vizepräsident Bob Hanning vor der am Freitag beginnenden Hauptrunde, in der das Team von Bundestrainer Christian Prokop in Varazdin auf Tschechien (18.15 Uhr/ ZDF), Dänemark (Sonntag, 18.15 Uhr/ARD) und Spanien (Mittwoch, 20.30 Uhr/ ZDF) trifft. „Uns hilft sicherlich, dass kein Team aus der Vorrunde unbeschadet hervorgegangen ist.“

 

Wie Deutschland nehmen auch Tschechien, Dänemark und Spanien 2:2 Punkte mit in die nächste Runde. Mazedonien startet mit 3:1 Zählern, Slowenien mit 1:3. Hanning: „Noch ist alles im grünen Bereich. Wir haben alles selbst in der Hand.“ Gleichwohl nimmt er die Spieler vor dem Duell mit dem Überraschungsteam aus Tschechien, das in der Vorrunde Erfolge gegen Ungarn (33:27) und Olympiasieger Dänemark (28:27) feierte, in die Pflicht. „Es gibt keine Alibis mehr. Jetzt muss die Truppe liefern. Die PS, die das Team hat, müssen jetzt auf die Straße.“

Eine Niederlage würde wohl das vorzeitige Ende aller Medaillenträume bedeuten. „Dann hätten wir unsere Ziele nicht erreicht. Dann haben Dinge nicht funktioniert“, so Hanning. Und dann würde auch der Druck auf Trainer Christian Prokop weiter wachsen. Denn bei seiner ersten Europameisterschaft agierte der 39-Jährige bislang nicht immer glücklich. Bereits nach dem zweiten Vorrundenspiel tauschte er das Personal (Finn Lemke für Bastian Roscheck), zudem scheinen die Spieler den Anweisungen ihres Trainers nicht immer zu folgen. Beim 25:25 gegen Slowenien hatten Patrick Wiencek und Henrik Pekeler ihre Abwehraufgaben nach der Pause anders als von Prokop gefordert interpretiert, beim 25:25 gegen Mazedonien hielt sich Philipp Weber im finalen Angriff nicht an die Anweisungen des Coaches. Und einige Akteure wirken während der Auszeiten geistesabwesend, während der Trainer seine Vorgaben an der Taktiktafel erklärt.

Angesichts aufkommender Kritik fühlt sich Hanning jedoch berufen, Prokop den Rücken zu stärken. „Ich bin ja nicht sein Verteidigungsminister. Aber er versucht zu korrigieren, zu helfen und der Truppe Stabilität zu geben.“ Ein Erfolg heute würde etwas den Druck aus dem Kessel nehmen. Prokop:  Wir brauchen jetzt das eine oder andere Erfolgserlebnis.“

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