Für den Norweger Roger Kjendalen bleibt Flensburg ein zweites Zuhause

Zu Besuch in der SG-Lounge: Roger Kjendalen (l.) neben Manfred Werner. Foto: sh:z
Zu Besuch in der SG-Lounge: Roger Kjendalen (l.) neben Manfred Werner. Foto: sh:z

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04. Juni 2013, 03:59 Uhr

Flensburg | Ein Leben ohne Flensburg - das ist für Roger Kjendalen unvorstellbar. Und das, obwohl der ehemalige Spielmacher der SG schon im Jahr 2000 die Umzugskartons in seinem damaligen Handewitter Haus gepackt hat. "Es gibt viele gute Freunde in Flensburg, noch immer gute Kontakte zur Mannschaft, und meine beiden Jungs sind Flensburger", zählt der 47-Jährige nur einige Punkte auf, die jährlich zu mehreren Besuchen motivieren und ein festes Band zwischen Flensburg und Sandefjord geknüpft haben.

In der schönen, an einem malerischen Fjord in Südnorwegen gelegenen Stadt lebt Roger Kjendalen mit seiner Frau Eli und den Söhnen Sondre und Vegard. Beide wurden während Kjendalens SG-Zeit von 1996 bis 2000 in der Flensburger Diako geboren. Beide sind ganz große SG-Fans. "Wir wollen auch Handballer werden", betonen die jungen Norweger. "Sie haben Talent, und mein älterer Sohn Sondre kommt nach dem Sommer auch in meine Leistungsklasse", sagt der stolze Vater. Der noch immer täglich trainierende Ex-Profi ist Lehrer und unterrichtet in der Oberstufe (11. bis 13. Jahrgang) Leistungssport, der für die Schüler zusätzlich zum normalen Unterricht täglich auf dem Stundenplan steht. Mit seinen Handball-Leistungsklassen kommt Roger Kjendalen jedes Jahr zu Testspielen und Trainingscamps nach Flensburg. Dann steht als einer der Höhepunkte auch immer ein Trainingsbesuch bei der SG an.

Ein Teil des Handballtalents haben die Kjendalen-Söhne auch von Mama Eli, durch den Leistungssport haben sich die seit mehr als 20 Jahren glücklich verheirateten Kjendalens auch kennen gelernt. Mit der Familie wohnt Roger Kjendalen bei seinen Flensburg-Besuchen immer bei Freunden, die er auch jederzeit in seinem großen, weißen Holzhaus in Sandefjord willkommen heißt. "Freundschaft zählt zu den wichtigsten und wertvollsten Dingen im Leben", sagt der sympathische Norweger.

2000 kehrte Roger Kjendalen nicht direkt, sondern über den Umweg Schweizer Liga (ein Jahr) in seine Heimat zurück. Dort wollte er länger spielen, doch die Bedingungen in Zürich waren dem Hundert-Prozent-Mann "nicht professionell" genug. In seiner Heimat unterstützte er noch einige Jahre die Teams von Sandefjord und Drammen, schnappte dem heutigen SG-Kapitän Tobias Karlsson dabei einmal die norwegische Meisterschaft weg. "Daran kann ich mich noch gut erinnern", sagten beide beim jüngsten Besuch von Roger Kjendalen zum Spiel gegen Minden. Dabei gab es für ihn alte Zeitungsberichte vom Europapokalsieg gegen Kopenhagen, den Kjendalen mit erkämpfte.

Auch wenn Flensburg immer ein zweites Zuhause sein wird, könnte er sich nicht vorstellen, woanders als in Norwegen zu leben. Dafür ist die Verbundenheit zu stark - zu Familie, Geschichte und überwältigenden Natur Norwegens, die Roger Kjendalen auf seiner Hütte und bei langen Spaziergängen mit Familienhund Era genießt.

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