Champions League ab 17.30 Uhr : Flensburg in Paris: Die SG zu Gast bei den Weltstars des Handballs

Holger Glandorf war von Melsungen nicht zu halten und will nun auch in Paris auftrumpfen.
Holger Glandorf war von Melsungen nicht zu halten und will nun auch in Paris auftrumpfen.

Holger Glandorf fasst die SG-Taktik zusammen: „Wenn sich eine Chance ergibt, dann nehmen wir die mit.

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17. Februar 2018, 16:03 Uhr

Keine 45 Stunden bleiben der SG Flensburg-Handewitt zwischen zwei höchst fordernden Spielen in der Handball-Bundesliga gegen Melsungen und in der Champions League gegen die vielleicht bestbesetzte Mannschaft der Welt. Heute um 17.30 Uhr treten die Flensburger bei Paris St. Germain zum Gipfeltreffen der CL-Gruppe B an. Unter den gegebenen Bedingungen ist die SG krasser Außenseiter gegen die Weltstars Karabatic, Hansen, Abalo, Narcisse, Sagosen, Gensheimer und, und, und... .

Training fiel gestern aus, stattdessen ging es nachmittags nach Billund, um von dort nach Paris zu fliegen. So gut wie möglich die Kräfte zusammenhalten, lautete das Motto. „Trinken, essen und versuchen, zu schlafen – mehr kann man nicht tun“, sagte Holger Glandorf nach dem 33:29-Sieg gegen Melsungen. „Mit dem Schlaf wird es bei dem vielen Adrenalin allerdings nicht leicht.“

Glandorf auf Rekordjagd

Wie aufgedreht hatte der Linkshänder gespielt und mit elf Toren einen weiteren Schritt auf dem Weg zu einer Bestmarke für die Ewigkeit getan. Noch 15 Treffer fehlen Glandorf, um in der Bundesliga den Feldtorschützen-Rekord von Kyung-Shin Yoon (2262) zu knacken. Für Glandorfs Leistungsexplosion vier Tage nach dem schwachen Auftritt gegen Kielce gab es eine Erklärung, die man ihm aus der Nase ziehen musste – er mag einfach keine Ausreden. „Ich war in Nürnberg beim Spiel gegen Erlangen umgeknickt. Nichts kaputt – aber ich war gegen Kielce mit dem Kopf mehr bei meinem Bein als beim Spiel“, berichtete Glandorf.

Gegen Melsungen war das wieder vergessen, der 34-Jährige zeigte einmal mehr, dass er im rechten Rückraum noch immer Spitzenklasse repräsentiert. Dazu gehört das Selbstvertrauen, sich in Paris nicht von vornherein aufzugeben. „Wir haben nichts zu verlieren, wollen so gut wie möglich aussehen und wenn sich eine Chance ergibt, dann nehmen wir die mit“, erklärte Glandorf.

Könnte klappen, denn die SG hat im dritten Spiel nach er EM-Pause wieder einen guten Rhythmus gefunden. Maik Machulla ärgerte sich nur, dass Julius Kühn elf Tore erzielte. „Ihn haben wir früher besser im Griff gehabt“, meinte der SG-Trainer, der gern etwas mehr Abwehr -Aggressivität gesehen hätte, ebenso aber auch einige Paraden mehr in der ersten Halbzeit. „Ich war mehrmals drauf und dran, etwas zu unternehmen, aber dann hat Mattias Andersson jedesmal eine hundertprozentige Chance von Melsungen weggenommen“, erzählte Machulla vom Trainer-Dilemma.

„Es ist immer ein bisschen Lotto. Ich hatte das Gefühl, dass er noch kommt, weil er im Training unglaublich gut war.“ Am Ende hatte er richtig getippt, Andersson war neben den Linkshändern Glandorf und Svan eine Schlüsselfigur bei diesem besonders wertvollen Sieg in der Bundesliga.

Auch in Paris ist Gespür des Trainers gefragt. „Wir müssen rotieren“, sagte Machulla mit Blick auf die Belastung durch Reise und mangelnde Regeneration. Er setzt große Hoffnungen in Kentin Mahé, der schon beim 33:29-Sieg im Hinspiel eine Top-Leistung geboten hatte. „Kentin ist frisch, er will seinen Jungs in seiner Heimat etwas zeigen“, so Machulla. Verzichten muss er auf Simon Jeppsson, der wegen einer Einblutung in der Wadenmuskulatur zur Behandlung in Flensburg geblieben ist.

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