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Handball-Champions-League : Final4: THW Kiel im Kampf um Europas Handball-Krone

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Wochenende steigt in Köln das Final4 der Champions League mit dem THW Kiel, Paris St. Germain, Veszprem und Kielce.

Köln | Vier Clubs, zwei Tage, ein Ziel: In Köln spielen am Sonnabend und Sonntag beim Endrunden-Turnier der Champions League die besten Clubs um Europas Handball-Thron. Der THW Kiel, Paris St. Germain (Frankreich), MVM Veszprem (Ungarn) und KS Vive Kielce (Polen) ermitteln beim Final4 in der Lanxess-Arena den Nachfolger des entthronten Titelverteidigers FC Barcelona.

Fakten und Zahlen zum Final4

Turnier 2016

Zum siebten Mal findet das Endrunden-Turnier der Champions League in Köln statt. Im ersten Halbfinale am Sonnabend (15.15 Uhr) stehen sich KS Vive Kielce und Paris St. Germain gegenüber. Im zweiten Semifinale (18 Uhr) spielt der THW Kiel wie im Vorjahr gegen MVM Veszprem. Das Spiel um Platz drei bestreiten am Sonntag (15.15 Uhr) die Halbfinal-Verlierer. Das Finale um die wertvollste Club-Trophäe wird dann um 18 Uhr angepfiffen.

Verletzungspech beim THW Kiel

Der THW Kiel muss wahrscheinlich auf Handball-Europameister Steffen Weinhold verzichten. Vier Wochen nach seinem Bruch der rechten Hand hat der Rückraumspieler noch immer Probleme und konnte nicht mit dem Ball trainieren. „Es sieht schlecht bei ihm aus“, sagte Trainer Alfred Gislason am Freitag in Köln. Weinhold hatte am Mittwoch das Training abbrechen müssen. „Das ging gar nicht. Die Ärzte versuchen alles, was möglich ist“, berichtete Gislason. Dagegen wird Nationalmannschafts-Kollege Christian Dissinger wohl spielen können. Der Rückraumspieler hatte zuletzt wegen einer Oberschenkelverletzung pausieren müssen.

Fernsehen und Internet

Zum zweiten Mal ist der Pay-TV-Sender Sky der einzige live übertragende Sender in Deutschland. An beiden Spieltagen (ab 14 Uhr) werden jeweils sechs Stunden am Stück gesendet. Als Experten sind der frühere Bundestrainer Heiner Brand sowie die ehemaligen Weltmeister Pascal Hens und Henning Fritz am Mikrofon. Eine Doppelrolle kommt Martin Schwalb, der den HSV Hamburg 2013 zum Champions-League-Sieg geführt hatte, zu: Der Trainer agiert sowohl als Co-Kommentator als auch als Mitglied der Fachleute-Runde. Auf shz.de gibt es einen Liveticker zu den Spielen des THW Kiel.

Fans

Eine große Eröffnungsfeier läutet das Ereignis ein. Heute startet um 18 Uhr vor der Lanxess-Arena das große Fanfest. Für sieben Euro Eintrittsgeld werden ein Konzert der Gruppe Bläck Fööss, die offizielle Teampräsentation, jede Menge Unterhaltung sowie zum Abschluss ein Feuerwerk geboten. An beiden Tagen ist die Arena mit 20.000 Zuschauern ausverkauft. Am Sonnabend beginnt schon der Vorverkauf für 2017: Die Tickets kosten zwischen 345 Euro (Premium) und 75 Euro (Kategorie 4).

Dauerbrenner

Seit dem ersten Final4 zum Abschluss der Saison 2009/ 2010 waren immer deutsche Mannschaften dabei. Rekordhalter ist der THW Kiel, der in diesem Jahr zum sechsten Mal teilnimmt.

Häufigster Sieger

Seit Einführung des Final4 haben der THW Kiel und der FC Barcelona je zwei Mal gewonnen. Rekordsieger ist Barcelona mit acht Titeln seit der Umbenennung des Europapokals der Landesmeister (1993/1994) in Champions League. Beste Nation ist Spanien (14 Titel) vor Deutschland (6) – neben Kiel der SC Magdeburg, der HSV Hamburg und die SG Flensburg-Handewitt.

Premieren

Erstmals findet das Endrunden-Turnier ohne spanische Mannschaft statt. Erstmaliger Teilnehmer in Köln ist Paris St. Germain. Frankreichs Meister ist das insgesamt zwölfte Team, das sich seit der Premiere des Final4 für das Turnier qualifiziert hat. Als erste deutsche Schiedsrichter pfeifen Lars Geipel und Marcus Helbig in Köln. Sie leiten das erste Halbfinale. Zudem feiert der Einsatz des Videobeweises Premiere. Die Schiedsrichter können bei ruhendem Ball Szenen überprüfen.

Geld

Noch nie gab es so viel Geld in der Champions League. 3,46 Millionen Euro werden an die insgesamt 28 Clubs ab der Gruppenphase ausgeschüttet. Allein der Sieger bekommt als Prämie 500.000 Euro statt wie bisher 350.000 Euro. Zum Vergleich: Der THW Kiel kassierte 2007 als Champions-League-Sieger inklusive aller Runden insgesamt nur 515.000 Euro.

Kritik

Das Final4 in Köln ist eine Erfolgsgeschichte, aber trotzdem nicht unumstritten. Zahlreiche Mannschaften monieren seit Jahren einen Heimvorteil für deutsche Teams. In den bisherigen sechs Auflagen gewannen vier Mal deutsche Mannschaften, zwei Mal der FC Barcelona. Die deutsche Bundesliga lobt das Event als großartig und professionell, wünscht sich aber – auch wegen der Konkurrenz zum eigenen Final Four um den DHB-Pokal in Hamburg – einen Standortwechsel innerhalb Europas. Begründet wird dies mit der Verantwortung der Europäischen Handball-Föderation (EHF), den Handball weiter zu verbreiten und andere Märkte zu erschließen. Köln steht bereits bis 2020 als Gastgeber fest.

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