SG Flensburg-Handewitt : Fehlstart der SG: Gut gespielt, schlecht gezielt

Teufelskerl Dejan Peric (links), hier im Duell mit Lars Christiansen, war mit 17 Paraden der Matchwinner für Veszprem. Foto: Schellhaus
Teufelskerl Dejan Peric (links), hier im Duell mit Lars Christiansen, war mit 17 Paraden der Matchwinner für Veszprem. Foto: Schellhaus

Im ersten Duell der Favoriten in der Champions-League-Gruppe F unterlag die SG beim ungarischen Meister MKB Veszprem.

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07. Oktober 2008, 07:32 Uhr

Veszprem | Nur zwei Sekunden fehlten zu einem wertvollen Punkt. Mitten in den letzen Konter von Lars Christiansen schrillte der Abpfiff. Der Wurf ins Tor des überragenden Torhüter Dejan Peric kam zu spät. Es wäre ein verdientes Remis gewesen, nachdem die SG Flensburg-Handewitt in der Partie beim MKB Veszprem einer höllischen Kulisse getrotzt hatte, sich aus einem Tief zu neuer Hoffnung aufgeschwungen hatte. So wurde es ein Fehlstart in die Champions-League-Saison 2008/09, Ungarns Meister behielt mit 29:28 (14:14) die Nase vorn.

"Das ist ganz bitter", sagte Christiansen, "so eine Chance, hier zu gewinnen, bekommst du nicht oft. Wir waren sehr gut vorbereitet gegen diese Supermannschaft, und wir haben diese Prüfung trotz der Niederlage bestanden. Aber Peric hat den Unterschied gemacht." Damit brachte es der Flensburger Linksaußen auf den Punkt. 17 Paraden des 38 Jahre alten Hexers im Tor des MKB Veszprem standen neun der SG-Keeper Dan Beutler und Jendrik Meyer gegenüber. Christiansen selbst hatte Peric zwar neun Mal bezwungen, war aber auch mit acht Würfen gescheitert. "Das ist zu wenig", befand der SG-Routinier.
Optimaler Start

Die SG hatte in der ohrenbetäubend lauten Veszprem-Arena einen optimalen Start erwischt. "Alles hängt davon ab, ob ihr mental stark seid", hatte Trainer Kent-Harry Andersson seinen Spieler mit auf den Weg gegeben. Und sie waren es. Das gefürchtete Tempospiel der Ungarn wurde mit einer klugen Offensive in Schach gehalten, auch die Abwehr zeigte sich gut eingestellt auf den von Nikola Eklemovic gelenkten Angriff der Gastgeber. Eiskalt nutzten die Flensburger ihre ersten Chancen zu einer überraschenden 7:3-Führung nach zehn Minuten. Die zweite Welle der Gäste rollte deutlich besser als in den letzten Spielen, und bei Veszprem schrillten die Alarmglocken. Trainer Lajos Mocsai nahm die erste Auszeit und justierte sein Team erfolgreich neu. Mit dem wuchtigen Ungarn-Kubaner Reinaldo Peres kam mehr Druck ins Angriffsspiel des MKB, der nur vier Minuten bis zum Ausgleich benötigte und nach 21 Minuten wieder mit 10:9 vorn lag.

Bis zur Pause hatte sich die SG wieder gefangen, fand nach Wiederbeginn aber zunächst keinen Tritt. Vorn ging die Linie verloren, die Defensive wurde mit in Richtung Abgrund gerissen, in den die Flensburger nach 39 Minuten beim 16:21 blickten. Linkshänder Marko Vujin und der 2,11 Meter lange Kreisläufer Marian Cozma bereiteten der SG größte Probleme.
"Am Ende fehlte das nötige Glück"

Aber sie kam zurück. Beutler, der zwischenzeitlich für Meyer Platz gemacht hatte, hielt in der Schlussphase noch einige wichtige Bälle. Auch der Angriff mit Vranjes in der Mitte, Boesen rechts und Mogensen links hatte sich nach einem Timeout wieder gefangen. Beim 28:28 schnupperte die SG wieder am Erfolg, "doch am Ende fehlte uns auch ein wenig das nötige Glück", wie Youngster Jacob Heinl feststellte.

"Mit dem Ergebnis kann ich nicht zufrieden sein", sagte Trainer Andersson. "Mit der Leistung bin ich sehr zufrieden. Wir haben alles umgesetzt, was besprochen war. Das war eine Riesensteigerung in einer Woche seit dem Wetzlar-Spiel." Auch Manager Fynn Holpert sah den Beleg erbracht, dass die neuformierte SG weiter in der europäischen Spitze spielen kann. "Wir hatten die bessere Mannschaft, Veszprem den besseren Torhüter. Es ist ärgerlich, dass wir 15 freie Bälle verwerfen. Aber wenn wir daraus lernen und diese Leistung immer bringen, schlagen wir auch die Wetzlars dieser Welt locker."

Herausragender Akteur war Rechtsaußen Lasse Hansen mit einer guten Trefferquote gegen den Weltklassemann Peric. Gute Noten verdienten auch sich Jensen, Heinl und Knudsen. Dagegen wirkte Linkshänder Oscar Carlén bei seiner Champions-League-Premiere überfordert. Allerdings plagte sich der Schwede noch mit den Nachwirkungen einer Mandelentzündung herum.

MKB Veszprém: Peric, Pesic (n.e.) - Sesum (1), Gal, Cozma (4), T. Ivancsik (3), Perez (4), Vujin (9/4), Korazija (4), Lushnikov, Eklemovic (2), Ilyes, Markovic (2), Lapcevic.

SG Flensburg-Handewitt: Beutler, Meyer (35.-52.) - Carlén, Mogensen (5),Hansen (7), Jensen, Christiansen (9/4), Vranjes, Heinl (1), Boesen (2), Muratovic, Knudsen (4).

Schiedsrichter: Visekruna/Stanojevic (Serbien).

Zeitstrafen: 4:3. - Siebenmeter: 4:4.

Zuschauer: 5019 ausverkauft.

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