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Scheitern im DHB-Pokal 2017/2018 : Erstmalig seit 2010: SG Flensburg-Handewitt und THW Kiel verpassen Final Four

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Dass beide SH-Clubs nicht dabei sind, ist eine Rarität. Im April 2017 standen sich die Teams noch im Finale gegenüber.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2017 | 13:03 Uhr

Flensburg/Kiel | Das gab es seit 2010 nicht mehr: Die SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel stehen beide nicht im Final Four des DHB-Pokals. Die Mannschaft von Trainer Maik Machulla verlor am Mittwoch in eigener Halle im Achtelfinale gegen die Füchse Berlin mit 26:29 (14:14). Sie agierten im Angriff meist etwas statisch und leisteten sich einige technische Fehler. Der amtierende Handball-Pokalsieger THW Kiel musste nach einem denkwürdigen Spiel gegen den TSV Hannover-Burgdorf mit 22:24 (10:13) alle Pokalträume begraben. Zunächst gelang den Kielern kaum etwas: acht Treffer für Hannover, keiner für Kiel. Doch die Zebras gaben nicht auf, in der zweiten Halbzeit gelang ihnen die Führung (14:13). Dennoch stand am Ende das Pokal-Aus. „Das Ergebnis ist natürlich scheiße, wir sind ausgeschieden“, sagte Nationaltorhüter Andreas Wolff bei Sky nach dem Spiel.

Der DHB-Pokal ist der wichtigste deutsche Handball-Pokalwettbewerb für Vereinsmannschaften. Neben dem laufenden Spielbetrieb in den Handball-Ligen wird der Pokalwettbewerb im Ausscheidungsverfahren bestritten. Es nehmen alle Bundesligisten (1. und 2. Liga) der Vorsaison teil, die weiteren Vereine qualifizieren sich über regionale Pokalwettbewerbe. Seit der Pokalrunde 2015/16 spielen insgesamt 64 Mannschaften in der ersten Runde des Turniers.

Der Pokal-Abstieg der beiden SH-Clubs ist steil: Sie standen sich noch im April 2017 im Finale des Turniers in Hamburg gegenüber. Ein Spiel, das der THW dominierte (29:23).

<p>Die Kieler Mannschaft feiert den Gewinn des DHB-Pokals 2017, den Kiels Kapitän, Domagoj Duvnjak, hochreißt. </p>

Die Kieler Mannschaft feiert den Gewinn des DHB-Pokals 2017, den Kiels Kapitän, Domagoj Duvnjak, hochreißt.

Foto: dpa
 

Die SG hatte dagegen in den vergangenen sieben Saisons einen festen Platz im Finale gebucht. Der THW scheiterte 2014 bis 2016 im Viertelfinale, holte dafür aber von 2011 bis 2013 das Tripple, die zweite Pokal-Siegesserie in der Vereinsgeschichte. Das erste Mal schafften sie drei Siege in Folge zwischen 1998 und 2000.

Final Four 2000

SG Flensburg-Handewitt, GWD Minden, THW Kiel, SG W/M Frankfurt

Sieger: THW Kiel

Final Four 2001

GWD Minden, HSG Wetzlar, HSG Nordhorn, VfL Schwartau

Sieger: VfL Bad Schwartau

Final Four 2002

HSV Hamburg, THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt, TuS Nettelstedt-Lübbecke

Sieger: THW Kiel

Final Four 2003

SG Wallau/Massenheim, TUSEM Essen, SG Flensburg-Handewitt, Firsch Auf Göppingen

Sieger: SG Flensburg-Handewitt

Final Four 2004

SC Magdeburg, HSV Hamburg, SG Flensburg-Handewitt, THW Kiel

Sieger: SG Flensburg-Handewitt

Final Four 2005

Frisch Auf Göppingen, THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt, HSG Nordhorn

Sieger: SG Flensburg-Handewitt

Final Four 2006

SG Kronau/Östringen, THW Kiel, SC Magdeburg, HSV Hamburg

Sieger: HSV Hamburg

Final Four 2007

Teilnehmer: HSV Hamburg, SG Kronau/Östringen, THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt

Sieger: THW Kiel

Final Four 2008

THW Kiel, Rhein-Neckar Löwen, HSG Nordhorn, HSV Hamburg

Sieger: THW Kiel

Final Four 2009

HSV Hamburg, VfL Gummersbach, THW Kiel, Rhein-Neckar Löwen

Sieger: THW Kiel

Final Four 2010

Rhein-Neckar Löwen, VfL Gummersbach, HSV Hamburg, TuS N-Lübbecke

Sieger: HSV Hamburg

Final Four 2011

Frisch Auf Göppingen, THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt, Rhein-Neckar Löwen

Sieger: THW Kiel

Final Four 2012

HSV Hamburg, THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt, TuS N-Lübbecke

Sieger: THW Kiel

Final Four 2013

SG Flensburg-Handewitt, HSV Hamburg, MT Melsungen, THW Kiel

Sieger: THW Kiel

Final Four 2014

Rhein-Neckar Löwen, SG Flensburg-Handewitt, MT Melsungen, Füchse Berlin

Sieger: Füchse Berlin

Final Four 2015

Rhein-Neckar Löwen, SG Flensburg-Handewitt, Füchse Berlin, SC Magdeburg

Sieger: SG Flensburg-Handewitt

Final Four 2016

Rhein-Neckar Löwen, SG-Flensburg-Handewitt, Bergischer HC, SC Magdeburg

Sieger: SC Magdeburg

Final Four 2017

SG Flensburg-Handewitt, SC DHfK Leipzig, THW Kiel, Rhein-Neckar Löwen

Sieger: THW Kiel

 

In der ewigen Rangliste, seit 1975, kommen die Mannschaften beide unter die „Top 3“. Die Zebras stehen mit komfortablem Abstand ganz oben in der Rangfolge. Sie waren bereits 13 Mal im Finale und scheiterten dort nur drei Mal. Auf Platz zwei liegt der VfL Gummersbach mit acht Finaleinzügen und fünf Titeln. Nummer drei ist die SG. Sie spielte ebenso wie der THW Kiel 13 Mal im Endspiel, gewann dort aber nur vier Mal – ein Grund für den Ruf des ewigen Zweiten. Dennoch können auch die Flensburger mit einem Triple aufwarten (2003 bis 2005). Nur die Kieler und die SG waren drei Mal in Folge dermaßen erfolgreich. 

„Top 10“: Die ewige Rangliste des DHB-Pokals

Rang Verein Titel Finale Titeljahre
1 THW Kiel 10 13 1998, 1999, 2000, 2007, 2008, 2009, 2011, 2012, 2013, 2017
2 VfL Gummersbach 5 8 1977, 1978, 1982, 1983, 1985
3 SG Flensburg-Handewitt 4 13 2003, 2004, 2005, 2015
4 TV Großwallstadt 4 6 1980, 1984, 1987, 1989
5 TUSEM Essen 3 6 1988, 1991, 1992
6 TBV Lemgo 3 4 1995, 1997, 2002
7 GWD Minden 3 3 1975, 1976, 1979
8 HSV Hamburg 3 4 2006, 2010
9 SC Magdeburg 2 4 1996, 2016
10 SG Wallau/Massenheim 2 3 1993, 1994

 

Die Bilanz der Nord-Vereine wird noch eindrucksvoller, wenn der heutige Drittligist HSV Hamburg mit aufgenommen wird. Denn die Handballer standen 2010 im Viertelfinale, als die beiden Bundesligisten aus Schleswig-Holstein scheiterten. Der Hamburger Verein war 2016 abgestiegen, da ihm die Lizenz Anfang des Jahres entzogen wurden, da die Geschäftsführung Ende 2015 Insolvenz anmelden musste. Der THW verlor 2010 im Viertelfinale gegen den VfL Gummersbach (28:35). Zuvor schmissen die Zebras die Flensburger im Achtelfinale aus dem Turnier (31:26).

Die Kieler, Flensburger und Hamburger standen auf den ersten Blick zuletzt 2001 allesamt nicht im Viertelfinale. Auf den zweiten Blick war ein Nordclub selbst in diesem Jahr erfolgreich: der VfL Bad Schwartau, der Vorgängerverein der Hamburger. Denn der HSV wurde 1999 als Handball Sport Verein Lübeck gegründet und übernahm die Bundesligalizenz des VfL Bad Schwartau, mit dem er bis 2002 die Spielgemeinschaft SG VfL Bad Schwartau-Lübeck bildete. Im Jahr 2002 wurde diese aufgelöst und der Verein zog nach Hamburg um.

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