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Interview : Andreas Wolff über den Wechsel zum THW, Niklas Landin und die 33

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Gastspiel beim THW Kiel: Handball-Nationaltorhüter Andreas Wolff trifft Sonntag mit der HSG Wetzlar auf seinen zukünftigen Club.

shz.de von
erstellt am 07.Mai.2016 | 12:20 Uhr

Er ist eines der Gesichter des sensationellen Titelgewinns bei der Europameisterschaft im Januar in Polen: Andreas Wolff ist am Sonntag (15 Uhr) mit der HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga zu Gast beim Titelanwärter THW Kiel. Der 25 Jahre alte Nationaltorhüter spielt ab der kommenden Saison für die „Zebras“, bei denen er im November 2015 einen Dreijahresvertrag unterschrieb. Ursprünglich sollte der erst zur Saison 2017/18 beginnen, im Dezember entschieden sich die beiden Vereine und Wolff aber für einen vorzeitigen Wechsel. Im Interview spricht er über seine Zukunft beim THW, die Zusammenarbeit mit Keeper Niklas Landin und die Nummer 33.

Herr Wolff, die Partie am Sonntag ist Ihr erstes Gastspiel mit der HSG in Kiel seitdem Ihr Wechsel zum THW bekannt ist. Was erwarten Sie für einen Empfang in der Kieler Arena?

Ich habe dort schon im November mit Deutschland gespielt, als auf dem Lehrgang bekannt wurde, dass ich zum THW wechseln werde. Aber es ist der erste Auftritt dort, seitdem klar ist, dass ich schon zur nächsten Saison komme. Ich gehe mal davon aus, dass ich zwar nicht mit tosendem Applaus empfangen werde, aber vielleicht mit ein bisschen mehr Applaus als alle anderen Spieler meiner Mannschaft oder sonst ein gegnerischer Torwart anderer Teams.

In Kiel ist spätestens seit Ihren starken Vorstellungen bei der EM in Polen die Vorfreude auf Ihr Kommen riesengroß. Wie groß ist denn Ihre Lust, Ihrem künftigen Arbeitgeber am Sonntag mit der HSG einen Stein in den Weg zum möglichen Titelgewinn zu legen?

Es geht nicht darum, dem THW einen Stein in den Weg zur Meisterschaft zu legen. Wir sind Profisportler und auch mit dem Herzen dabei. Da gibt es im aktuellen Moment für mich immer nur das nächste Spiel – und das ist nun mal in Kiel. Das müssen und wollen wir gewinnen, unabhängig davon ob ich nächstes Jahr, die nächsten drei Jahre oder die nächsten 15 Jahre dort spiele.

Herz und Kopf sind also noch zu 100 Prozent bei Wetzlar?

Natürlich, so wie es sich für einen Profi gehört.

Außerdem geht es für Sie kurz danach mit der HSG ja auch noch gegen den Tabellenführer, die Rhein-Neckar Löwen...

Da kann man dann natürlich noch eine Extra-Portion draufpacken, um den zukünftigen Weggefährten und Fans ein kleines Vorab-Geschenk zu machen.

Europameister geworden, der Wechsel zum deutschen Rekordmeister ist fix, und außerdem stehen noch die Olympischen Spiele vor der Tür. So wie diese Saison bis jetzt gelaufen ist, geht das überhaupt noch besser?

Ich denke, dass ist ein Jahr, von dem jeder Sportler mit Perspektive träumt. Es waren alles Träume von mir und die scheinen sich in diesem Jahr erfüllt zu haben oder zu erfüllen. Ich freue mich, dass meine bisherige Arbeit mich dahin gebracht hat, und hoffe, dass ich auch noch einiges an Leistungsniveau hinzugewinnen kann.

Als der Wechsel nach Kiel bekannt wurde, sagten Sie, dass sei für Sie der nächste Schritt in Ihrer Karriere. Ist es also genau das, was Sie sich davon erhoffen?

Richtig. Ich spiele dort mit den besten Spielern der Welt beim besten Verein der Welt und habe dort auch die Möglichkeit, Champions League zu spielen und ein ganz anderes Niveau kennen zu lernen. Ich freue mich auf diese Aufgabe und hoffe, dass ich auch an ihr wachsen werde.

Gilt das auch für den täglichen Konkurrenzkampf ums THW-Tor mit Niklas Landin?

Das ist für mich weniger ein Konkurrenzkampf als vielmehr ein produktives Arbeiten im Gespann, in dem es darum geht, Einsatzzeiten zu gewinnen. Niklas ist kein Konkurrent, sondern der wichtigste Partner im Team – weil mit seiner Unterstützung einiges mehr möglich sein kann als wenn wir gegeneinander spielen.

Noch läuft die Saison, dann kommt die Vorbereitung auf Olympia und das Turnier in Rio: Wann werden Sie überhaupt Zeit finden, in Kiel so richtig anzukommen?

Das wird natürlich nicht einfach, vor allem dadurch, dass wir aller Voraussicht nach bis zum 22. August mit der Nationalmannschaft unterwegs sein werden. Aber ich bin ein offener Mensch, und die Leute in Kiel, die ich bisher getroffen habe – und ich kenne einige schon von diversen Sportveranstaltungen – werden es mir sehr, sehr leicht machen, so dass ich mich dort schnell eingewöhnen kann.

Passt es Ihnen ganz gut, dass Dominik Klein den Verein verlässt? Schließlich wird dadurch beim THW Ihre Rückennummer 33 frei?

Die 33 trage ich wegen meines Geburtsdatums. Das ist die Rückennummer, mit der ich mich am besten fühle. Unter dem Aspekt ist es natürlich nicht schlecht für mich. Ansonsten ist es aber sehr schade, dass eine Club-Ikone den Verein genau in dem Moment verlässt, in dem ich dorthin komme, und dass ich nicht das Vergnügen haben werde, mit Dominik zusammen zu spielen. Ich hoffe aber für uns beide das Beste und wäre erfreut, wenn die Nummer 33 wieder mal zehn Jahre beim THW spielen könnte.

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