Champions League : 55 Minuten reichen nicht: Flensburg verliert in Paris

Ausgerechnet Uwe Gensheimer erzielte den Siegtreffer für Paris Saint-Germain.
Ausgerechnet Uwe Gensheimer erzielte den Siegtreffer für Paris Saint-Germain.

Lange Zeit beherrscht der deutsche Handball-Meister Flensburg den französischen Titelträger aus Paris in dessen eigener Halle. Doch die Gastgeber haben das bessere Ende für sich. Einziger Trost: Am Mittwoch gibt es die Chance zur Revanche.

shz.de von
11. November 2018, 11:53 Uhr

Lasse Svan brachte es nach dem bitteren 28:29 (15:12) des deutschen Handball-Meisters SG Flensburg-Handewitt in der Champions League beim französischen Topfavoriten Paris Saint-Germain auf den Punkt.

«Wenn man gegen eine der besten Mannschaften der Welt spielt, muss man 60 Minuten lang sein Bestes geben», sagte der dänische Rechtsaußen. «Wir haben es nur 55 Minuten getan.» Zehn Sekunden vor dem Ende gelang dem Nationalmannschaftskapitän Uwe Gensheimer der entscheidende Treffer für die Pariser und versetzte den Flensburgern einen schmerzhaften Stich.

«Es war sehr schade, dass die Mannschaft für ihre tolle Vorstellung nicht belohnt wurde», haderte Trainer Maik Machulla. «Aber ich bin sehr stolz über den fantastischen Handball meiner Jungs. Die Weiterentwicklung der Mannschaft ist so weit gediehen, dass sie sogar gegen einen absoluten europäischen Spitzenverein bestehen kann.»

Der deutsche Titelträger hatte den französischen Champion über weite Strecken der Partie beherrscht. Großen Anteil daran hatten Spieler, die sonst nicht unbedingt im Vordergrund stehen. Zum Beispiel Simon Jeppsson. Schon beim 33:20-Sieg in der Bundesliga bei der SG BBM Bietigheim hatte der Schwede keine 48 Stunden vor dem Auftritt in Paris überzeugt, war mit sechs Treffern bester Werfer. Und auch in der französischen Hauptstadt brillierte der 23-Jährige mit insgesamt neun Toren. Machulla: «Er war überragend.»

Aber auch Spielmacher Göran Johannessen und Kreisläufer Simon Hald wussten zu überzeugen. Gleiches galt für das Torhüter-Duo Torbjörn Bergerud und Benjamin Buric. Dennoch reichte es im neunten Duell mit Paris Saint-Germain nicht zum ersten Auswärtssieg.

Seinen Anteil daran hatte Gensheimer, der mit acht Treffern bester Werfer für die Franzosen war. Nur bei einem Siebenmeter scheiterte Gensheimer an Bergerud. Die übrigen fünf Strafwürfe verwandelte er sicher. Dazu kamen drei Tore aus dem Feld. Auch die beiden entscheidenden Treffer der Partie gingen auf das Konto des gebürtigen Mannheimers. In der 53. Minute traf der 32-Jährige beim 26:25 zur ersten Pariser Führung und markierte dann den Siegtreffer.

«Wir haben hart gekämpft, um die beiden Punkte mit nach Flensburg zu nehmen», sagte Lasse Svan nach der vierten Vorrundenniederlage in der Königsklasse. Am Ende vergeblich. Doch schon am Mittwoch hat die SG die Chance zur Revanche. Dann kommt es in der «Hölle Nord» zum Rückspiel - und eventuell werden auch Rückraumspieler Magnus Röd und Abwehrchef Tobias Karlsson wieder dabei sein, die in Paris wegen einer Muskelverletzung und einer Gehirnerschütterung gefehlt hatten. Machulla kündigte schon mal an: «Wir werden zusammen mit unseren Zuschauern Druck und Begeisterung aufbauen - und dann zwei Punkte holen.»

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