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Triumph auf Rasen : «Gott schütze Garbiñe»: Wimbledonsiegerin Muguruza gefeiert

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Als erste und bis zu diesem Tag einzige Spanierin gewinnt Conchita Martínez 1994 in Wimbledon. Jetzt sitzt sie als Aushilfstrainerin auf der Tribüne - und führt Garbiñe Muguruza zum Titel. Spanien feiert die «Krönung in der Kathedrale», und auch das Königshaus gratuliert.

Der frühere König Juan Carlos applaudierte in der Royal Box, French-Open-Regent Rafael Nadal gratulierte aus der Ferne, und die heimische Presse krönte die «Supermeisterin»: Spanien feiert seine neue Wimbledon-Prinzessin Garbiñe Muguruza.

«Man kann gewinnen und man kann auch triumphieren», übermittelte das Königshaus nach dem erstaunlichen Damen-Endspiel beim bedeutsamsten Tennisturnier der Welt. «Garbiñe hat heute gewonnen und sie hat mit Kraft, Autorität und Klasse auch triumphiert. Glückwunsch, Meisterin!»

Als zweite spanische Titelträgerin nach Conchita Martínez 1994 hat sich Muguruza in der Turnierhistorie der All England Championships verewigt. Als erste Spielerin überhaupt hat die 23-Jährige jetzt beide Williams-Schwestern in einem Grand-Slam-Finale besiegt. Ein Jahr nach ihrem French-Open-Triumph über Serena Williams ließ Muguruza beim 7:5, 6:0 am Ende Venus Williams keine Chance.

«Von welchem Planeten bist du denn gekommen?», fragte das Sportblatt «Marca» und titelte: «Gott schütze Garbiñe». Die Zeitung «Sport» feierte am Sonntag die «Supermeisterin», «AS» die «Königin von Wimbledon», die Venus Williams «zerstört» und «uns die größte Freude des Sommers bereitet» habe. «Mundo Deportivo» sah eine «Krönung in der Kathedrale» und schrieb: «Gott schütze die Königin».

«Das ist ein besonderer Tag für mich. Ich muss mir bewusst machen, was ich erreicht habe und es erst einmal genießen», sagte Muguruza, die nach den 77 Finalminuten auf dem Platz noch mit den Tränen kämpfte, später aber mit dem wundervollsten Lächeln einer Wimbledonsiegerin die silberne Venus Rosewater Dish auf dem Kopf balancierte, von der Terrasse des Clubhauses in die Menge winkte und fast schon zärtlich über ihren frisch eingravierten Namen auf der grünen Ehrentafel in den Gängen unter dem Centre Court strich.

Erfrischend offenherzig hatte die in Caracas in Venezuela geborene Muguruza vor ihrem zweiten Wimbledon-Finale nach 2015 verraten, wie sehr sie es sich wünsche, auch ihren Namen dort lesen zu dürfen.

Mit ihren 23 Jahren gehört Muguruza zu den Verheißungen für die Zukunft des Damen-Tennis in einer Zeit nach Serena und Venus Williams, Maria Scharapowa, Angelique Kerber & Co. Die 1,82 Meter große Athletin bringt (fast) alles mit, was eine Championesse braucht. Sie ist schnell, hat einen starken Aufschlag und geradlinige, peitschende Schläge in ihrem sportlichen Repertoire. Sie ist charismatisch, intelligent und eloquent, weshalb sich auch der Vermarktungsgigant IMG die Rechte an ihr gesichert hat.

Trotzdem hatte sie bis zu diesem Samstag erst drei Titel gewonnen: bei den French Open 2016, in Peking 2015 und in Hobart 2014. «Es ist hart, so eine Art Rezept zu finden, um alles zu vereinen: die Fitness, das Tennis an sich und das Mentale», sagte Muguruza. «Bei diesem Turnier ist es mir gelungen, was nicht einfach ist.» Tatsächlich scheint die neue Nummer fünf der Weltrangliste vor allem mental gereift und sportlich reif für weitere Großtaten. «Muguruza eröffnet eine neue Ära» im Damentennis, schrieb «El País».

Auf dem Platz hat sie öfter als in der Vergangenheit einen Plan B, ist ruhiger geworden und spielt weniger nervös. «Früher habe ich sehr viel riskiert, jetzt wähle ich die Momente besser aus», hatte Muguruza vor kurzem erzählt. Im Achtelfinale bekam das Angelique Kerber zu spüren, die sich ein packendes Duell auf Augenhöhe mit ihr lieferte, sich am Ende aber knapp in drei Sätzen geschlagen geben musste.

Am Ende ihres Krönungstages hatte Muguruza nur noch ein Problem: «Ich muss mir noch ein neues Kleid kaufen», sagte sie lachend. Für das traditionelle Champions Dinner der Wimbledon-Sieger am Sonntagabend.

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erstellt am 16.Jul.2017 | 11:50 Uhr

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