DFB-Pokal : Gladbach mit Rekordsieg weiter – Kiel ringt 1860 nieder

Alexander Mühling führte Holstein Kiel zum 3:1-Erfolg über den TSV 1860 München.
Alexander Mühling führte Holstein Kiel zum 3:1-Erfolg über den TSV 1860 München.

Mit dem bislang höchsten Sieg der ersten DFB-Pokal-Runde setzte Borussia Mönchengladbach ein Ausrufezeichen.

shz.de von
19. August 2018, 20:29 Uhr

Berlin | Borussia Mönchengladbach hat im Schongang die zweite Runde im DFB-Pokal erreicht. Der fünfmalige deutsche Meister setzte sich am Sonntagabend beim Fünftligisten BSC Hastedt mit 11:1 (6:0) durch und zeigte dabei eine Woche vor dem Ligastart gegen Bayer Leverkusen eine souveräne Vorstellung. Vor 4997 Zuschauern auf Platz elf neben dem Bremer Weserstadion erzielten Thorgan Hazard (3. Minute/Foulelfmeter/42./84), Alassane Plea (8./50./78.), Raffael (15./31./66.), Florian Neuhaus (39.) und Jonas Hofmann (56.) die Treffer für den Fußball-Bundesligisten. Diyar Kücük gelang zwei Minuten vor dem Ende der Ehrentreffer für die Gastgeber.

Gladbachs Trainer Dieter Hecking hatte 23-Millionen-Euro-Einkauf Plea in die Startformation befördert, um dem Franzosen Spielpraxis zu geben. Und der aus Nizza gekommene Angreifer deutete gegen die allerdings sehr harmlosen Amateure einige Male an, dass Borussias Sportdirektor Max Eberl mit dem 25-Jährigen ein guter Griff gelungen sein könnte. Plea agierte im neuen 4-3-3-System der Gladbacher zentral im Sturmzentrum, flankiert vom WM-Dritten Hazard (links) und Raffael (rechts).

Nachdem Hazard die Gäste per Foulelfmeter früh in Führung gebracht hatte, gelang Plea in der achten Minute sein erstes Pflichtspieltor für die Borussia. Auch danach hatte der Franzose weitere Chancen. In der 22. Minute hatte er Pech mit einem Schuss an den Pfosten, kurz vor der Pause vergab er allerdings eine weitere Gelegenheit sehr leichtfertig, als er das leere Tor nicht traf.

Hecking hatte Plea nach einer durchwachsenen Vorbereitung zuletzt ansteigende Form attestiert, die der Stürmer nun in Bremen auch unter Beweis stellte. In der Bundesliga wird sich Plea jedoch noch etwas steigern müssen, auch wenn ihm zweite weitere Tore gelangen.

Insgesamt zeigte die Borussia, die die vergangene Saison nur auf einem enttäuschenden neunten Platz abgeschlossen hatte, viele vielversprechende Ansätze. Immer wieder nahm der Erstligist die Defensive des BSC über die Flügel aus den Angeln. Der 18 Jahre alte Louis Beyer deutete bei seinem Pflichtspieldebüt für die Borussia sein großes Potenzial auf der rechten Seite an. Die Gastgeber trauten sich dagegen viel zu wenig zu und erst kurz vor Schluss zu ersten Chance, die Kücük nutzte.

Mit einem Doppelschlag von Alexander Mühling hat Holstein Kiel einen drohenden Pokal-K.o. beim Fußball-Drittligisten TSV 1860 München abgewendet. Der Mittelfeldspieler war am Sonntag beim 3:1 (0:1) des Zweitligisten in München vor 14 200 Zuschauern im Grünwalder Stadion mit zwei platzierten Rechtsschüssen in der 74. und 83. Minute erfolgreich. Der ebenfalls gute Kingsley Schindler erhöhte sogar noch (87.). Nico Karger hatte die in der ersten Hälfte besseren „Löwen" frühzeitig in Führung gebracht (7.).

Kiels Trainer Tim Walter hatte in der vergangenen Saison noch als Coach der Reserve des FC Bayern die „Löwen" in der Regionalliga in beiden Lokalderbys besiegen können. Bei seiner Rückkehr nach München sah es lange Zeit nicht gut aus: Das 1860-Team von Coach Daniel Bierofka dominierte mit schnellem Tempofußball. Daraus fiel auch das 1:0. Nach Pass von Adriano Grimaldi zog Karger davon und tunnelte Kiels Schlussmann Kenneth Kronholm am Ende seines Sololaufes.

Ein zweites Karger-Tor wurde aberkannt, weil der Ball vor der Flanke von Philipp Steinhart knapp im Aus war (28.). Die Kieler kamen erst kurz vor der Pause zu ersten Chancen durch Janni Serra. Erst traf der Stürmer das Außennetz (40.), dann köpfte er neben das Tor (42.). Kiel entfachte nach der Pause wesentlich mehr Druck, wirkte auch physisch stärker und belohnte sich entsprechend mit den drei späten Treffern.

Fußball-Zweitligist 1. FC Union Berlin ist zum dritten Mal in Serie in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Die Hauptstädter behielten beim Drittligisten FC Carl Zeiss Jena mit 4:2 (3:2) die Oberhand. Vor 10 600 Besuchern im ausverkauften Ernst-Abbe-Sportfeld markierten am Sonntag Sebastian Andersson (14. Minute), Felix Kroos (29.) und Simon Hedlund (45.+5/Foulefmeter/70.) die Tore für Union. Die Thüringer waren durch Maximilian Wolfram (21.) erfolgreich. Zudem erzielte Berlins Kapitän Christopher Trimmel (42.) ein Eigentor.

Ohne die Langzeitverletzten Fabian Schönheim, Marc Torrejon und Sebastian Polter sowie dem angeschlagenen Offensivmann Joshua Mees setzte Union dennoch sofort auf Druck in der Offensive. Die in der Meisterschaft noch ungeschlagenen Berliner gingen zwar zweimal in Front. Doch die kämpferisch starken Gastgeber glichen zweimal aus, wenn auch beim 2:2 mit Schützenhilfe von Trimmel. Doch Union schlug noch vor der Pause zurück. Nach dem Wiederanpfiff hatte Jena mehr Ballbesitz, aber keine Großchancen. Hedlung machte dann mit seinem zweiten Tor unmittelbar nach einer Trinkpause alles klar.

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