Neues vom HSV : Gerüchte um Wechsel von Ralf Becker zum HSV

Ralf Becker, Geschäftsführer Sport bei Holstein Kiel. /Archiv
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Ralf Becker, Geschäftsführer Sport bei Holstein Kiel. /Archiv

Laut Medienberichten könnte der Kieler Sportchef einer der möglichen Kandidaten für den Posten sein.

shz.de von
15. Mai 2018, 12:13 Uhr

Könnte der HSV von den Kompetenzen Holstein Kiels profitieren? Der KSV steht in den kommenden Tagen vor zwei seiner wichtigsten Spiele. Es geht um den Aufstieg in die erste Liga. Laut Kieler Nachrichten geht es in den vergangenen Tagen aber auch noch um mehr. Das Nachrichtenportal „Sportbuzzer“ spekuliert, dass Ralf Becker, Geschäftsführer Sport der Störche, zum HSV wechseln könnte.

Zu diesem Thema habe unter anderem HSV-Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann gegenüber dem NDR einige Andeutungen gemacht. Einen neuen Sportchef suche der HSV und sei auch bereit eine Ablöse für den besten Kandidaten zu zahlen. Konkrete Namen wurden aber noch nicht genannt.

Holstein Kiel wollte sich zu den Gerüchten um seinen Sportchef nicht äußern. „Wir werden keine Spekulationen kommentieren und konzentrieren uns jetzt erst einmal auf das Spiel gegen den Vfl“, hieß es auf Nachfrage von Seiten der Störche.

Spieler müssen mit weniger Gehalt rechnen

Eins der größten Probleme, das nun auf den HSV zukommt, ist finanzieller Natur. „Wir müssen die Kosten im Personalbereich in den Griff bekommen und können nicht weiter über unsere Verhältnisse leben“, forderte Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Hoffmann nach dem sportlichen Absturz. „Wir werden uns den Gegebenheiten der 2. Liga anpassen.“ Die Daten sprechen eine deutliche Sprache. Ohne das großzügige Fernsehgeld als Bundesligist geht es dem HSV in der 2. Liga deutlich schlechter. In der gerade abgeschlossenen Saison hat der 130 Jahre alte Traditionsverein rund 34 Millionen Euro TV-Prämie kassiert.

In der 2. Liga werden es voraussichtlich nur rund 20 Millionen Euro sein. Das alles vor dem Hintergrund, dass der Club schon im vergangenen Geschäftsjahr in der Bundesliga ein Defizit von 13,4 Millionen Euro geschrieben hat und die Verbindlichkeiten auf 105,5 Millionen Euro anwachsen ließ.

Jetzt regiert der Rotstift. Der Gehaltsetat soll von 55 Millionen auf rund 30 Millionen Euro gekürzt werden. Spieler, deren Verträge auch für die 2. Liga gelten, müssen mit erheblichen Einschnitten rechnen. „Wir werden mit Sicherheit nicht weiter Unsinnspreise zahlen, wie wir das in der Vergangenheit teilweise getan haben“, verkündete Hoffmann. Die Verhandlungen sollen Trainer Christian Titz, Kaderplaner Johannes Spors und der noch zu benennende Sportvorstand führen.

Auch Spielverträge laufen aus

Investor Klaus-Michael Kühne, der bislang mehr als 100 Millionen Euro in den Verein gesteckt hat, soll nicht mehr angepumpt werden. „Immer dann, wenn es uns schlecht geht, zu Herrn Kühne zu rennen“, sei keine Lösung, betonte Hoffmann. „Wir müssen uns von Herrn Kühne im Kopf unabhängig machen.“ Acht Spielerverträge laufen aus. Das betrifft Aaron Hunt, Nicolai Müller, Andreas Hirzel, Lewis Holtby, Bjarne Thoelke, Sven Schipplock, Sejad Salihovic und Gotoku Sakai. Letzterer will bleiben.

Holtby, von dem Titz enorm viel hält und der unter dem Coach aufgeblüht ist, wäre wohl auch in der 2. Liga dabei, wenn er die Gehaltskürzungen akzeptiert.

Die beiden Brasilianer Douglas Santos und Walace werden gehen. Das betrifft auch den von Titz ins U21-Training abgeschobenen Abwehrspieler Mergim Marvraj und vermutlich ebenso André Hahn und Torhüter Christian Mathenia, die zum Schluss nur noch Tribünengäste waren. Der Schwede Albin Ekdal, Stürmer Luca Waldschmidt sowie die Rückkehrer Pierre-Michel Lasogga (Leeds United) und Alen Halilovic (Las Palmas) sollen Transfererlöse in die leere Kasse spülen.

Auch der Vertrag des dienstältesten HSV-Profis, Dennis Diekmeier, wurde nicht verlängert. Über seine Zukunft machte Diekmeier allerdings keine genauen Angaben. Die Entscheidung werde in den nächsten Wochen fallen. „Derzeit gibt es mehrere Möglichkeiten im In- und Ausland“, sagte er. Für den HSV spielte er insgesamt 173 Mal in der Bundesliga.

Hamburgs Dennis Diekmeier spielt den Ball. /Archiv
Foto: Daniel Reinhardt
Hamburgs Dennis Diekmeier spielt den Ball. /Archiv
 

Neuverpflichtungen werden beim HSV nur im bescheidenen finanziellen Rahmen möglich sein. Tendenz: mehr Talent als Name. Bislang wurden der 19 Jahre alte ablösefreie Stürmer Manuel Wintzheimer vom FC Bayern München und Abwehrspieler David Bates von den Glasgow Rangers geholt.

Die schon getesteten U21- und U19-Spieler aus dem eigenen Verein sollen eine Säule des Neuaufbaus sein. Ob mit Fiete Arp? Unklar. Eins aber ist klar: Beim großen HSV wird künftig alles deutlich kleiner.

Bis zum 21. Juni soll der Kader stehen. Auch Christian Titz soll bleiben. Unterschrieben hat er den Vertrag zwar noch nicht, das sei aber nur noch eine Formalie.

HSV-Fans halten die Stellung

Alles in Allem erlebt der Hamburger SV nach seinem Abstieg in die zweite Bundesliga aber nicht nur Negatives. So hat eine Welle der Sympathie dem Sportverein eine Fülle an neuen Mitgliedsanträgen beschert. Mehr als 500 Anträge trudelten beim HSV seit dem Abstieg ein. „Das ist für mich ein überragendes Zeichen der HSV-Fans. Bereits im Volksparkstadion hat man deutlich gemerkt, dass die überwältigende Mehrheit der Zuschauer zur Mannschaft und dem Verein steht“, sagte HSV-Präsident Bernd Hoffmann. Aktuell hat der Verein nach eigenen Angaben knapp 79.000 Mitglieder.

Mit einer ungewöhnlichen Aktion bedankte sich der Club am Montag noch einmal bei den Fans für deren Unterstützung im am Ende erfolglosen Kampf um den Klassenverbleib. Der Verein brachte eine Botschaft am Volksparkstadion an. „Liebe HSV-Fans, ihr seid immer noch da“, lautet die Einleitung des Briefes an die Anhänger. Und weiter heißt es: „Es gibt sicherlich andere Vereine, die würden es euch leichter machen. Denn es gab noch nie eine schwierigere Zeit, HSV-Fan zu sein.“ Die Unterstützung mache „uns aber auch traurig, weil wir euch kaum etwas zurückgeben konnten“. Vor allem aber mache es „uns stolz. Und deshalb wünschen wir uns nur eines: Dass auch ihr bald wieder stolz auf euren HSV sein könnt.“ Die Botschaft an der Wand endet mit den Worten: „Solche Fans wie euch hat NUR DER HSV.“

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