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Trainer Pacult feiert mit Dresden - bleibt er?

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erstellt am 29.Mai.2013 | 12:33 Uhr

Dresden (dpa) - Der Grantler aus Wien lächelte verschmitzt. Peter Pacult war deutlich die Genugtuung anzusehen, nicht noch einmal wie 2006 mit der SG Dynamo Dresden aus der 2. Fußball-Bundesliga abgestiegen zu sein.

Der Trainer strahlte nach dem 2:0-Erfolg am Dienstagabend im Relegations-Rückspiel gegen den Drittligisten VfL Osnabrück die Zufriedenheit eines Retters aus. «Ich freue mich riesig für die Mannschaft und ich freue mich noch mehr für die Fans und den Verein. Noch einmal diesen Schritt zurückzumachen, wäre nicht schön gewesen», sagte der Österreicher.

In diesem Moment des Glücks brachte Pacult nicht einmal aus der Fassung, dass zuvor das MDR-Fernsehen während der Live-Übertragung sein bevorstehendes Aus als Trainer bei Dynamo Dresden verkündet hatte. «Das ist ein super Gefühl», meinte der 53-Jährige gelassen, «mehr will ich dazu nicht sagen, weil es traurig genug ist.»

Doch dann wollte er die schon einige Zeit kursierenden Gerüchte über seinen angeblich feststehenden Abschied doch nicht unkommentiert lassen. Schließlich ist durch den Verbleib in der 2. Bundesliga sein Vertrag bis 30. Juni 2014 gültig. «Ich weiß, was in meinem Vertrag drinsteht. Jetzt haben wir den Zirkus. Schade, dass man so einen schönen Abend mit so einer Meldung kaputtmacht», sagte Pacult und fügte mit einer wegwerfenden Handbewegung an: «Aber ich feiere trotzdem und die Mannschaft auch.»

Mit dem Verweis auf seinen Vertrag umging der Österreicher ein klares Bekenntnis zum Club. Auch vonseiten der Vereinsführung gab es mehr Empörung als Aufklärung über die Zukunft Pacults. «Ich weiß nicht, woher das kommt», meinte der Sportliche Leiter Steffen Menze und beklagte den unmöglichen Zeitpunkt für diese Diskussion.

Zusätzliche Verwirrung stiftete Vereins-Präsident Andreas Ritter, der die Frage nach Pacults Verbleib ausweichend beantwortete. «Ich gehe davon aus, dass er bleibt. Aber das entscheiden andere», sagte der Club-Chef und erklärte Aufsichtsrat und Geschäftsführer für zuständig. Als möglicher Nachfolger wird bereits der frühere Kölner Profi Olaf Janßen genannt.

Im Wirrwarr um die Trainerfrage geriet das Spiel in den Hintergrund. Cristian Fiel mit einem Traumtor aus 18 Metern und Idir Ouali nach einem sehenswerten Angriff hatten die Dresdner mit ihren Treffern zum ersehnten 2:0-Sieg geschossen. Damit machte Dynamo die 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel in Osnabrück wett und beendete einen Fluch: Erstmals seit Einführung der Relegation setzte sich im Duell Zweitliga-16. gegen Drittliga-Dritter das höherklassige Team durch.

Während die Dresdner für ihre dritte Zweitliga-Saison hintereinander planen, muss Osnabrück wieder in der 3. Liga antreten - wenn der Liquiditätsnachweis in Höhe von 1,7 Millionen Euro gelingt. Alexander Ukrow, nach der Last-Minute-Demission von Claus-Dieter Wollitz verantwortlicher Trainer, hatte jedoch zunächst nur die Gegenwart im Sinn. «Letztendlich sind wir sehr enttäuscht. Die Jungs lassen den Kopf hängen», berichtete er und lobte seine Mannschaft: «Trotzdem sind wir stolz auf die Saison, die wir gespielt haben.»

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