Nordderby in Hamburg : St. Pauli will mit Sieg über Holstein Kiel vor dem HSV bleiben

Die Hamburger haben einen Lauf, die Kieler schwächeln vor allem auswärts. Holstein-Coach Walter sieht eine Chance.

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26. Oktober 2018, 16:10 Uhr

Hamburg/Kiel | Der Trainerwechsel beim Hamburger SV hat dem bevorstehenden Nordderby in der 2. Fußball-Bundesliga die Aufmerksamkeit gestohlen. Zu Unrecht: Das Duell zwischen dem Tabellen-Dritten FC St. Pauli und Holstein Kiel am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) ist zweifellos ein Leckerbissen. Die vor dem HSV platzierten St. Paulianer wollen ihre bislang erfolgreiche Saison mit einem weiteren Punktedreier veredeln und so vor dem Stadtrivalen bleiben.

Der FC St. Pauli ist drin in der Saison. 13 von 15 möglichen Punkten aus den vergangenen fünf Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Platz zwölf wie in der Vorsaison ist den Hamburgern diesmal zu wenig. „Keiner ist satt und zufrieden. Bei den Jungs wächst der Glaube, dass man etwas erreichen kann. Dieses Pflänzchen, das wächst, hegen und pflegen wir“, sagte Trainer Markus Kauczinski.

„Wir freuen uns über die Situation, aber wir feiern nicht, sondern können sie realistisch einschätzen“, meinte Sportchef Uwe Stöver in der „Bild“-Zeitung (Freitag). „Wir sind jetzt stabiler als letztes Jahr, brauchen aber noch mehr Konstanz.“ Einen einstelligen Tabellenplatz sieht der Sportchef, der von Dezember 2015 bis Mai 2016 Geschäftsführer Sport bei Holstein Kiel war, als ein Muss an.

Die Personallage zwingt Kauczinski zum Umbau der Mannschaft. Spielmacher Christoper Buchtmann fällt wegen einer Oberschenkelzerrung aus. Mats Möller Daehli, Richard Neudecker und Sami Allagui bieten sich als Alternative an.

Holstein Kiel kommt als Tabellenelfter ans Millerntor

Nach dem personellen Umbruch und dem Trainerwechsel läuft es nicht so optimal wie im Vorjahr. Nach zehn Saisonspielen haben die Schleswig-Holsteiner 13 Punkte auf dem Konto. In der Vorsaison waren es zum vergleichbaren Zeitpunkt 22. Mit nur einem Sieg und vier Punkten mangelt es den Kielern in diesem Spieljahr auf fremden Plätzen an Torgefahr. „Uns fehlt noch der entscheidende letzte Pass“, beschrieb Abwehrspieler Jannik Dehm das Manko.

Trainer Tim Walter hat in der Offensive aber wieder Alternativen. Jae-Sung Lee, Mathias Honsak und Kingsley Schindler, die in der Vorwoche fehlten, stehen zur Verfügung. „Hinten die Null zu halten ist wichtig. Ein 0:0 macht aber noch keinen Sieger. Wir wollen mindestens ein Tor mehr schießen als der Gegner und als Sieger vom Platz gehen“, kündigte Walter an.

Die Trainer der beiden Nordteams kennen sich aus gemeinsamer Zeit beim Karlsruher SC auch privat. „Für das Spiel tut das aber nichts zur Sache“, erwiderte Walter. Freundlichkeiten müssen warten. Den Gegner lobte er jedoch. „Sie haben eine enorme Qualität und sind brutal effizient.“ Doch die späten Treffer der Hamburger fürchtet er nicht. Sein Team müsse „den Sack schon vorher zumachen“. 

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