Fußball : St. Pauli trumpft im Abstiegskampf gegen Leipzig auf

Das war nichts für schwache Nerven. Nach 93 Minuten hat der FC St. Pauli den 1:0-Sieg gegen den hohen Favoriten RB Leipzig erkämpft und verließ dadurch vorerst die Abstiegsränge.

shz.de von
03. Mai 2015, 16:13 Uhr

Hamburg | Als Keeper Robin Himmelmann in der dritten Minute der Nachspielzeit Yordy Reynas strammen Schuss entschärft hatte, begann die Feier der Fans. Der FC St. Pauli hat im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga durch das 1:0 (1:0) über den hohen Favoriten RB Leipzig drei „big points“ eingefahren und einen Riesenschritt in Richtung Klassenverbleib gemacht. 23.584 Anhänger im erneut ausverkauften Millerntor-Stadion waren aus dem Häuschen, denn dank des Siegtreffers von Lennart Thy in der 45. Minute verließ der Kiez-Club erstmals seit dem 12. Spieltag die Abstiegsränge.

„Meine Mannschaft hat einem starken Gegner einen unglaublichen Fight geliefert mit einer Leidenschaft, vor der man nur den Hut ziehen kann“, lobte St. Paulis Trainer Ewald Lienen nach dem knappen, aber nicht unverdienten Erfolg. Leipzigs Coach Achim Beierlorzer war nach dem für seine Mannschaft wohl entscheidenden Rückschlag im Kampf um den angepeilten Aufstieg Realist und sagte: „Über das Thema 1. Liga müssen wir nicht mehr reden.“

Lienens Taktik, die spielstarken Gäste von Beginn an früh zu stören und nicht zur Entfaltung kommen zu lassen, ging auf. Die Hanseaten kontrollierten so zumindest in den ersten 45 Minuten meist das Geschehen. Nach Chancen durch den aufgerückten Verteidiger Sebastian Schachten (1./13.) war es kurz vor der Pause Stürmer Thy, der vor RB-Keeper Fabio Coltorti ruhig blieb und zu seinem dritten Saisontor einschob. Jan-Philipp Kalla hatte das Tor prima aufgelegt.

Nach dem Wechsel setzten die Sachsen mit der Hereinnahme von Omer Damari (46.) sowie später von Zsolt Kalmar (66.) und Daniel Frahn (76.) mehr auf Offensive. Doch die hochkonzentrierten Hausherren, bei denen Kapitän Sören Gonther ebenso wie auf der Gegenseite Tim Sebastian die fünfte Gelbe Karte sah, hielten mit imponierendem Kampfgeist dagegen.

„So eine kämpferische Leistung habe ich selten erlebt“, erkannte Trainer-Routinier Lienen (61) an. Dadurch und vor allem dank Himmelmanns spektakulärer Rettungstat kurz vor Schluss brachten die Braun-Weißen ihren Zittersieg über die Zeit. Es war der dritte Heimsieg nacheinander für die St. Paulianer.

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