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Abstiegsangst : St. Pauli hofft auf Rückrunde

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Der FC St. Pauli bleibt auf dem letzten Tabellenplatz der 2. Bundesliga. Der Niedergang hat mehrere Gründe.

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2016 | 13:17 Uhr

Hamburg | Richtig freuen konnte sich beim FC St. Pauli niemand über den bevorstehenden Weihnachtsurlaub. Nach dem 1:1 am Samstag gegen den VfL Bochum schlichen die Spieler vom Platz des Millerntor-Stadions. „Uns wäre es lieber, die Saison würde weitergehen“, sagte Innenverteidiger Lasse Sobiech. Grund ist die leichte Aufwärtstendenz bei den Hanseaten, die sie so schnell wie möglich ausbauen wollen. Geschockt war die Mannschaft jedoch vom Unfall Daniel Buballas. Der 26-jährige hatte sich bei einem Zusammenprall mit Gäste-Torhüter Manuel Riemann ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen und musste ins Krankenhaus.

In den letzten drei Spielen blieb die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen ungeschlagen, holte immerhin einen Sieg und fünf Punkte. Der FC St. Pauli bleibt zwar auf dem letzten Tabellenplatz. Doch beträgt der Abstand zum Relegationsplatz nur drei Punkte. „Wir sind mit den Konkurrenten auf Schlagdistanz“, sagt Lienen. „Uns steht eine schwere Rückrunde bevor. Wir müssen viele Punkte holen. Doch die Mannschaft hat mehrfach bewiesen, dass sie das kann.“ Vergangene Saison noch ein Aufstiegsanwärter, nun der Abstiegskandidat Nummer eins - der Niedergang des FC St. Pauli hat mehrere Gründe. Aufgrund der vielen Verletzungsausfälle konnte sich die Mannschaft nie richtig einspielen. Mit dicken Patzern bis hin zu Eigentoren brachten sich die Hamburger immer wieder selbst um den Lohn. Zudem konnten die Abgänge vom Sommer nicht kompensiert werden.

Marc Rzatkowski, Sebastian Maier und Enis Alushi gehörten vergangene Saison zu den wichtigsten Stützen. In dieser Saison fehlte im Mittelfeld jegliche Kreativität. Sportchef Thomas Meggle geriet nicht zuletzt aufgrund der Kaderplanung in die Kritik und wurde Anfang November freigestellt.

Geschäftsführer Andreas Rettig hat den Posten kommissarisch übernommen und dürfte im Winter ordentlich zu tun haben. Sicher ist: Der Kader benötigt dringend Verstärkungen. Lienen und Rettig arbeiten bereits seit Wochen daran. Zumindest für das Mittelfeld werden neue Spieler benötigt. Auch im Sturm gibt es Engpässe. Aziz Bouhaddouz ist mit seinen fünf Toren der einzige Knipser. Umso bedauerlicher, dass der Marokkaner aufgrund des Africa-Cups die ersten Wochen des Jahres 2017 fehlen könnte. „Ich erfahre am Dienstag, ob ich dabei sein darf“, verriet der 29-Jährige, der sich die Chance nicht entgehen lassen würde.

Die Aufgaben werden auch in der Rückrunde nicht einfacher. Mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am 29. Januar und der Auswärtspartie bei Eintracht Braunschweig am 5. Februar warten zum Auftakt zwei Top-Mannschaften der 2. Bundesliga. Kapitän Sören Gonther gibt sich trotzdem zuversichtlich: „Wir haben in den letzten drei Partien ein Ausrufezeichen gesetzt und werden 100-prozentig eine bessere Rückrunde spielen.“ Ob das genügt, um den Fall in die 3. Liga abzuwenden, bleibt abzuwarten.

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