Nach Sieg gegen Freiburg : Kieler Kapitän Kinsombi: Holstein-Erfolge nicht selbstverständlich

Die Kieler feierten ihren SIeg im DFB-Pokal.

Die Kieler feierten ihren SIeg im DFB-Pokal.

Holstein Kiel erlebt einen emotionalen Pokal-Moment. Trainer Tim Walter versucht, die Euphorie etwas zu beruhigen.

Avatar_shz von
01. November 2018, 10:51 Uhr

Kiel | Gerade mal eine Nacht durften die Profis von Holstein Kiel stolz sein. Dann mussten sie auch gedanklich zurückkehren in den Alltag der 2. Fußball Bundesliga und den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals abhaken. Das hatte Holstein-Trainer Tim Walter unmittelbar nach dem 2:1-Erfolg über den Bundesligisten SC Freiburg am Mittwochabend angeordnet.

Fokus auf kommende Partie

„Jetzt schauen wir, dass wir am Samstag im Heimspiel den FC Ingolstadt schlagen. Da können wir uns langes Feiern nicht leisten“, sagte Walter Deshalb will der Coach auch nicht auf die Fragen nach einem Wunschgegner in der nächsten Pokalrunde eingehen. „Das ist völlig egal“, sagte der 42-Jährige. „Jetzt ist anderes wichtig.“ Eine Selbstverständlichkeit war der Erfolg über die Breisgauer jedoch nicht.

„Dass wir einen Bundesligisten geschlagen haben, ist einfach das Schönste“, meinte Torhüter Kenneth Kronholm, der in den Schlussminuten den Erfolg gegen die stärker werdenden Freiburger festgehalten hatte. „Ich habe gemerkt, da passiert nichts mehr. Wir bringen das Ding über Zeit.“ Immerhin ist Holstein der einzige Außenseiter der zweiten Pokalrunde, der einen Favoriten eliminiert hat. Anders als sein Trainer wagte Kronholm schon mal einen Pokalausblick. „Wenn du jetzt gegen die Bayern kommst, willst du ja auch gewinnen.“

KSV war auf Augenhöhe mit Freiburg

David Kinsombi, der das Siegtor bei einem Konter nach Zuspiel von Kingsley Schindler erzielt hatte, zeigte sich ergriffen. Die Entwicklung des Teams hat es ihm angetan. „Das ist für eine neuformierte Mannschaft überhaupt nicht selbstverständlich“, meinte der 22 Jahre alte Kapitän. „Wir mussten uns erst finden.“ Der Mittelfeldspieler spricht damit den Umbruch an nach dem Fortgang einiger Leistungsträger und den Trainerwechsel am Ende der vergangenen Saison. Der Zwischenstand lässt sich sehen. Mit dem Bundesligisten Freiburg war die KSV Holstein jederzeit auf Augenhöhe.

Liveticker zum Nachlesen: Holstein Kiel gewinnt gegen Freiburg

Sollte die Entwicklung der Kieler in den nächsten Monaten ihre Fortsetzung finden, ist das Team von der Förde sogar wieder ein Kandidat für die Spitzengruppe der 2. Liga. Spielkultur, Leidenschaft, Torgefahr stimmen und begeistern die Fans, die auf der Baustelle Holstein-Stadion mit lediglich drei Tribünen für eine mitreißende Atmosphäre sorgten. „Ich habe immer emotionale Momente mit meiner Mannschaft“, versicherte Trainer Walter.

Derzeit sind die Kieler, die in der vergangenen Saison in der Relegation am Bundesliga-Aufstieg gescheitert waren, Tabellen-Zehnter mit drei Punkten Rückstand auf den Relegationsrang. Daheim sind die Schleswig-Holsteiner noch unbesiegt. Da soll auch am Samstag gegen den Tabellenletzten FC Ingolstadt so bleiben.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen