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Global Sports Invest AG : Jahn Regensburg stemmt sich gegen Investor

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Wie werde ich einen Investor los? Jahn Regensburg würde das Kapitel Philipp Schober gerne so schnell wie möglich beenden. Der Investor steht aber fest zu seinem Engagement. Im DFB-Pokal hofft der Fehlstarter auf eine Überraschung.

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2017 | 15:02 Uhr

Deutlicher als auf einem Flyer könnte man die Abneigung des SSV Jahn Regensburg gegen Investor Philipp Schober kaum zusammenfassen. Auf einem Stoppschild steht geschrieben: «FINGER WEG VON UNSEREM SSV JAHN!»

Die Handzettel lagen beim Zweitligaspiel des Aufsteigers gegen den 1. FC Nürnberg aus. Verteilt wurden sie von den Fans auf der Hans-Jakob-Tribüne, der selbst ernannten «Heimat der Jahnfans und Herzstück des Vereins».

Im Juni übernahm die Münchner Global Sports Invest AG um Vorstand Schober 90 Prozent der Anteile der SSV Jahn Regensburg GmbH & Co. KGaA vom Immobilienunternehmen Bauteam Tretzel (BTT), das in die Regensburger Korruptionsaffäre verstrickt ist. Mit diesem Geschäft hadert der Hauptverein jedoch vehement.

«Zu spüren, dass ihn in Regensburg niemand will, weder die Fans, noch die Mitgesellschafter, noch die Gremien, noch die Sponsoren, ist sicherlich eine klare Botschaft. Darüber hinaus will der SSV Jahn aber auch ganz grundsätzlich keinen fremden Investor», sagte Vorstandschef Hans Rothammer der Deutschen Presse-Agentur. «Gegen Herrn Schober haben wir uns dabei ganz besonders entschieden positioniert, weil uns seit geraumer Zeit ein relativ umfassendes und transparentes Bild zu seiner beruflichen Vergangenheit vorlag.»

Es geht um angebliche Ungereimtheiten in Schobers Vita. Zudem habe der Investor bis heute seine Ziele mit dem Verein nicht klar benennen können. Für Rothammer steht fest: «Wir lehnen jede Zusammenarbeit mit Herrn Schober mit aller Entschiedenheit ab.» Der Investor sieht das anders. «Unserem Mandanten liegen die Fans des SSV Jahn sehr am Herzen. Unser Mandant wird die unzutreffenden Behauptungen um seine Person in der nächsten Zeit aufklären und sieht einer Zukunft als Investor beim SSV Jahn positiv entgegen», ließ Schober mitteilen.

Ein Kauf seiner Anteile wäre für Rothammer eine Option. «Das wäre eine Möglichkeit, ist aber natürlich auch eine Preisfrage. Selbstverständlich haben wir ein Interesse daran, dass die Anteile mehrheitlich beim Verein beziehungsweise dann bei Unternehmen aus der Region sind. Das könnte Gegenstand von weiteren Gesprächen mit Herrn Schober sein», erklärte Rothammer.

Der Investor hat an einem Verkauf kein Interesse. «Unser Mandant hat die Anteile rechtswirksam erworben mit dem Ziel, diese langfristig zu halten. Es besteht für unseren Mandanten derzeit keinerlei Veranlassung, diese wieder zu verkaufen. Im Übrigen ist festzustellen, dass der SSV Jahn eine Ausgliederung des Profispielbetriebs vorgenommen hat, um Investoren anzulocken», teilten Schobers Anwälte mit.

Neben den Ressentiments aus Regensburg ist Schober auch ins Visier der Justiz geraten. Die Laune beim SSV Jahn hat das nicht gehoben. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung und Betrug. «Unser Mandant ist fest davon überzeugt, dass sich die Vorwürfe als haltlos erweisen werden», ließ Schober mitteilen.

Auf all den Wirbel könnten Trainer Achim Beierlorzer und seine Spieler gerne verzichten. Schließlich muss der Verein sportlich die Kurve kriegen. Die ersten beiden Ligapartien verlor der SSV. Ein Erfolg am Samstag (18.30 Uhr) zum DFB-Pokal-Auftakt gegen Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt wäre ein großer Schritt für die Oberpfälzer. «Ein Sieg ist immer wichtig und bringt in so einer Situation Selbstvertrauen, als Aufsteiger erst recht», sagte Rothammer.

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