ZFC abgehakt, RB schon im Blick

Mit Ernst Möller (3. von links) feierte Holstein Kiel am 26. Mai 1912 seinen größten Erfolg - die deutsche Meisterschaft.
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Mit Ernst Möller (3. von links) feierte Holstein Kiel am 26. Mai 1912 seinen größten Erfolg - die deutsche Meisterschaft.

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07. November 2011, 09:05 Uhr

Die zwei Gesichter der Kieler "Störche". Sehr häufig bietet Tabellenführer Holstein Kiel unterschiedliche Facetten an. Offensive top, Defensive manchmal ein Flop. Mit 33 Treffern sind die "Störche" die mit Abstand erfolgreichste Torfabrik der Liga. Dagegen ist das Defensivverhalten der Kieler wenig löblich. 14 Tore mussten die Kieler schon hinnehmen, die Kontrahenten Halle (5 Gegentreffer) und Leipzig (9) sind auf diesem Sektor deutlich konstanter und erfolgreicher. "Die vielen Gegentore ärgern mich", meinte nicht nur Keeper Morten Jensen.

Zwei unterschiedliche Gesichter bekamen auch die knapp 3000 Besucher gegen Meuselwitz zu Gesicht. "In den ersten 45 Minuten haben wir ein Feuerwerk abgebrannt, so etwas habe ich lange nicht gesehen", hatte der erste Durchgang auch Trainer Thorsten Gutzeit sehr gefallen. "Im zweiten Durchgang haben wir den Faden verloren, waren zu langsam und haben uns zu wenig bewegt", so die erste Trainerschelte. "Die erste Halbzeit war nicht mehr zu toppen, aber nach dem Wechsel war die Partie wie durchgeschnitten. Wir haben versucht, das Spiel nach Hause zu schaukeln", zürnte Gutzeit. "Eigentlich haben wir das Spiel ganz gut im Griff gehabt", bekannte dagegen Kiels Mittelfeldmotor Deran Toksöz, der in den letzten Wochen zur festen Größe bei der KSV geworden ist.

Die Partie war sehr schnell abgehakt, ganz viele Blicke richten sich bereits auf die anstehende Partie am Sonntag. Am Wochenende reisen die "Störche" zum Tabellenzweiten und selbsternannten Aufstiegsfavoriten nach Leipzig. In der WM-Arena erwartet die KSV gegen RB Leipzig ein heißer Tanz. Wenn die Kieler beim recht heimschwachen RB Leipzig mindestens einen Punkt entführen können, bleiben sie auf Platz eins. "Vielleicht hat RB die besseren Einzelspieler, dafür haben wir sicherlich das bessere Kollektiv. Die Tagesform wird entscheiden", so die Einschätzung von Thorsten Gutzeit zum Gipfeltreffen.

"Wir wissen welche Qualität wir haben, wir müssen dort selbstbewusst auftreten", urteilt Toksöz vor dem anstehenden Spitzenspiel. "Das wird in Leipzig eine Standortbestimmung, es ist ein schöne Konstellation vor einer bestimmt tollen Kulisse", erwartet Kiels Sportlicher Leiter Andreas Bornemann außergewöhnliche Rahmenbedingungen für ein Viertligaspiel. Schon am gestrigen Sonntag begrüßte RB 14 000 Besucher in der riesigen Arena. "Wir haben die Chance dort ein Ausrufezeichen zu setzen und die Tabellenführung auszubauen", freut sich Bornemann auf das Spitzenspiel. Das Selbstvertrauen der Kieler ist nach drei Siegen in Folge und den zwei Pokalüberraschungen jedenfalls vorhanden. "Wir fahren da als Tabellenführer hin und wollen auch dort Punkte mitnehmen", strahlt auch Torhüter Jensen Zuversicht aus. "Wir freuen uns auf das Spiel, aber die Saison wird auch nach der Partie noch nicht beendet sein", nahm Gutzeit der Partie augenzwinkernd ein Stück der Brisanz.

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