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Sieg in der Bundesliga-Relegation : Wolfsburger Spieler müssen vor aufgebrachten Braunschweig-Fans flüchten

vom

Der VfL Wolfsburg verhindert den Abstieg in die 2. Liga. Der Jubel wird durch Böller und einen Platzsturm gestört.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2017 | 06:55 Uhr

Braunschwieg | In der Kabine mussten Mario Gomez und seine Kollegen das glückliche Ende der Relegation feiern. Braunschweiger Fans hatten das Spielfeld am Montagabend gestürmt. Die Polizei musste eingreifen, um die Anhänger des VfL Wolfsburg zu schützen. „Wir mussten ja in die Kabine, konnten nicht jubeln“, sagte Wolfsburgs Sportlicher Leiter Olaf Rebbe nach dem geglückten Klassenerhalt. Erst später kamen die Wolfsburger Spieler noch einmal kurz durch einen Hinterausgang, um mit den eigenen Fans den verhinderten Absturz in die 2. Fußball-Bundesliga zu feiern. 

Nach dem zweiten 1:0-Sieg im zweiten Relegationsspiel fand der wesentliche Teil der Feierlichkeiten notgedrungen in den Katakomben des Braunschweiger Stadions statt. Aufsichtsrats-Boss Francisco Javier Garcia Sanz eilte in die Kabine um zu gratulieren.

„Wir sind erschrocken und so schnell es ging weggelaufen“, berichtete VfL-Trainer Andries Jonker. Auf dem Spielfeld mussten Polizisten den VfL-Fanblock vor den Eintracht-Anhängern schützen, Böller flogen, eine Rakete landete in der Polizistengruppe.

Schon während der Begegnung der beiden Clubs war ein Ordner von Feuerwerk getroffen worden. Unmittelbar vor dem Anpfiff der zweiten Halbzeit zündeten Anhänger im Fanblock der Eintracht Pyrotechnik und Böller. Der Mitarbeiter des Ordnungspersonals fiel zu Boden, wurde von Sanitätern behandelt und aus dem Innenraum geführt. Eine Diagnose soll es im Laufe des Dienstags geben.

Als „unglaubliche Sauerei“ bezeichnete Braunschweigs Präsident Sebastian Ebel das Verhalten einer Minderheit von Zuschauern. „Das ist sowas von bescheuert.“ Der Böllerwurf auf den Ordner habe im Spiel „zu einem Bruch geführt“.

Wenige Minuten nach dem Vorfall hatte der Portugiese Vieirinha in der 49. Minuten das entscheidende Tor erzielt. Nach einem Abpraller landete der Ball beim Außenspieler, der ihn aus 15 Metern mit voller Wucht ins Tor drosch.

Trotz einer hoch motivierten Vorstellung und mehrerer Topchancen verpassten die Braunschweiger den vierten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga nach 1974, 1981 und 2013. Für den ganz großen Coup fehlte ihnen in den beiden Niedersachsen-Derbys vor allem die Konsequenz im Abschluss.

„Dass es uns nicht so gut geht, wird nachvollziehbar sein. Wir haben trotz guter Chancen das Tor nicht gemacht, das ist der Knackpunkt gewesen“, sagte Braunschweigs Manager Marc Arnold. Trainer Torsten Lieberknecht zeigte sich dennoch stolz: „Wir haben es nicht geschafft, einen ganz großen Traum zu erreichen. Aber wir werden ganz schnell aufstehen und haben Bock auf die nächste Saison!“

Die Böllerwürfe und der Platzsturm waren nicht die einzigen unschönen Szenen während des Spiels. Die Braunschweig-Fans beleidigten mit ihren Gesängen die Wolfsburger Spieler. Das Hauptziel: Mario Gomez. Das kam bei vielen gar nicht gut an. Fans machen ihrem Unmut über das unfaire Verhalten auf der Braunschweiger Facebook-Seite Luft.

Foto: Screenshot Facebook
 

„Da mischt sich etwas unter, was nicht unbedingt auf den Platz gehört“, sagte Lieberknecht zu den unschönen Begleiterscheinungen. Er lobte aber auch das Auftreten seines Teams und des vernünftigen Teils der Fans. „Ganz Deutschland hat gesehen, was für ein fantastischer Verein wir sind“, sagte der Coach.

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