"Wölfe" schnuppern lange an der Sensation

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14. Februar 2011, 08:05 Uhr

Einen ganz bitteren Abend erlebten Spieler und Anhänger des Zweitligisten TSV Altenholz beim Duell mit dem Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga Nord TSV GWD Minden. Bis zur 55. Minute führten die "Wölfe" gegen den Favoriten knapp aber völlig verdient, ehe die Mindener um den schwedischen WM-Star Dalibor Doder das Tempo noch einmal anzogen und die Partie schließlich äußerst glücklich mit 31:29 (14:16) für sich entschieden. Dementsprechend enttäuscht zeigte sich der Altenholzer Trainer Torge Greve nach der um Haaresbreite verpassten Sensation: "Wenn man sieht, wie die Mindener den Sieg nach der Schlusssirene feiern, erkennt man, wie knapp wir am Erfolg dran waren." Von Beginn an gingen die "Wölfe" hochkonzentriert in die eigentlich ungleiche Begegnung mit dem Spitzenreiter und kauften diesem durch couragiertes Deckungsverhalten und konsequente Chancenverwertung den Schneid frühzeitig ab. Die taktische Marschroute von Greve wurde von der Altenholzer Mannschaft optimal umgesetzt, nach acht Minuten sorgte der Gastgeber mit der erstmaligen Führung zum 3:2 (Bevan Clavert) für großen Jubel unter den 450 Zuschauern in der Edgar-Meschkat-Halle. Der Mindener Haupttorschütze Doder fand überhaupt nicht ins Spiel, ganz anders sein Gegenüber Tom Wetzel, der einen famosen Tag erwischte und aus dem linken Rückraum mit zum Teil spektakulären Treffern für Furore sorgte. Bis zur 19. Minute wechselte die Führung permanent, ehe die Altenholzer nach ihrer Auszeit Tor um Tor davonzogen, um dann auch zur Pause mit 16:14 in Führung zu liegen.

Auch im zweiten Durchgang boten die "Wölfe" eines ihrer besten Saisonspiele und hielten die Startruppe von GWD-Coach Ulf Schefvert gekonnt in Schach. So führte der Außenseiter auch nach 52 Minuten noch mit 27:25. Nun hätte sich ein großer Teil des Publikums den Abpfiff gewünscht, wussten doch auch die Fans um die große Klasse des Bundesliga-Traditionsvereins aus Minden. Hatte sich WM-Star Doder bislang vornehm zurückgehalten, trumpfte der Schwede in der Schlussphase mit eigenen Toren und beängstigender Körpersprache groß auf. Während bei den Randkielern einige wenige Fehler wie zu übereilte Abschlüsse brutal von den Gästen bestraft wurden, schienen nun auch die bislang souveränen Unparteiischen ihr Fingerspitzengefühl verloren zu haben. Ob vermeintliches Spiel durch den Kreis, unabsichtliche Fußabwehr oder zweifelhafte Zwei-Minuten-Strafen: Alle strittigen Szenen in der Schlussphase wurden zugunsten der Gäste gefällt. Neben den Konzentrationsfehlern der "Wölfe" reichte dieses Quäntchen am Ende aus, um für große Enttäuschung bei den Gastgebern zu sorgen. So gewann Minden am Ende glücklich mit 31:29.

TSV Altenholz: Hossner (bei einem Siebenmeter), R. Wetzel - Calvert (3 Tore), Opderbeck (3), Schwarz (3), Greve (1), Weltgen (2/2), Plöhn (6), Plähn, T. Wetzel (8), Bente, Gersch (3).

TSV GWD Minden: Persson (1.-40.), Dresrüsse (ab 41.) - Andersson (8), Fuchs, Gylfason (3), Bartsch (2/2), Auerswald, Steinert (1), Helmdach (5), Hunady (4), Südmeier, Schmidt (1/1), Doder (6), Klesniks (1).

SR: Hohlwein/Michalzik (Hamburg/Nübel).

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