"Wir haben den Meister gesehen"

Einer von vielen Kritikern aus dem Bereich der sportlich Aktiven: Ex-Torwart Ole Oberbeck. (cje*)
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Einer von vielen Kritikern aus dem Bereich der sportlich Aktiven: Ex-Torwart Ole Oberbeck. (cje*)

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22. Oktober 2012, 09:05 Uhr

Das war der berühmte Satz mit X. Der VfR Neumünster spielte über weite Strecken ordentlich mit, musste am Ende jedoch die Klasse der Bremer U 23 anerkennen. "Wir haben den Meister gesehen", urteilte Gerd Grümmer, 2. Vorsitzender der Rasensportler.

VfR-Coach Ervin Lamce ärgerte sich besonders über den ersten Gegentreffer. Nach einem Eckball auf den zweiten Pfosten "glänzte" seine Truppe in einer Statistenrolle und ließ Werder II gewähren. "Genau diese langen Bälle hatten wir vor dem Spiel angesprochen. Dass solch ein Ding bei uns durchläuft, darf uns einfach nicht passieren", meinte der 40-Jährige. Auch die vergebenen Chancen vor dem Wechsel störten ihn. "Wir haben nicht die Kaltschnäuzigkeit entwickelt wie noch im Heimspiel zuvor gegen Hannover 96 II (3:2, Anm. d. Red.)", sah Lamce Schwächen in vorderster Reihe. Der Trainer der Lila-Weißen lobte sein Team für den an den Tag gelegten Einsatz ("Wir haben gekämpft und geackert.") und die starken Gäste für deren Geradlinigkeit: "Selbst nach dem 0:3 ist Werder II immer noch marschiert. Diese Mannschaft hat wirklich eine sehr hohe Qualität."

Gästecoach Thomas Wolter räumte ein, das Ergebnis sei mit 5:0 zu hoch ausgefallen. "Und ich hatte zur Pause auch nicht den Eindruck, wir würden derart deutlich gewinnen", sagte der 49-Jährige. Wolter analysierte: "In der ersten halben Stunde haben wir das Spiel kontrolliert. Ich war mit dieser Phase zufrieden, auch wenn wir anfangs kein Tor erzielt haben. Anschließend haben wir bis zum Seitenwechsel geschwommen." Der zweite Gästetreffer hatte für den Bremer Trainer entscheidenden Charakter: "Wenn wir erst einmal 2:0 führen, dann wird es für unseren Kontrahenten gegen unsere junge Mannschaft schwierig." Wolter war bereits Trainer der Werder-Reserve bei den bis dato einzigen Duellen zwischen beiden Mannschaften, in der Regionalligasaison 2003/04 gewann sein Team daheim mit 2:1 und an der Geerdtsstraße 4:1. "Ich habe noch einiges von damals wiedererkannt. Außerdem ist das hier für uns offensichtlich ein gutes Pflaster, ich komme gerne wieder", schmunzelte er.

Derweil richtete VfR-Coach Lamce den Blick nach vorne, bereits am kommenden Sonntag steigt gegen den BV Cloppenburg das nächste Heimspiel. "Jetzt ist bei uns erst einmal Aufbauarbeit angesagt", konstatierte er.

Kritische Töne schlug einmal mehr Rasensport-Schlussmann Marcus Hesse an: "Uns fehlt eine Führungsfigur. Diejenigen, die denken, sie können das sein, sind es nicht."

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