Fussball-Kolumne : Winterpause in der Bundesliga: Millionen-Liga, Reise-Fieber, Heimat-Urlaub

HSV-Profi Walace erschien nicht zum Abflug ins Trainingslager.
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HSV-Profi Walace erschien nicht zum Abflug ins Trainingslager.

Bald ist die Winterpause vorbei. Während der HSV in der Sonne trainiert, hat einer der Spieler seinen Heimaturlaub eigenmächtig verlängert.

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02. Januar 2018, 08:27 Uhr

Geldmaschine: Schon in zwei Wochen ist Schluss mit der Winterpause. In Deutschlands Millionen-Liga geht es dann wieder um Tore, Punkte, Video-Beweise und um viel, viel Geld. Die einen haben es – wie die Bayern, Borussia Dortmund, Schalke 04 mit den russischen Gas-Millionen, RB Leipzig mit den Red Bull-Devisen, die TSG Hoffenheim lebt auch weiter größtenteils von Dietmar Hopps Transfers und der VfL Wolfsburg lebt mit den rund 100 Millionen Euro, die Volkswagen pro Saison spendiert, auf großem Fuß. Wie auch Bayer Leverkusen. Alle anderen Clubs müssen mit den Millionen vorsichtiger umgehen. Dazu gehört auch der HSV. Die Hamburger sind auf Mäzen Klaus-Michael Kühne angewiesen, bei Kreditinstituten ist kaum etwas zu holen für den mit über 100 Millionen Euro verschuldeten Verein. Wie man mit einem weitaus geringeren Etat in der Millionen-Liga überleben kann, zeigt der SC Freiburg. Das Fachmagazin „Kicker“ wählte SC-Trainer Christian Streich jetzt zum „Mann des Jahres“. Eine außergewöhnliche Geschichte. Seit 23 Jahren gehört Streich dem Sport Club an. Und seit sechs Jahren fungiert er als Cheftrainer. Erfolgreich.

Heimatgefühl: Nur zehn der 18 Bundesligisten reisen in der kurzen Winterpause in südliche Gefilde, um unter der Sonne zu trainieren. Der Rest bleibt in der Heimat. Aus gutem Grund, zeichnet sich doch ein milder Winter ab und verfügen die Clubs doch allesamt über Rasenheizungen auf ihren Trainingsplätzen. So wie der HSV im Volkspark. Und doch zieht Trainer Markus Gisdol ein Fünf-Sterne-Hotel im spanischen Jerez de la Frontera vor. Ein Hamburger SV hat eben ganz besondere Ansprüche.

Heimweh: Darunter leidet offenbar HSV-Profi Walace. Der Brasilianer fehlte beim Abflug ins Trainingslager. Er habe seinen Urlaub eigenmächtig verlängert, sagte Sportchef Jens Todt über den Mittelfeldspieler, der bislang zumeist auf dem Spielfeld enttäuschte. Die wohl beste Lösung wäre, Walace an einen brasilianischen Club zu verkaufen. Mit doppeltem Spareffekt: Es gebe eine hohe Ablöse und das viel zu hohe Gehalt bräuchte nicht mehr gezahlt werden.

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