Wieder da: Koppelt plant mit VfB Nordmark

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18. März 2013, 08:05 Uhr

Kein halbes Jahr ist es her, da hatte Volker Koppelt die Lust am Fußball verloren. "Ich kann das Geld auch für andere Sachen, zum Beispiel für Reisen, gebrauchen", sagte der Mäzen, Trainer und Präsident in einer Person Ende September 2012 und beendete das Kapitel FC Sylt. Damals schloss er eine Rückkehr kategorisch aus. Doch nun hat er festgestellt, dass ihm etwas fehlt. Darum will der 66-Jährige zur neuen Saison wieder mitmischen im Fußballgeschäft. Um aber nicht bei null beginnen zu müssen, hat er sich ein neues Modell ausgedacht: Er steigt beim Flensburger Verbandsligisten VfB Nordmark ein. "Hauptsache, ich habe ein bisschen Spaß", erklärte er.

Einen kleinen Haken gibt es noch: Sollten die Flensburger in die Kreisliga absteigen, würde Koppelt wohl doch die Option mit dem FC Sylt vorziehen und den "FC Chelsea von der Küste" wieder aufleben lassen. Nach dem Rückzug aus der Schleswig-Holstein-Liga wäre der Inselverein als Regelabsteiger in der Verbandsliga startberechtigt. An einer neuen Mannschaft würde das nicht scheitern, glaubt der Sylter. "Es gibt viele Ex-Spieler, die zurückkommen wollen. Auf meinem Schreibtisch habe ich eine ganze Mannschaft auf der Liste."

Allerdings hat Koppelt mit seinem "Retortenclub" viele schlechte Erfahrungen auf dem Weg von der Kreisklasse in die höchste Landesklasse Schleswig-Holsteins gemacht - Probleme, die er als Mäzen und Macher beim VfB Nordmark nicht hätte. "Da ist alles vorhanden. Das Umfeld stimmt, es gibt eine zweite und dritte Mannschaft sowie Jugendteams." Und mit Rüdiger Boysen haben die Flensburger "einen Trainer, der genauso Fußball verrückt ist wie ich". Der VfB-Coach war vom Angebot Koppelts überrascht und sofort begeistert. "Das eröffnet uns eine ganz neue Fußball-Welt." Nach Gesprächen mit dem VfB-Vorsitzenden Frank Hansen und seiner Stellvertreterin Birte Dahl gab auch der Vorstand des 311 Mitglieder zählenden Vereins, der neben Fußball noch Tennis und Kegeln anbietet, sein Okay.

Wer künftig die Mannschaft beim VfB Nordmark aufstellt, ließen Koppelt und Boysen offen. "Wir liegen auf einer Wellenlänge", betont der neue Geldgeber. "Wir sind uns sehr sympathisch und machen das zusammen", ergänzt der Trainer. Fest steht für beide: Sie wollen die Zukunft beim Verbandsligisten erfolgreich gestalten. Wobei der Sylter, der selten um einen flotten Spruch verlegen ist, schon mal die Verbandsliga in der kommenden Saison sondiert. "Das wird schwierig. Von oben kommt Schleswig 06 zurück, und der ETSV Weiche II steigt auf."

Die Einschätzung, Schleswig 06 würde aus der SH-Liga absteigen, brachte den sportlichen Leiter der Schleswiger auf die Palme. "Was erlaubt der Mann sich?", geriet Guido Nett mächtig in Rage und zweifelte das Fachwissen des Sylter Geschäftsmannes ohnehin stark an. "Der Mann hat so viel Ahnung vom Fußball wie eine Kuh vom Sonntag", sagte der gebürtige Kölner. "Das muss einmal gesagt werden und das kann man ruhig so schreiben."

Für Koppelt und seinen möglichen neuen Verein zählt so oder so erst einmal der Klassenerhalt. Derzeit ist der VfB Nordmark nur Tabellen-13. Zumindest dem 14. droht noch der Abstieg, wenn neben Schleswig auch Meldorf oder Heide aus der SH-Liga absteigen sollte. Und nur im Fall des Ligaverbleibs ist der Flensburger Verein Koppelts erste Wahl. Die Mannschaft sei schon informiert, erzählt Rüdiger Boysen. Sie habe die Nachricht sehr positiv aufgenommen. "Ich hoffe, dass das Signal jetzt neue Kräfte freisetzt", sagt der Trainer, für den aber ganz wichtig ist: "Wir müssen erst Plan A fertig haben, bevor wir uns mit Plan B beschäftigen."

Sollte es mit dem Klassenerhalt klappen, steht Volker Koppelt Gewehr bei Fuß: "Dann kommen natürlich neue Spieler." Zwei Mal ist der Sylter schon Meister in der Verbandsliga geworden, einmal sogar ungeschlagen. Darum ist klar: "Die Klasse ist für mich nur eine Durchgangsstation."

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