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Lazarett vor EM-Quali : Weltmeister Deutschland ohne Özil gegen Polen

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Wegen Knieproblemen wird Mesut Özil der DFB-Elf am Samstag gegen Polen fehlen. Bundestrainer Löw muss durch die vielen Ausfälle weiter experimentieren. Immerhin meldet sich der Schalker Julian Draxler zurück.

Frankfurt/Main | Bundestrainer Joachim Löw hat vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel in Polen plötzlich noch größere Personalprobleme. Mesut Özil musste am Mittwoch wegen Schmerzen im linken Knie zu einer Kernspinuntersuchung nach München reisen. André Schürrle blieb auch am zweiten Tag der Vorbereitung zu individuellen Einheiten im Hotel und kann bestenfalls am Donnerstag bei einem Geheimtraining wieder gemeinsam mit den Kollegen üben. Immerhin meldete sich der grippekranke Schalker Julian Draxler für das Duell am Samstag (20.45 Uhr/RTL) in Warschau wieder gesund und wurde am Mittwochabend im DFB-Hotel erwartet.

Löw hatte am Mittwoch nur 14 fitte Feldspieler und drei Torhüter im Training. Über eine mögliche Nachnominierung sollte noch befunden werden. Teammanager Oliver Bierhoff merkte jedoch an: „Der Jogi ist kein Trainer, der gerne nachnominiert.“ Gerade im Mittelfeld muss Löw nun angesichts des wahrscheinlichen Özil-Ausfalls improvisieren.

Verletzt fehlen beim Doppelspieltag gegen Polen und drei Tage später in Gelsenkirchen gegen Irland ohnehin die Weltmeister Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Benedikt Höwedes sowie Marco Reus und Mario Gomez. Wie sehr besonders Spielführer Schweinsteiger vermisst wird, machten Bierhoff und auch Ersatz-Kapitän Manuel Neuer deutlich. „Ihm geht es nicht so gut, weil er nicht fit ist. Wir freuen uns alle, wenn er zurückkommt“, sagte Neuer. Mit einem Länderspiel-Comeback Schweinsteigers ist in diesem Jahr allerdings wegen dessen Problemen mit der Patellasehne nicht mehr zu rechnen. „Eine klare Prognose gibt es nicht. Wir warten einfach ab“, sagte Bierhoff.

Ein Ausfall Özils oder auch des offenbar müden Schürrles in Polen würde Löw aktuell zu größeren Umbauarbeiten zwingen. Im Training rückte am Mittwoch Lukas Podolski auf die linke Mittelfeldseite. Bei einer Übungsform agierte er mit Thomas Müller, Christoph Kramer und Toni Kroos in einer Viererkette. Gesucht wird allerdings ein weiterer Mittelfeldmann - sofern Mario Götze wie erwartet davor als Spitze agiert. Kandidaten wären der gerade genesene Draxler oder der Hoffenheimer Sebastian Rudy als defensive Variante. Karim Bellarabi dürfte als Neuling kaum in der Startelf stehen.An der sportlichen Zielsetzung ließ Kroos keine Zweifel aufkommen.

„Im Oktober geht es darum, genügend Punkte zu holen. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen“, sagte der Neu-Spanier. Die Rückkehr an den Ort des bitteren 1:2 im EM-Halbfinale 2012 gegen Italien - die letzte DFB-Pflichtspielniederlage - ist dabei irrelevant, beteuerte Bierhoff. „Das ist vergessen. Das spielt keine Rolle mehr. Es hat natürlich genagt. Deswegen hat man Ballast abgeworfen, indem man Weltmeister geworden ist.“

Die Euphorie über den Titel soll beim nächsten Länderspiel-Termin nochmals aufleben. Bierhoff versprach abseits des Rasens „ein Feuerwerk“, wenn am 10. November der WM-Film des DFB mit dem Titel „Die Mannschaft“ in Berlin Premiere feiert.Für Löw stehen die aktuellen Themen im Fußball-Herbst 2014 im Fokus.

In einem am Mittwoch veröffentlichten FIFA-Interview sprach er über die generelle Personallage. „Auf einigen Positionen haben wir schon auch Probleme. “Wie Sand am Meer„, wie oft zu hören ist, gibt es auch bei uns keine Weltklasse-Spieler. Aber wir haben einige außergewöhnliche Talente, das stimmt schon“, sagte Löw.

„Nach einer WM, die kräfteraubend für alle Spieler ist, gibt es immer mal Situationen, bei denen Spieler kurzfristig ausfallen, weil sie sich verletzen. Von daher bin ich nun in den Monaten Oktober und November auf Wechsel eingestellt“, sagte Löw. Dennoch hatte er überraschend nur 20 statt 23 Akteure in sein mittlerweile reduziertes Aufgebot berufen.Einen Weltmeister-Bonus kann Löw in der EM-Qualifikation nicht erkennen. „Sagen wir mal so: So schön der Titel ist und so viel er einem gibt, nun beginnen wir wieder bei Null. Eine WM-Teilnahme, noch dazu bis ins Finale, bringt natürlich einige Herausforderungen für die Zeit danach mit sich“, sagte der 54-Jährige.

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erstellt am 08.Okt.2014 | 15:47 Uhr

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