2:0 gegen Nürnberg : Weinzierls Stuttgarter feiern «Befreiungsschlag» in Nürnberg

Timo Baumgartl (l) erzielte Stuttgarts Führungstor.
Timo Baumgartl (l) erzielte Stuttgarts Führungstor.

Stuttgart geht doch noch mit einem fußballerischen Lebenszeichen in die Länderspielpause. In Nürnberg feierten die Schwaben einen verdienten Auswärtssieg, der Neu-Coach Weinzierl ist erleichtert. In der Tabelle bleibt der VfB dennoch Tabellenletzter.

shz.de von
10. November 2018, 21:52 Uhr

Coach Markus Weinzierl verließ breit grinsend das Feld, den langen Jubel vor der lautstarken Auswärts-Fankurve überließ der Trainer seinen Spielern.

Mit einem verdienten 2:0 (0:0) in Nürnberg hat der VfB Stuttgart seine Talfahrt gestoppt und dem Trainer nach einem völlig verpatzten Drei-Pleiten-Start den ersten Erfolg beschert. «Ich bin natürlich sehr erleichtert, weil wir einen wichtigen und verdienten Sieg eingefahren haben», sagte Weinzierl.

In einer spielerisch mäßigen Partie sorgten Timo Baumgartl (68. Minute) mit seinem ersten Tor in der Fußball-Bundesliga und Joker Erik Thommy (82.) für den ersten VfB-Sieg seit Ende September.

Trotz des Dreiers bleibt der VfB Tabellen-Schlusslicht, kann wegen einer deutlich verbesserten Vorstellung aber wieder optimistischer sein. «Mich freut dieser Befreiungsschlag für die Mannschaft sehr», sagte der Coach, dem ein in der Bundesliga historisch schlechter Einstand mit vier Pleiten samt desaströsem Torverhältnis erspart blieb. Stuttgart feierte zudem den ersten Auswärtssieg der Saison. «Das Ergebnis haben wir gebraucht, auch für den Kopf», sagte Torhüter Ron-Robert Zieler, der zum zweiten Mal in diesem Jahr zu null spielte.

Die Nürnberger indes verpassten das dritte Unentschieden in Serie und gehen als Tabellen-15. mit nur noch einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsrang und zwei Zählern auf den VfB in die Länderspielpause. «Das ist ein herber Rückschlag», resümierte Verteidiger Tim Leibold. Coach Michael Köllner sagte: «Wir sind alle enttäuscht, keine Frage.»

Im Vergleich zu den jüngsten Pleiten konnte man den Stuttgartern Entschlossenheit und Willen nicht absprechen. Das nach dem 0:3 gegen Frankfurt auf zwei Positionen veränderte Team war die dominierende Elf. Weil sich in die Aktionen viele schlampige Pässe schlichen, blieben Chancen Mangelware. Vor der Pause hatten die Schwaben nur eine ebenso große wie kolossal verpatzte Möglichkeit: Stürmer Mario Gomez schoss aus kurzer Distanz freistehend weit am Tor vorbei (39.).

Den Nürnberger gelang fast nichts. Im Mittelfeld wurden die Gastgeber immer wieder von den Stuttgarter Ex-Nationalspielern Dennis Aogo und Christian Gentner überrumpelt, so dass die Defensivreihe um Abwehrchef Georg Margreitter häufig in höchster Not klären mussten.

Nach vorne klappte beim Club wenig, Stürmer Adam Zrelak machte gegen die VfB-Defensive mit Debütant Marc-Oliver Kempf keinen Stich. Der Slowake ersetzte erneut den verletzten Mikael Ishak. Dem VfB fehlten Holger Badstuber (Wade) und Anastasios Donis (Muskelfaserriss).

Nach dem Seitenwechsel wurde die Begegnung zwar spielerisch nicht besser, aber immerhin häuften sich die Torgelegenheiten. Zunächst prüfte Sebastian Kerk den VfB-Keeper Zieler mit einem Fernschuss, den Abpraller konnte Virgil Misidjan nicht verwerten (55.). Zwei Minuten später bekam Gomez den Ball im Strafraum unfreiwillig von FCN-Profi Lukas Mühl vorgelegt, schoss aber weit drüber. «Wenn man so schlecht spielt, dann muss man halt mal ein 0:0 erreichen», sagte Köllner.

Aber das gelang den Hausherren in dem mit 50.000 Zuschauern erstmals ausverkauften Max-Morlock-Stadion nicht, weil VfB-Innenverteidiger Baumgartl nach einem Eckball per Direktschuss zur Führung traf. Nürnberg konnte dem nichts mehr entgegensetzen - im Gegenteil: Die Gäste drängten auf die Entscheidung, die Gentner allein vor Keeper Christian Mathenia zweimal verpasste (79.). Erst der eingewechselte Thommy machte mit einem Fernschuss in den Winkel alles klar.

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