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DFB-Pokal : „Volle Lotte“ gegen „echte Liebe“: Sportfreunde empfangen Borussia Dortmund

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Die Rollen sind klar verteilt. Lotte-Trainer Ismail Atalan bleibt trotzdem gelassen. Fragen und Antworten zur Partie.

Lotte | Respekt ja, aber keine Angst. Mit viel Selbstvertrauen gehen die Sportfreunde Lotte an diesem Dienstag (20.45 Uhr, ARD und Sky) in den Viertelfinalschlager des DFB-Pokals gegen Borussia Dortmund. „Wenn alles normal läuft, sind wir chancenlos. Aber auch der BVB hat bestimmte Schwächen“, glaubt Lottes Trainer Ismail Atalan.

Letzte Ausfahrt Lotter Kreuz? Da, wo schon Werder Bremen, Bayer Leverkusen und 1860 München nicht die Kurve kriegten, soll auch für den BVB Endstation sein. Warum nicht? Lotte wäre nicht der erste Drittligist, der ins Halbfinale einzieht. Das schafften in den letzten 20 Jahren mit Arminia Bielefeld, FC St. Pauli, Union Berlin und Energie Cottbus schon vier andere Clubs.

Hintergrund: Das Spiel SF Lotte – Borussia Dortmund

Dienstag, 20.45 Uhr (DFB-Pokal, Viertelfinale)

SF Lotte: 30 Fernandez – 23 Langlitz, 5 Rahn, 4 Nauber, 16 Neidhart – 6 Gorschlüter, 8 Dej, 20 Pires-Rodrigues – 19 Freiberger, 9 Sané, 24 Lindner.

In Reserve: 1 Buchholz (TW), 17 Granatowski, 11 Tankulic, 31 Kaffenberger, 3 Wendel, 10 Rosinger, 15 Heyer.

Es fehlen: Zummack (Meniskus-OP), Steinhart (Trainingsrückstand), Haitz (Oberschenkel), Hettich, Engel, Brock, Schikowski.

Borussia Dortmund: 38 Bürki – 26 Piszczek, 28 Ginter, 5 Bartra – 37 Durm, 33 Weigl, 27 Castro, 13 Guerreiro – 7 Dembelé, 11 Reus – 17 Aubameyang.

Zuschauer: 10.000, davon 1100 aus Dortmund.

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München). Einer der renommiertesten deutschen Schiedsrichter.

Live-TV: Sky und die ARD übertragen das Spiel live.

Nächste Spiele: Am Samstag (4. März, 14 Uhr) bei Jahn Regensburg; am Mittwoch (8. März, 19 Uhr) gegen den Chemnitzer FC; am Sonntag (12. März, 14 Uhr) gegen Hansa Rostock; am Mittwoch (15. März, 19 Uhr) bei der SG Sonnenhof Großaspach.

„Volle Lotte“ gegen „echte Liebe“. Allein die Leitmotive beider Clubs lassen auf einen leidenschaftlichen Pokalabend schließen. Der Champions-League-Teilnehmer ist mit seinen Stars Marco Reus, Ousmane Dembélé und Pierre-Emerick Aubameyang klarer Favorit. Aber dass der BVB Atalan schlecht träumen lässt, davon geht der Trainer nicht aus. „Ich kann besser schlafen, wenn wir uns nicht hinten reinstellen.“

„Aber da brauche ich bei meiner Mannschaft keine Angst zu haben. Ich bin absolut überzeugt, dass wir gegen höherklassige Teams bestehen können. Wer als Mannschaft gut organisiert ist, kann selbst einen Unterschied von zwei Klassen ausgleichen“, ist der 36-Jährige von seiner Philosophie überzeugt. Und wenn die nicht aufgeht? „Wir haben einen Plan B.“

Wie schätzt der Trainer den BVB ein? „Dortmund gehört zu den fünf, sechs besten Clubs in Europa. Aber die Mannschaft hat zwei Gesichter. Beim 1:2 gegen Darmstadt waren sie nicht so gut, in Freiburg haben sie zu ihrer Topform gefunden. Wir sollten kein Laufduell mit Aubameyang suchen und müssen eine Absicherung in diesem Bereich haben. Hilfsbereitschaft aller ist vonnöten, um überhaupt bestehen zu können“, sagt Atalan.

Wie sieht er seine Mannschaft? „Wir haben uns dieses Spiel verdient aufgrund der letzten zwei Jahre. Die Vorfreude ist groß. Es ist aber nicht so, dass wir nervös sind. Das kommt vielleicht am Spieltag noch“, ist Atalan relativ gelassen. Die Arbeit, die Lotte investiert habe, habe sich ausgezahlt. „Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, frech und selbstbewusst nach vorne, kommt an. Wir haben im Pokal die drittmeisten Torschüsse abgegeben nach den Bayern und dem 1. FC Köln.“ Atalan möchte, dass die Leute nach Hause gehen und voller Überzeugung sagen, das war Lotte.

Was sagen die Spieler? „Es soll nicht überheblich klingen. Aber wir wissen, dass wir sie schlagen können“, ist Innenverteidigter Matthias Rahn zuversichtlich.

Wie sieht es personell aus? Bis auf Ersatz-Torwart Yannick Zummack und Phillipp Steinhart kann Ismail Atalan seine Bestbesetzung aufbieten. Torwart Benedikt Fernandez und die Viererkette mit Alexander Langlitz, Matthias Rahn, Kapitän Gerrit Nauber und Nico Neidhart sind gesetzt.

Im defensiven Mittelfeld ist die Frage offen: Routinier Tim Gorschlüter oder Heißsporn Tim Wendel? Auch vorne dürfte sich mit Kevin Freiberger, Sané Saliou und Jaroslaw Lindner nichts ändern. Das heißt, dass Atalan exakt die Elf bevorzugt, die 3:0 bei Rot-Weiß Erfurt gewann.

Wie groß ist das Medienaufkommen? Acht Fernsehteams haben sich akkreditieren lassen. Rund 80 Journalisten werden das Spiel besuchen. Japanische Berichterstatter sind ebenso im mit 10.000 Zuschauern ausverkauften Frimo-Stadion wie polnische TV-Reporter, die sich auf das Duell zwischen Jaroslaw Lindner und Łukasz Piszczek konzentrieren. Beide sind gebürtige Polen.

Wie sieht es am Platz aus? Überall Gewusel. Übertragungswagen, Kabeltrommeln, neue Pavillons und Trupps von Helfern, die schweres Gerät von A nach B tragen. Der Platz präsentierte sich am Montag in einem guten Zustand. Das wird sich nach dem Spiel sicherlich geändert haben. „Anerkennung, wie der Verein die große Aufgabe gemeistert hat, das Spiel über die Bühne zu bringen. Das macht uns stolz“, hebt Atalan die Bemühungen des ganzen Clubs hervor.

Was denkt Atalan über ein Elfmeterschießen? „Schwierig ist nicht, den Ball ins Tor zu schießen. Zu treffen ist vielmehr eine mentale Sache.“

Welcher Geldsegen erwartet Lotte bei einem Weiterkommen? Bisher haben die Sportfreunde über zwei Millionen Euro eingenommen. Bei einem Einzug ins Halbfinale kämen weitere 1,75 Millionen Euro hinzu. Geld, das die Ausgaben für die Installation einer Rasenheizung erträglicher gestalten würde.

Was gibt es sonst noch? Die Nachholpartie gegen den Chemnitzer FC ist für Mittwoch, den 8. März (19 Uhr) neu terminiert worden. Die ebenfalls ausgefallene Begegnung zwischen Lotte und Holstein Kiel findet am 28. März (19 Uhr) statt.

Und wie geht’s aus? Die Mannschaften gehen mit einem 1:1 in die Verlängerung. Danach ist alles möglich.

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erstellt am 28.Feb.2017 | 10:05 Uhr

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