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Fussball-Kolumne : Volkswagen-Pokal, Welt-Skandal, Zitter-Partie

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das DFB-Pokalfinale, der Fifa-Skandal und die HSV-Relegation: Jürgen Muhl darüber, was aktuell im Fußball wichtig ist.

shz.de von
erstellt am 01.Jun.2015 | 06:51 Uhr

Guter Werksfußball: Das DFB-Pokalfinale hat es deutlich aufgezeigt: Der VfL Wolfsburg hat sich als Nummer zwei im deutschen Fußball hinter dem übermächtigen FC Bayern etabliert. Gegen die Millionen von Volkswagen kann auch Borussia Dortmund kaum noch etwas ausrichten.

Der Eigentümer der Wolfsburger Werkself ist übrigens gleichzeitig Hauptsponsor des DFB-Pokalwettbewerbs. Insofern hat der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt sein eigenes Turnier gewonnen. Verdient war es, Dortmund ist nicht mehr in der Lage, sein Potenzial aus guten Klopp-Zeiten abzurufen. Der BVB steht vor einem umfassenden Relaunch seines kickenden Personals.

Und Wolfsburg wird weiter aufrüsten in einer längst von der Autobranche beherrschten Bundesliga. VW-Millionen in Wolfsburg und beim DFB, Audi-Gesellschaftsanteile beim FC Bayern und beim FC Ingolstadt. Schon mag man über Spielausgänge bei den Werksduellen spekulieren – besonders am Saisonende.

Wie in dieser Saison, als die Bayern gegen Augsburg und Freiburg nur mit halber Kraft spielten. Wie auch Schalke in Hamburg einfach nichts tun wollte. Eine Entwicklung, die der hoch gelobten Bundesliga nicht gerecht wird. Eine Entwicklung, die aber vielleicht sogar gewollt ist? Schließlich würde ein Abstieg des ruhmreichen HSV einen schweren Imageverlust für das Oberhaus bedeuten – und wäre somit wohl kaum im Sinne der Deutschen Fußball Liga. Schauen wir also auch heute genau auf die Schiri-Entscheidungen.

Unglaublich, aber wahr: Fifa-Altchef Joseph Blatter wird wiedergewählt und macht weiter. Und der europäische und damit auch der deutsche Fußball akzeptieren es. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zieht sich nach einem kurzen Strohfeuer zurück und erklärt, man müsse ja irgendwie weitermachen. Franz Beckenbauer gar hält Blatters Strategie für den richtigen Weg – welch ein korruptes und kriminelles Fußballgeschäft. Wie gut, dass die US-Behörden weiterermitteln. Es ist ziemlich sicher, dass auch andere Funktionäre demnächst Besuch bekommen. Wenn sie denn nicht von der Bildfläche verschwunden sind. So wie der spanische Präsident, der gar nicht erst nach Zürich geflogen ist. Er wurde rechtzeitig gewarnt.

Spannung am Montag: Heute entscheidet sich das Schicksal des Hamburger SV im Karlsruher Wildpark. Eine Zitterpartie. Wenn überhaupt etwas für den HSV spricht, dann ist es das Glück, das dem Traditionsclub seit drei Jahren im Abstiegskampf zur Seite steht. Wie im Hinspiel, als der KSC die bessere Elf war und gleich zwei Mal am Aluminium des Hamburger Gehäuses scheiterte. Wie vor einem Jahr, als Greuther Fürth seine reelle Chance nicht nutzte.

Bleibt die Hoffnung für alle HSV-Fans, dass diese Glückshormone heute Abend erneut den Ausschlag geben. Die Qualität dieser Mannschaft reicht nämlich nicht.

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