Abstieg 2018 : Volkspark gegen Jurassic Park: Warum der HSV am inneren Dino kollabierte

<p>Das neue HSV-Maskottchen aus der sh:z-Schmiede lässt den Dino Phönix werden. So lebt es sich leichter.</p>

Das neue HSV-Maskottchen aus der sh:z-Schmiede lässt den Dino Phönix werden. So lebt es sich leichter.

Mit seinem Abgang teilt der HSV das Schicksal von T. rex, Brontosaurus und Co. Ein letztes Duell der beiden Dinosaurier.

shz.de von
12. Mai 2018, 19:51 Uhr

Wenn Dinos verschwinden, kommt das immer einer Katastrophe gleich. In der Fußball-Bundesliga hat es nicht geklappt, also schicken wir den Hamburger SV in die Relegation gegen die echten Urzeit-Giganten. Welcher Dinosaurier kann diese Begegnung gewinnen? Wer beherrschte Europa länger? Der HSV: 1977 (Europapokal der Pokalsieger) bis 1983 (Europapokal der Landesmeister). Die Dinosaurier: von etwa 230 Millionen (damals noch auf dem Superkontinent Pangäa, vergleichbar mit dem Weltpokal) bis etwa 66 Millionen Jahre vor unserer Zeit (Früheuropa). 165 Millionen Jahre sind nicht zu toppen, deshalb: 1:0 für die Dinos.

Wer widersetzte sich zäher seinem Untergang? Um die Dinosaurier vor etwa 66 Millionen Jahren zu besiegen, brauchte es ein mächtiges Arsenal: einen Asteroideneinschlag, einen Feuerball, monatelange Finsternis sowie einen Klimawandel. Und der HSV? Kassierte 53 Tore in 34 Spieltagen und schoss selbst 29. Bei allem Respekt, aber das ist keine Gegenwehr. 2:0 für die Dinos.

Wer bietet das kampfeslustigste Exemplar? Aggressive Laute, unberechenbare Prankenhiebe und starke Arme, aus denen es kein Entkommen gibt: Kein Zweifel, Uli Stein hatte alles, was eine Torwartlegende braucht. Der Tyrannosaurus rex hingegen: Er mag einen starken Kiefer haben. Aber 19 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit reichen nicht mal für die Kreisklasse. Anschlusstreffer für den HSV, 2:1.

Wer braucht mehr Auslauf? Im Volksparkstadion des HSV bieten 105 mal 68 Meter Rasenfläche Platz für 44 Spielerbeine. Die Dinosaurier im Michael-Crichton-Thriller „Jurassic Park“ trotteten über eine knapp 13 mal 5 Kilometer große Insel. Klare Sache: Das HSV-Spielfeld hätte einem Diplodocus nicht mal zum Aufwärmen gereicht. 3:1.

Wer sind die natürlichen Feinde? Schlangen konnten frisch geschlüpften Dinosauriern durchaus gefährlich werden. Einige Arten fraßen auch andere auf. Sonst aber war bei den Giganten kaum was zu holen. Beim HSV sieht das schon anders aus. Die Bayern erzielten in den vergangenen zehn Bundesliga-Spielen gegen den HSV eine Tor-Bilanz von 38:3 Toren. Aber gut: Der größte Gegner des HSV in den letzten Jahren war ohnehin er selbst. Direkter Freistoß für die Dinos, verwandelt: 4:1.

Wer hinterlässt das imposantere Ausstellungsstück? Unvergessen, wie der HSV im Europa-League-Halbfinale 2009 gegen Werder Bremen an einer Papierkugel scheiterte. An einer Papierkugel! Nahe der Torauslinie gelegen, lenkte die Kugel einen Ball so ab, dass es Eckstoß für Werder gab. Bremen machte ein Tor, der HSV verlor und schied aus. Der Papierballen liegt heute unter Glas im Werder-Museum. Nicht in der Vitrine, sondern in Lichthöfen zeigen Museen riesige Dinoskelette. Saurier gegen Papierkugel: Da muss man nicht lange überlegen. 5:1 für die Dinos.

Abpfiff und Fazit: Ein Kantersieg für die echten Dinos. Einzig der Ehrentreffer verhindert die Schmach für den HSV. Da bleibt nur eines: Abstieg!

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