Schmadtke neuer Sportdirektor? : VfL startet Relegations-Vorbereitung mit Spekulationen

Jörg Schmadtke wird wohl Geschäftsführer Sport beim VfL Wolfsburg.
Jörg Schmadtke wird wohl Geschäftsführer Sport beim VfL Wolfsburg.

Erneut muss der VfL Wolfsburg in die Relegation. Die Vorbereitung auf die Spiele gegen Kiel wurden am Sonntag von Meldungen überlagert, in Jörg Scgmadtke stünde endlich ein neuer Sport-Geschäftsführer bereit. Noch gibt es keine Planung für die neue Saison.

shz.de von
13. Mai 2018, 14:19 Uhr

Den erneuten Klassenverbleib des VfL Wolfsburg in der Relegation muss Trainer Bruno Labbadia alleine schaffen, danach soll die Führungslosigkeit beim VW-Club aber eine Ende haben.

Nach übereinstimmenden Medienberichten und dpa-Informationen steht Jörg Schmadtke kurz vor einem Engagement als Sport-Geschäftsführer beim Drittletzten der Bundesliga.

«Kicker» und «Bild» berichteten, der 54 Jahre alte Düsseldorfer habe mit dem VfL eine grundsätzliche Einigung erzielt - unabhängig von der künftigen Liga-Zugehörigkeit. Clubchef Wolfgang Hotze wollte dies noch nicht bestätigen. «Wir werden uns zur Geschäftsführersuche in den nächsten 14 Tagen äußern», sagte Hotze der Deutschen Presse-Agentur. Der Deal ist noch nicht fix, die Gespräche sind aber weit fortgeschritten.

«Ich habe es noch von keinem bestätigt bekommen», sagte Labbadia am Sonntag. Eine Bestätigung der Personalie dürfte erst nach den Relegationsspielen am Donnerstag und Pfingstmontag gegen Holstein Kiel (jeweils 20.30 Uhr) erfolgen.

Der 52 Jahre alte Labbadia stellt nach der Trennung von Manager Olaf Rebbe vor gut zwei Woche derzeit quasi alleine die sportliche Führung dar. «Klar ist, dass ein Verein in der Position einen guten Mann braucht. Mehr will ich dazu nicht sagen», meinte Labbadia, der einen Tag nach dem 4:1 (1:1) gegen Absteiger 1. FC Köln am Samstag - dem ersten Heimsieg überhaupt im Jahr 2018 - mit der Vorbereitung auf die Relegation begann. Minutenlang sprach Labbadia am Sonntag zu Beginn des Trainings auf seine Spieler ein und schwor sie auf Kiel ein.

«Man weiß, das ist ein Endspiel. Das hat man der Mannschaft heute schon angemerkt», sagte Labbadia anschließend. Noch am Abend des Sieges gegen nicht bundesligataugliche Kölner war die Enttäuschung groß gewesen, trotz des Erfolgs wieder wie 2017 in die Relegation zu müssen. «Diesen Scheiß hätte ich nicht noch mal gebraucht», sagte Mittelfeldspieler Maximilian Arnold und Verteidiger Robin Knoche meinte: «Wir können uns für diese Leistung nicht feiern lassen.»

Nach einer Nacht Schlaf wurde aus der Enttäuschung Zuversicht. «Die Anspannung ist erstmal etwas abgefallen», bestätigte Labbadia, der den jetzigen Absteiger Hamburger SV 2015 in der Relegation gegen Karlsruhe gerettet hatte. «Ich weiß, was uns da erwartet», sagte er im Hinblick auf Kiel. «Die spielen guten Fußball und schießen nicht umsonst so viele Tore», warnte Labbadia vor dem Zweitliga-Dritten.

Auch in dieser Woche setzt der 52-Jährige auf Abschottung. Nur am Montag wird noch einmal öffentlich trainiert, danach ist Geheimhaltung angesagt. In der Tat wartet noch viel Arbeit auf Trainer und Team. Die Bilanz der Ära Labbadia macht insgesamt kaum Mut. Vor knapp drei Monaten übernahm Labbadia als dritter Coach in dieser Saison den VW-Club. In elf Spielen gelangen dabei zwei Siege.

Selbst wenn sich Wolfsburg wie im Vorjahr gegen Braunschweig wieder rettet, scheint unklar, ob Labbadia trotz gültigen Vertrages auch kommende Saison noch Trainer in Wolfsburg ist. Dies dürfte eine der ersten Entscheidungen Schmadtkes werden, auf den noch viel mehr Arbeit zukommt. Seit dem Ende der Ära von Klaus Allofs Ende 2016 gibt es keine Fußballkompetenz mehr in der VfL-Geschäftsführung.

Angesichts größerer VW-Probleme wurde die Suche des vom Konzern dominierten Aufsichtsrates nach neuen Geschäftsführern (zu) lange vernachlässigt. Mit fatalen Folgen. Bisher gibt es keine Planung für die neue Saison - egal für welche Liga. Wie hoch der Etat im Falle eines Abstiegs wäre, dürfte Schmadtke derzeit nur raten können. Nach dpa-Informationen ist die Höhe der jährlichen finanziellen VW-Zuwendungen an den VfL im Fall eines Abstieges noch unklar. Aktuell sind es rund 60 bis 70 Millionen Euro pro Jahr. Trotzdem kämpft der Club gegen Kiel gegen den ersten Abstieg überhaupt aus der Fußball-Bundesliga.

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