VfL: Schröder-Nachfolge schnell geregelt

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06. Februar 2012, 08:05 Uhr

Der Schockzustand beim VfL Bad Schwartau hielt nicht lange an. Nur sechs Tage nach dem überraschenden Rücktritt von Tobias Schröder, der Ex-Coach hatte nach dreimonatiger Amtszeit aus persönlichen Gründen seinen Posten niedergelegt, präsentierte der Zweitligist bereits am vergangenen Montag mit Torge Greve (Vertrag bis 30. Juni 2013) einen Nachfolger. Dabei stellte Michael Friedrichs gleich deutlich klar, dass es sich bei der Verpflichtung des 36-Jährigen, der zuvor beim Drittligisten TSV Altenholz unter Vertrag stand, nicht um eine Notlösung oder gar einen Schnellschuss handelt. "Wir haben uns gründlich beraten und dann bewusst für Torge Greve entschieden, wollen langfristig mit ihm arbeiten und natürlich primär den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga bewerkstelligen", so der VfL-Teammanager. "Dafür benötigen wir jemanden, der sich sowohl mit dem Zweitligahandball auskennt, einen Bezug zum Verein hat und auch Erfahrung im Abstiegskampf mitbringt. Alle diese Kriterien erfüllt der neue Trainer."

Zuvor kursierten noch Gerüchte, dass der ehemalige Schwartauer Kultkeeper Goran Stojanovic (war von 1999 bis 2002 in Diensten des VfL) nach seinem Zwischenstopp als Co-Trainer beim HSV Hamburg ein heißer Kandidat wäre. "Goran Stojanovic hat sich natürlich selbst auch ein bisschen ins Gespräch gebracht", klärt Friedrichs auf. "Ich persönlich habe aber mit ihm nicht gesprochen." Als Schall und Rauch erwiesen sich auch in den Medien spekulierte Personalien, wie die von Goran Suton. "Wir haben immer betont, dass wir einen Anwärter aus der Region verpflichten wollten", lässt der Teammanager der Ostholsteiner keinen Zweifel daran aufkommen, dass der bis Oktober 2011 im Dienste des Drittligisten Eintracht Baunatal Stehende, nie ein Gesprächsthema darstellte.

So verließen sich die Ostholsteiner bei ihrer Entscheidung über die Trainerauswahl auf ihr Bauchgefühl - und das unter Einbindung der Mannschaft. "Wir haben natürlich auch Spieler nach ihrer Meinung und Einschätzung gefragt", verrät Friedrichs. "Viele der Akteure kennen Greve noch aus den vergangenen Jahren, als er mit Altenholz gegen uns gespielt hat. Wir haben ein durchweg positives Feedback erhalten - das ist natürlich mit in unsere Entscheidung eingeflossen." Doch der reibungslose Ablauf des Wechsels des Ur-Altenholzers (13 Jahre, rund 700 Einsätze, mehr als 1500 Tore für den TSV) von Kiel nach Schwartau wäre sicherlich nicht so zügig zustande gekommen ohne tatkräftige Unterstützung des Lokalrivalen. "Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Verein, der sich auf einem guten vierten Rang in der 3. Liga befindet, seinen Coach ziehen lässt", weiß Friedrichs. "Der TSV hat unbürokratisch auf unsere Anfrage reagiert und beschlossen, ihrem Ex-Coach keine Steine in den Weg zu legen und ihm somit ermöglicht, eine neue Herausforderung anzunehmen. Dafür bedanken wir uns recht herzlich." So steht für Neu-Coach Greve, der parallel an seiner Trainer-A-Lizenz bastelt, vorrangig ein Ziel an: So schnell wie möglich die Abstiegsplätze mit dem VfL verlassen. "Ich bin überzeugt, dass das Team stark genug ist, um die Klasse zu halten", glaubt der 36-jährige fest an den Verbleib im Handballunterhaus. "Dass die Mannschaft überhaupt da unten steht, hat mich wirklich überrascht."

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