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Vor Europameisterschaft : Unprofessionelles Verhalten: Jogi Löw wirft Max Kruse aus Kader

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Aus der Onlineredaktion

Auf dem Schlussspurt zur Europameisterschaft in Frankreich fordert der Bundestrainer vor allem eines: Allerhöchste Disziplin. Für Max Kruse ist da kein Platz mehr – jedenfalls nicht bei den Testspielen.

shz.de von
erstellt am 21.Mär.2016 | 15:43 Uhr

Frankfurt/Wolfsburg | Joachim Löw hat den zuvor nominierten Wolfsburger Stürmer Max Kruse nachträglich aus dem Nationalmanschafts-Kader gestrichen. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag mit. Der 28 Jahre alte gebürtige Reinbeker sei seiner Vorbildrolle als Nationalspieler nicht nachgekommen. „Max hat sich zum wiederholten Male unprofessionell verhalten. Das akzeptiere ich nicht“, erklärte der Bundestrainer. Die Suspendierung betreffe zunächst die beiden Länderspiele gegen England und Italien. „Ich möchte Spieler, die sich auf den Fußball und die EM konzentrieren, auch zwischen den Spielen. Der Vorfall am zurückliegenden Wochenende widerspricht meinen Erwartungen“, betonte Löw.

Max Kruse ist der einzige Schleswig-Holsteiner, der sich noch Hoffnung auf die Europameisterschaft machen durfte. Bei Löw sollte er einer der Erben von Miroslav Klose werden. Doch ihm ist die Disziplin abhanden gekommen.

Kruse hatte seinen 28. Geburtstag am Samstagabend in einem Berliner Club gefeiert. Wie der Ex-St. Paulianer in der „Bild“-Zeitung (Montag) erklärte, sei er auf der Feier mehrfach ungefragt fotografiert worden. „Natürlich war ich irgendwann genervt und habe dann vielleicht unpassend reagiert“, wurde Kruse zitiert. Der Profi soll einer Frau das Handy weggenommen und Fotos gelöscht haben. „Die Europameisterschaft im Sommer wirft ihre Schatten voraus, dort haben wir mit der Nationalmannschaft große Ziele. Wir brauchen Spieler, die fokussiert und konzentriert und sich auch ihrer Vorbildrolle bewusst sind“, erklärte Löw. Der DFB-Chefcoach versammelt sein nun noch 26-köpfiges Aufgebot am Dienstag in Berlin.

Seit seinem Wechsel zum VfL Wolfsburg im vergangenen Sommer hat Kruse einiges dazu beigetragen, sein Image eines aufstrebenden, sich jährlich verbessernden Musterprofis zu ramponieren. Zudem stimmten seine Leistungen zuletzt nicht mehr. Der gebürtige Reinbeker wurde laut „Bild“ von seinem Verein zum zweiten Mal binnen einer Woche zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Im Sommer soll er einen Betrag von 75.000 Euro in einem Taxi liegen gelassen haben. Für den nächtlichen Ausflug mit der peinlichen Panne soll der Club ihn zu einer Strafzahlung von 25.000 Euro verdonnert haben.

Wölfe-Manager Klaus Allofs kritisierte das Verhalten seines Schützlings und machte klar, dass es so nicht weitergehen kann: „Wir haben mit aller Ernsthaftigkeit angesprochen, dass wir das nicht tolerieren können. Ich erwarte von Max, dass er seinen Beruf stärker in den Vordergrund stellt“. Man haben nach Bekanntwerden der Vorkommnisse mit Kruse über die Gesamtsituation gesprochen.

Kruse hatte sich innerhalb weniger Jahre stufenweise vom Zweitligakicker des FC St. Pauli zu einem der Spitzenverdiener des VfL Wolfsburg entwickelt. Über SC Freiburg war der Spätstarter zuvor zu Borussia Mönchengladbach gewechselt, wo er groß auftrumpfte und Nationalspieler wurde.

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