zur Navigation springen

Die Bundesliga-Kolumne : Top-Spiel, Still-Stand, Angriffs-Lust

vom

RB Leipzig ist eine Bereicherung für die Liga, der HSV bleibt eine Enttäuschung. Holstein Kiel überrascht weiter.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 07:13 Uhr

Bester Fußball: Dortmund gegen RB Leipzig

Leipzigs Spieler feiern ihren Sieg vor der Fankurve.
Leipzigs Spieler feiern ihren Sieg vor der Fankurve. Foto: Bernd Thissen
 

Rauf und runter. Ein Spiel voller Klasse und voller Emotionen. Zeitweise Weltklasse. Zeitweise Ausnahmezustand auf dem Rasen. Häufig Beifall auf offener Szene. Die Bundesliga im Rausch. Die Zuschauer außer Rand und Band. Die Herren Profis mit dem festen Willen, ihren beruflichen Auftrag zu erfüllen. Und zwar so, dass nicht ein Zuschauer die Höhe der Eintrittspreise kritisiert. Im Gegenteil: Die Spieler wurden bejubelt, gefeiert. Die Partie zwischen Borussia Dortmund und RB Leipzig, von Sky am Sonnabend zum Top-Spiel ausgerufen, erfüllte alle gehobenen Ansprüche eines Spitzenspiels. Da macht Fußball Spaß.

Dortmund und Leipzig machten Tempo und waren in der Lage, den Ball stets mitzunehmen. Bei aller Kritik am derzeitigen Abschneiden deutscher Clubs in den internationalen Wettbewerben – die Show am Samstagabend war von außergewöhnlicher Klasse. Mit einem glücklichen Ende für die Brause-Fußballer aus Leipzig. All dies macht Hoffnung auf eine interessante Saison. Auf einen womöglichen Dreikampf zwischen den Bayern, Borussia Dortmund und RB Leipzig. Weitere Aspiranten gibt es wohl nicht, auch nicht 1899 Hoffenheim mit dem weit überschätzten und angeblich vom FC Bayern umworbenen Jung-Trainer Julian Nagelsmann.

Dagegen wird Altmeister Jupp Heynckes ganze und gute Arbeit beim Rekordmeister leisten. Das 5:0 über den SC Freiburg war nur der Anfang. Der nächste Sieg ist nächsten Sonnabend in Hamburg eingeplant. Der HSV hat selbst einer müden Bayern-Elf nichts entgegen zu setzen. Die Zeiten, als diese beiden Vereine um die deutsche Meisterschaft spielten, sind nicht nur vorbei, sie werden auch auf Jahre nicht wiederkommen.

Schlechter Fußball: Mainz und der HSV

Hamburgs Torwart Christian Mathenia hat das Nachsehen beim 1:3.
Hamburgs Torwart Christian Mathenia hat das Nachsehen beim 1:3. Foto: Arne Dedert
 

Mainz war schlecht, der HSV war grottenschlecht. Dies ist das Fazit eines Bundesligaspiels, das keine Wiederholung wert ist. Mit desaströsen Torhüterleistungen auf beiden Seiten. Rene Adler gab sich alle Mühe, seinem Ex-Verein zu Punkten zu verhelfen. Die Hanseaten aber nahmen die Geschenke ihres früheren Angestellten nicht an. In Hamburg gibt es auch in dieser Saison kaum Zeichen auf Besserung. Trainer Markus Gisdol hat der Mannschaft keine Konturen geben können, die Truppe spult ihr Programm runter, als könne sie keine besseren Leistungen abrufen. Was denn wohl auch so ist.

Hinter den Kulissen beim HSV wird der Ton rauher. Während Markus Gisdol in seinen Statements weit von der Realität entfernt ist, beginnen die Ränkespiele. Es geht um die zukünftige Besetzung des Aufsichtsrats. Gesamtvereinsvorsitzender Jens Meier bringt sich in Position. Hamburgs Hafenchef. Von Fußball hat er keine Ahnung. Wie so einige im Umfeld des Noch-Bundesligisten.

Offensiver Fußball: Holstein Kiel wirbelt durch die 2. Liga

Was für ein Sturmlauf der KSV.
Überzeugend: Die Moral von Holstein Kiel. Foto: imago/foto2press
 

Kaum zu glauben, aber wahr: Holstein Kiels Sturmlauf durch die 2. Liga geht weiter. Der Aufsteiger gewann nach zweimaligem Rückstand mit 5:3 beim 1. FC Heidenheim und festigte nach dem siebten Sieg aus den vergangenen acht Partien den zweiten Tabellenrang. Welch ein Fußball-Märchen an der Kieler Förde.

Im Gegensatz zum HSV hat Holstein in Vorstand und Wirtschaftsrat Ratgeber, die sich einerseits mit Geld und andererseits mit dem Produkt Fußball sehr gut auskennen. Sie müssen aber noch ein zeitgemäßes Stadion bauen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen