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Neuer Eintracht-Coach : Thomas Schaaf wird Trainer in Frankfurt

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14 Jahre lang trainierte er Werder Bremen. Nun wechselt Thomas Schaaf erstmals zu einem anderen Verein. Eintracht Frankfurt präsentierte den Meistercoach von 2004 als Nachfolger von Armin Veh.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2014 | 15:02 Uhr

Frankfurt/Main | Thomas Schaaf wird neuer Trainer bei Eintracht Frankfurt. Nach 35 Jahren als Spieler, Jugend- und vor allem erfolgreicher Chefcoach bei Werder Bremen unterschrieb der 53-Jährige am Mittwoch einen Zweijahresvertrag bis 2016 bei der Eintracht. „Ich war sehr lange in einem Verein, jetzt kommt eine neue Aufgabe auf mich zu. Ich freue mich darauf und bin gespannt“, sagte er.

Die monatelange Suche nach einem Nachfolger für Armin Veh endete so mit einer Überraschung. Denn zuletzt waren vor allem Roberto di Matteo, Bernd Schuster und Thorsten Fink als aussichtsreichste Kandidaten auf den Trainerjob in Frankfurt gehandelt worden. Doch bei genauem Hinsehen passt Schaaf sehr gut in das vom Verein ausgegebene Profil, um die große Lücke zu füllen, die Veh hinterlässt. Er kennt die Bundesliga seit Jahren und lässt genau wie Veh einen offensiven Fußball mit hohem Wiedererkennungswert spielen.

„Man konnte in den letzten Jahren sehr gut verfolgen, auf welchem Weg Eintracht Frankfurt ist“, sagte Schaaf gegenüber „Eintracht TV“. „Sie haben sich fußballerisch weiterentwickelt, spielen einen interessanten und offensiven Fußball. Dafür stehe ich ja auch. Jetzt hoffe ich, dass wir diesen Weg weitergehen und festigen können.“ Zwischen 1999 und 2013 führte er die Bremer vor allem zum Double aus deutscher Meisterschaft und DFB-Pokal im Jahr 2004, aber darüber hinaus auch insgesamt fünfmal in die Champions League, zwei weitere Male zum Pokalsieg (1999, 2009) sowie 2009 bis ins Finale des UEFA-Cups. Weil solche Erfolge in den letzten drei Jahren seiner Bremer Zeit ausblieben, trennten der Verein und Schaaf sich vor einem Jahr noch vor dem letzten Spieltag der Saison 2012/13. Seitdem trat der Fußball-Lehrer öffentlich kaum noch in Erscheinung.

Im Dezember war er für mehrere Wochen beim FC Schalke 04 im Gespräch. Aber noch Anfang Mai erklärte er am Rande eines groß gefeierten Wiedersehens mit dem Meister-Team von 2004: „In verantwortlicher Position zu sein, das muss ich im Moment nicht haben.“ In Frankfurt tritt Schaaf eine sportlich schwierige Aufgabe an, denn die Eintracht verlor in den vergangenen Wochen nicht nur Veh, sondern auch die Leistungsträger Pirmin Schwegler (1899 Hoffenheim) und Sebastian Rode (Bayern München). Auch der Verbleib der bislang nur ausgeliehenen Joselu und Tranquillo Barnetta ist äußerst fraglich.

Zudem droht weiterhin der Weggang von Nationalspieler Sebastian Jung, dem ein lukratives Angebot des VfL Wolfsburg vorliegt. Viel Geld für neue Spieler ist in Frankfurt nicht vorhanden, der Etat von etwas mehr als 30 Millionen Euro wird gegenüber der vergangenen Saison kaum angehoben. Dafür kennt Schaaf den bislang einzigen Frankfurter Neuzugang sehr gut: Den serbischen Nationalspieler und Rode-Ersatz Aleksandar Ignjovski holte er 2011 noch zu Werder. „Wir müssen jetzt Stück für Stück sehen. Natürlich gehört da auch zu, mit Bruno Hübner und dem Vorstand abzustimmen, ob und in welcher Größenordnung wir noch Spieler dazubekommen“, meinte der neue Coach.Schaafs Vorgänger Veh hatte bereits im März erklärt, seinen auslaufenden Vertrag nach drei Jahren nicht noch einmal zu verlängern. In seine Amtszeit in Frankfurt fallen die Bundesliga-Rückkehr 2012, der Durchmarsch bis in die Europa League ein Jahr später und der Klassenerhalt in der gerade abgelaufenen Saison. Der erste Wunschkandidat Roger Schmidt entschied sich für einen Wechsel zu Bayer Leverkusen. Und auch der hoch gehandelte di Matteo zögerte eine Entscheidung zuletzt immer weiter heraus.

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