Die wichtigsten Fragen und Antworten : Telekom kauft Rechte für Heim-EM: Welche Spiele frei empfangbar sind

Magenta Sport: Bislang im Fußball in der 3. Liga aktiv. 2024 überträgt die Telekom die EM.
Magenta Sport: Bislang im Fußball in der 3. Liga aktiv. 2024 überträgt die Telekom die EM.

Die Telekom sichert sich die TV-Rechte der EM 2024. Was bedeutet das für die Zuschauer? Gehen ARD und ZDF leer aus?

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23. Oktober 2019, 19:47 Uhr

München | Wie sieht das Rechte-Paket genau aus? Die Vereinbarung über die Medienrechte mit der Europäischen Fußball-Union UEFA beinhaltet die exklusiven Verwertungsrechte für alle 51 Spiele. Das Kommunikationsunternehmen kann allerdings Sublizenzen verkaufen.

Und was hat das Ganze gekostet?

„Über Preise sprechen wir heute nicht“, sagte Telekom-Manager Michael Hagspihl. Wie in solchen Fällen üblich sei zwischen den Partnern Stillschweigen vereinbart worden. „Der Vertrag ist unterschrieben, wir sind stolz“, sagte er. Billig dürfte es nicht gewesen sein: Die Kosten für das Rechtepaket der EM im kommenden Jahr werden auf 150 Millionen Euro geschätzt – der Kontrakt für 2024 dürfte teurer sein.

Gibt es von der Heim-EM keine Spiele im Free-TV?

Doch! Alle Partien der deutschen Mannschaft sowie weitere EM-Begegnungen werden frei empfangbar sein, hieß es. Das gilt auch für die Halbfinalspiele und das Endspiel. Die Partien müssen laut Rundfunkstaatsvertrag unverschlüsselt gezeigt werden.

Wo kann ich die Spiele sehen?

Die Partien 2024 werden über die TV- und Streamingplattformen der Telekom übertragen. Knapp fünf Jahre sind es noch bis zur EM. Schon heute nutzen viele Menschen Streamingplattformen. 2024 dürfte der Prozentsatz derer, die TV-Angebote über das Internet nutzen, noch weiter angewachsen sein. Auch Hagspihl betonte: „Fernsehen ist nicht mehr nur linear.“ Für einige – vor allem ältere Menschen – dürfte es dennoch eine Umstellung sein.

Also gibt es keine EM-Spiele bei ARD und ZDF?

Das ist noch nicht ganz sicher. Die beiden TV-Anstalten haben die Chance, durch den Erwerb von Unterlizenzen doch noch Livebilder von dem Turnier zu zeigen. „Unser Interesse, die EM 2024 in irgendeiner Form im Programm zu haben, besteht weiter. Wir bleiben für Gespräche mit den neuen Rechteinhabern offen“, sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut. Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm teilte mit: „Wir sind weiterhin bereit, zu wirtschaftlich und programmlich akzeptablen Bedingungen Übertragungsrechte am Turnier zu erwerben, um der EM 2024, ihrer gesellschaftlichen Bedeutung entsprechend, die größtmögliche Verbreitung in Deutschland zu geben.“

Gibt es sonst noch Interessenten?

Auch der Privatsender RTL, der aktuell die Qualifikationsspiele der DFB-Auswahl für die paneuropäische EM 2020 übertragt, hält sich eine Entscheidung offen. „Mit Blick auf die EM 2024 warten wir nun erst einmal ab, welche Lizenzierungspläne die Telekom überhaupt verfolgt“, sagte ein Sprecher.

Wann entscheidet sich das alles?

Bis wann die Fans wissen, wo sie die EM-Spiele sehen können, ist offen. „Es gibt keinen konkreten Zeitplan für uns“, sagte Telekom-Manager Hagspihl.

Wie reagierte die UEFA?

Guy-Laurent Epstein, Marketingdirektor des europäischen Fußball-Verbandes, freute sich „so früh einen sehr starken Medien-Partner gefunden zu haben.“ Er betonte: „Wir sind überzeugt, dass die Deutsche Telekom ihren großen Beitrag leisten wird, das Groß-Ereignis zu einem bleibenden Erlebnis für alle Fans in Deutschland zu machen und damit zu einem vollumfänglichen Erfolg.“

Wieso macht die Telekom das?

Das Unternehmen ist seit Jahren im Sport unterwegs, zeigt unter anderem alle Spiele der Basketball-Bundesliga, der deutschen Eishockey-Liga DEL und der 3. Fußball-Liga. Mit den Rechten für die EM will die Telekom offenbar ihre Plattform Magenta-TV weiter pushen und Kunden mit einem attraktiven Angebot locken.

Wie kann ich Magenta-TV schauen?

Telekom-Kunden können Magenta-TV über einen Receiver am Ferneher schauen. Ohne Telekom-Anschluss kann man den Sender über eine Internetplattform oder eine APP empfangen. Es gibt diverse Abo-Modelle.

Eine EM ohne ARD und ZDF – gab es das schon einmal?

Nein. Die EM-Turniere waren bisher fest in der Hand von ARD und ZDF. Anders sieht es bei der Berichterstattung von WM-Endrunden aus. Bei der WM 2002 in Japan und Südkorea etwa hatte mit Sat1 erstmals auch ein deutscher Privatsender Spiele live übertragen. RTL hatte 2006 und 2010 einige Partien gezeigt. Der Pay-TV-Sender Premiere, der jetzt Sky heißt, war von 2002 bis 2010 dreimal dabei. dpa

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