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Bundesliga Kolumne : Sturm-Probleme, Trainer-Themen, Taxi-Geld

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Das war eine vermeidbare HSV-Niederlage.“ Sport-Chef Jürgen Muhl kommentiert den 26. Spieltag.

shz.de von
erstellt am 14.Mär.2016 | 07:24 Uhr

Unglückliche Niederlage: Mit leeren Händen musste der HSV gestern die Heimreise antreten. Eine überaus vermeidbare Niederlage bei einer verunsicherten Elf von Bayer Leverkusen. Wieder einmal lag es an der schlechten Chancenverwertung. Hamburgs Millionenstürmer versagen: Der für 8,5 Millionen Euro von Hertha BSC gekommene Pierre-Michel Lasogga ist nur noch zweite Wahl. Auch der für 3,5 Millionen Euro von Lech Posen verpflichtete Artjoms Rudnevs trifft nach einem kurzen Zwischenhoch nicht mehr. Und der im Vorjahr aus Hoffenheim für 2,5 Millionen Euro an die Elbe gewechselte Sven Schipplock sitzt zumeist auf der Tribüne.

Der HSV hat Probleme im Angriff und dürfte in der Sommerpause neue Millionen benötigen, um torgefährliches Personal einzukaufen.

Die große Angst: Eine Mannschaft hat sich bereits aus dem Abstiegskampf abgemeldet. Hannover 96 ist nicht gewillt, weiter dem Oberhaus anzugehören. Erneut leisteten Mannschaft und Trainer – was hat sich Thomas Schaaf mit dieser Mission nur angetan – einen Offenbarungseid. Und der Präsident gleich mit: 96-Alleinunterhalter Martin Kind stellte nach dem Abpfiff dem Trainer ein Ultimatum – Schaaf möge sich doch endlich erklären, ob er auch in der 2. Liga sein gut bezahltes Engagement fortsetze. Kind sollte sich stattdessen fragen, ob Schaaf in Hannover der richtige Mann ist. Offenbar kann der wortkarge und überaus empfindliche Trainer nur in Bremen erfolgreich arbeiten.

Außerdem muss sich Kind an seiner seit Jahren verfehlten Personalpolitik messen lassen. Die Trennung von Mirko Slomka und Manager Jörg Schmadtke war der größte Aussetzer des Augenoptik-Unternehmers. Danach begann eine Talfahrt, die am Saisonende in die 2. Liga führen wird.

Besser funktioniert es in Hoffenheim, wo der 28-jährige Julian Nagelsmann für frischen Wind sorgt. Der Club von Milliardär Dietmar Hopp war schon abgeschrieben und hat plötzlich wieder alle Chancen auf den Klassenerhalt. Was für ein Armutszeugnis für den VfL Wolfsburg, der sich nach seinem Erfolg in der Champions League gegen mittelklassige Belgier aus Gent selbst feiert und wenige Tage später in Hoffenheim komplett versagt. Dieter Heckings Grenzen werden aufgezeigt. Die teuerste Betriebsmannschaft der Republik macht es ihrem Geldgeber Volkswagen nach und präsentiert sich desolat.

Tief im Sumpf steckt auch Eintracht Frankfurt. Neu-Trainer Niko Kovac bleibt nicht viel Zeit, um Erstligareife herzustellen. Bangen müssen auch Werder, Darmstadt und Augsburg. Es könnte noch höchst dramatisch zugehen im Tabellenkeller. Gut für die Bundesliga angesichts der langweiligen Situation ganz oben.

Kleingeld im Auto: Es ist eine Geschichte, die sich im Herbst 2015 in Berlin ereignet hat und erst jetzt bekannt wurde. Sie zeigt, welches Verhältnis viele überbezahlte Profis zum Geld haben. Wolfsburgs Max Kruse hat nach einem nächtlichen Kneipenbummel in einem Taxi rund 75  000 Euro (fünfundsiebzigtausend) in bar liegen lassen. Der Verlust mag für Kruse verkraftbar sein. Der Vorgang lässt aber erahnen, dass manch ein Mitglied der verhätschelten Bundesliga-Gesellschaft sich selbst nicht mehr im Griff hat.

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