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Fußball-Europameisterschaft 2016 : Streiks und Sicherheit: Die Lage zu Beginn der EM in Frankreich

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Züge und Flüge fallen aus. Und auch beim Thema Sicherheit könnte die Geduld der Besucher strapaziert werden.

Paris | Bleiben Sie auf dem Laufenden: Alle Infos rund um die EM, Spielpläne und Liveticker finden Sie unter diesem Link.

Am Freitag beginnt die Fußball-EM in Frankreich - doch die Lage im Land ist angespannt. Die Gründe sind verschieden: Zum einen sind mögliche Terroranschläge Dauerthema, zum anderen sorgen Streiks bei der Bahn, Air France und der Müllabfuhr für Ärger. Eine Übersicht.

Streiks: Müll stapelt sich in Paris, Züge und Flüge fallen aus

Dieses Bild ist von Ende Mai - doch der Müll türmt sich noch immer in der französischen Hauptstadt.
Dieses Bild ist von Ende Mai - doch der Müll türmt sich noch immer in der französischen Hauptstadt. Foto: Imago
 

In vielen Pariser Straßen türmen sich Müllberge. Der Grund: Seit Tagen behindern Gewerkschafter mit Streiks und Blockaden die Arbeit der Müllabfuhr. Sie wollen damit die umstrittene Arbeitsmarktreform der Regierung stoppen. „Wir sind sehr besorgt über den Mangel an Sauberkeit in einer gewissen Zahl von Bezirken“, sagte der Erste Beigeordnete der Stadt, Bruno Jullliard.

Die Stadt hält das Einsammeln der Abfälle vor dem Hintergrund des zurückgehenden Seine-Hochwassers aus Gesundheitsgründen für besonders wichtig. „Darüber hinaus geht es um das Bild unseres Landes, das Bild unserer Hauptstadt“, sagte Julliard.

Doch nicht nur der Müll ist ein Ärgernis - auch ausfallende Züge und Flüge dürften die Nerven der anreisenden Fans auf die Probe stellen. Die französische Bahn hat Besuchern des EM-Eröffnungsspiels bereits geraten, wegen des anhaltenden Eisenbahnerstreiks möglichst früh zum Stadion zu fahren. Auch auf dem Rückweg nach dem Spiel am Freitagabend solle man Geduld haben.

Französische Eisenbahner streiken seit mehr als einer Woche gegen neue Arbeitszeitregelungen. Davon sind auch die Regionalbahnlinien RER B und RER D betroffen, die von der Innenstadt zum Stade de France nach Saint-Denis fahren.

Und auch Fans, die mit dem Flugzeug anreisen, könnten Probleme bekommen: Denn nach dem Scheitern von Verhandlungen mit Pilotengewerkschaften steht auch die französische Fluggesellschaft Air France vor einem Streik zum Auftakt der Fußball-Europameisterschaft. Das Unternehmen erwartet, dass an diesem Samstag 20 bis 30 Prozent ihrer Flüge ausfallen. Die Gewerkschaften hätten einen in der Nacht vorgelegten Vorschlag des Managements abgelehnt, sagte Air-France-Chef Frédéric Gagey.

Die Piloten wehren sich gegen Sparmaßnahmen, der Konflikt schwelt schon länger. Die Gewerkschaften hatten vergangene Woche Pilotenstreiks vom 11. bis 14. Juni angekündigt, falls das Management nicht einlenkt.

Wie wird für Sicherheit gesorgt?

 

Nach den Anschlägen, bei denen in Frankreich im vergangenen Jahr 149 Menschen getötet wurden, sind mögliche Anschläge während der EM ein Dauerthema. Französische Politiker sowie nationale und internationale Geheimdienste warnen in kurzen Abständen vor Anschlagsgefahr auf höchstem Niveau. Von konkreten Plänen war aber bisher nicht die Rede. In Frankreich herrscht seit den Attacken vom November ein Ausnahmezustand mit Sonderbefugnissen für die Sicherheitskräfte, der bis nach der EM und der Tour de France verlängert wurde.

Die Folge: Frankreich war noch nie so gesichert wie in diesen Tagen. Rund 90.000 Militärs, Polizisten, Gendarmen, Zivilschützer oder Feuerwehrleute stehen auf den Einsatzlisten der Verantwortlichen. Hinzu kommen etwa 13.000 private Sicherheitsleute für Kontrollen an Stadien und Fanmeilen. Um die Stadien sind drei Sicherheitszonen errichtet worden. Für Besucher heißt das auch: viel Zeit für die Anreise einplanen. An den Stadien und Fanzonen stehen zudem schwer bewaffnete Spezialeinheiten bereit.

Dennoch: EM-Cheforganisator Jacques Lambert schließt Spiele ohne Zuschauer wegen einer möglichen Terrorbedrohung nicht aus. „Wir sind alle Hypothesen durchgegangen und darunter müssen wir uns auch überlegen, Spiele hinter verschlossen Türen abzuhalten“, sagte der Franzose kurz vor beginn des Turniers. Lambert wies daraufhin, dass man für viele Szenarien Pläne habe. Diese beschränkten sich nicht nur auf die Sicherheitslage, sondern zum Beispiel auch auf Unwetter.

Beeinflusst das Thema Terrorangst auch die DFB-Elf?

 

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird sich nach Ansicht von DFB-Vizepräsident Rainer Koch nicht von der Angst vor Terroranschlägen beeinflussen lassen. „Ich glaube, die Mannschaft, das Management und die Coaches haben sich sehr intensiv auch mit der Frage befasst, wie die Spieler darauf vorbereitet werden. Was ich vermittelt bekomme, ist das jetzt kein Thema, man konzentriert sich auf die Spiele“, sagte der Spitzenfunktionär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitag dem Bayerischen Rundfunk.

Die Mannschaft werde „zumindest für diesen Moment“ bei ihrem EM-Auftritt alles ausblenden können, fügte Koch hinzu. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw startet am Sonntag in Lille gegen die Ukraine in das Turnier. Danach stehen zwei weitere Gruppenspiele in Paris gegen Polen und Nordirland an.

Nach Ansicht von Koch ist die Europameisterschaft in Frankreich nicht zusätzlich von Terror bedroht. Terror könne „überall in der Welt stattfinden, auch in jedem Ort in Deutschland“.

(Mit Material von dpa)

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erstellt am 10.Jun.2016 | 11:34 Uhr

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