Strand 08 bietet St. Pauli lange Paroli

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24. Januar 2011, 08:05 Uhr

"Es ist schon etwas Großartiges, sich mit einem Bundesligisten messen zu dürfen", freute sich NTSV-Coach Frank Salomon schon vor dem Anpfiff am Dienstagabend auf den prominenten Testspielgegner FC St. Pauli Hamburg und versprach: "Wir wollen möglichst lange gegenhalten und uns gut präsentieren vor unseren Fans."

Das gelang seiner Mannschaft. Nach einer starken ersten Halbzeit, in der Timmendorfs Keeper Denis Klassen den Profis aus Hamburg ein ums andere Mal den Schneid abkaufte, zollte der Gastgeber erst im zweiten Abschnitt seinen schwindenden Kräften Tribut und verlor am Ende mit 0:3 Toren.

"Wir sind erst eine Woche im Training, haben nur ein Test gegen die eigene Zweite absolviert", erklärte Salomon den kleinen Einbruch seines Teams, das über den Großteil der Partie aber hervorragend agiert hatte.

Zufriedenheit herrschte deshalb bei den Fans und Verantwortlichen der Timmendorfer. Die 800 Zuschauer in der Strand-Arena bedachten ihre Spieler reichlich mit Applaus und Trainer Salomon war voll des Lobes über sein Team. "Das war einfach sensationell von meinen Jungs. Sie haben alles umgesetzt und alles gegeben. Ich bin absolut zufrieden."

Bestätigung dafür gab es auch vom Urgestein der Hamburger - Trainer Holger Stanislawski. "Das war ein guter Gegner, der sich nicht nur hinten rein gestellt hat, sondern auch mitspielen wollte. Genauso hatte ich mir das vorgestellt", lobte der 41-jährige Coach den couragierten Auftritt des Fünftligisten. Von seiner "zweiten Garnitur" (Es kamen vornehmlich Spieler zum Zuge, die in der Partie gegen den SC Freiburg nicht über die volle Zeit zum Einsatz kamen) hatte er vor Beginn vor allem eines gefordert: " Die Jungs sollen mir zeigen, dass sie beim nächsten Spiel dabei sein wollen."

Dieses gelang allerdings nur bedingt. Zwar hatte der Bundesligist im ersten Abschnitt erwartungsgemäß mehr Ballbesitz und auch die eine oder andere Chance, doch die vereitelte Torwart Denis Klassen in "Weltklassemanier". Egal ob Gerald Asamoah (18./30.), Richard Sukuta-Pasu (26./40.) oder Fin Bartels, Klassen war immer zu Stelle und durfte sich zur Pause über die Null freuen. " So habe ich mir das persönlich vorgestellt", gab sich der 20-jährige dann auch in der Halbzeitpause selbstbewusst. "Erfreulich dass ein SH-Ligist auch mit einem Profiteam so gut mithalten kann."

Daran änderte sich auch im zweiten Spielabschnitt nicht viel, allerdings legte St.Pauli nun einen Zahn zu. Dabei bewies Coach Stanislawski ein gutes Händchen, wechselte mit Jan-Philipp Kalla den Spieler ein, der die Hamburger mit seinem Tor zum 1:0 (46.) auf die Siegerstraße führte. Danach legte Rouven Hennings mit einem Traumtor aus 22 Metern (51.) nach und Deniz Naki (87.) stellte den Endstand her.

"Das Ergebnis ist für mich nicht entscheidend", erklärte Holger Stanislawski nach dem Spiel. "Es ist auch nicht ausschlaggebend für die kommenden Wochen - aber ein Fingerzeig kann es sein."

Für NTSV-Trainer Frank Salomon war ein anderer Aspekt wichtig. "Auch wenn wir beim 0:1 nicht wach waren, danach ein Traumtor kassiert haben, habe ich viel Gutes gesehen. Spielen wir so in der Schleswig-Holstein-Liga weiter, müssen wir uns keine Gedanken machen."

NTSV Strand 08: Klassen (81. Manzow) - Zabel (81. N. Riemann), Starke (46. Kamke), Meyer (68. Plähn), Rehberg (81. Brennecke)- Karadas (81. Bolbrinker), Stahl (68. Ali), F. Osmani (46. Schlichte), Borja (68. Gohrke) - Tobleck (46. Huseni), Zeh (68. Vahl).

FC St. Pauli: Hain (46. Pliquett) - Drobo-Ampem (46. Kalla), Thorandt, Eger, Volz - Schultz, Daube - Hennings, Sukuta-Pasu, Bartels (46. Naki) - Asamoah (46. Bruns)

SR: Hahn (Kellenhusen).

Zuschauer: 800.

Tore: 0:1 Kalla (46.), 0:2 Hennings (51.), 0:3 Naki (87.).

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