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Bundesliga-Kolumne : Start-Schüsse, Mut-Macher, Los-Nummer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der HSV ist im Umbruch – entschuldigt das die Rückkehr in den alten Trott? „Es war ja nur das erste Spiel“ – Kommentator Jürgen Muhl zeigt sich versöhnlich.

shz.de von
erstellt am 17.Aug.2015 | 06:43 Uhr

Sehenswerter Auftakt: Tore, Tore, Tore. Nicht jeder Saisonstart in der Bundesliga-Geschichte war derart mit Treffern gesegnet wie dieser erste Spieltag. Während die fünf „Kisten“ der Bayern gegen einen harmlosen Hamburger SV als eine Art Pflichtübung eingeordnet werden können, hat sich der Revier-Fußball eindrucksvoll zurückgemeldet.

Alles andere als erwartungsgemäß beeindruckte Borussia Dortmund beim spektakulären 4:0-Auftaktsieg gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Mönchengladbach. Das Dortmunder Stadion verwandelte sich in ein Tollhaus, die Fans feierten die Wiederaufstehung ihrer Mannschaft. Schon wird der neue Coach Thomas Tuchel in den grauen Dortmunder Himmel gehoben. Während Vorgänger Jürgen Klopp in seinem Sylter Domizil Angebote aus England, Frankreich und der Bundesliga prüft, muss Tuchel auf irgendeinen Knopf gedrückt haben, den Klopp zuletzt nicht mehr gefunden hatte.

Der Bundesliga tut dies gut. Auch Schalkes Neustart in Bremen war von bemerkenswerter spielerischer Qualität geprägt. Schwarz-Gelb und Königsblau gehen geradezu euphorisch in die neue Saison. Wie auch die beiden Aufsteiger aus Darmstadt und Ingolstadt – deren offensive Marschrouten Freude beim Zusehen bereiten und noch so manche weitere Überraschung in Aussicht stellen.

Bemerkenswerte Startschüsse zum Saisonstart. Vor vollen Rängen, fast alle Stadien meldeten „ausverkauft“. In den Arenen wird ein neuer Star zu bewundern sein. Bayerns Neuzugang Douglas Costa. Gut, dass die englischen Milliarden-Clubs diesen pfeilschnellen Brasilianer nicht auf der Rechnung hatten.

Schöne Worte: „Wir müssen das Positive mitnehmen.“ Sagte HSV-Verteidiger Dennis Diekmeier nach dem erneuten Hamburger Debakel in München. Was meinte Diekmeier wohl damit? Eben jenes: „In der ersten Halbzeit standen wir gut und haben wenig zugelassen.“ Irgendwie ein nicht ganz ernstzunehmender Mutmacher.

„Wir sind voll im Umbruch, das wird uns nicht umwerfen“, analysierte Trainer Bruno Labbadia. Was in der Tat aus Hamburger Sicht zu hoffen ist. Und der wieder einmal enttäuschende Mittelfeldakteur Lewis Holtby hatte festgestellt, es sei „nur das erste Saisonspiel“ gewesen. Eine überaus korrekte Aussage eines HSV-Profis, der von seinem ersten Hamburger Tag an seiner Form hinterherläuft. Wie einige andere auch. Aber – es war ja nur das erste Spiel. 33 Begegnungen werden noch folgen. Und da sind zwei mögliche Relegationsspiele noch nicht einmal enthalten.

Weiter geht es auch in der Affäre um den Rucksack. Jener soll nach „Spiegel“-Informationen aus Peter Knäbels Stadion-Büro gestohlen worden sein. Die Merkwürdigkeiten nehmen zu.

Feiner Schachzug: Ein ausgesprochen gutes Los zog Skistar Felix Neureuther. Der prominente Bayern-Fan schickt den Rekordmeister schon in der zweiten Pokalrunde nach Wolfsburg. Ein Hammer-Spiel. Einen Zweitligisten als Heimspiel zugelost – das jahrelange Pokalglück ist den Bayern abhanden gekommen. Und das ausgerechnet herbeigeführt von einem Bayern. Eine richtig tolle Losnummer. So etwas wie ein Hauptgewinn.

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