zur Navigation springen

Mannschaft war unzufrieden : Sportfreunde Lotte: Neuer Trainer Corrochano tritt nach 13 Tagen zurück

vom
Aus der Onlineredaktion

Drei Trainer haben die Neuzugänge beim letztjährigen Pokalwunder Sportfreunde Lotte jetzt kennengelernt.

Osnabrück | Der nächste Paukenschlag bei den Sportfreunde Lotte: Der Fußball-Drittligist präsentierte am Donnerstagnachmittag, 16 Tage nach dem Abgang von Ismail Atalan zum VfL Bochum, den zweiten neuen Trainer innerhalb von zwei Wochen: Nach Oscar Corrochano, der noch das Dienstagstraining geleitet hatte und laut Verein um eine Vertragsauslösung bat, übernahm Marc Fascher die Führung der Mannschaft.

„Oscar hat uns mitgeteilt, dass er es nicht mehr macht. Da mussten wir handeln. Ich konnte seine Entscheidung nachvollziehen. Jetzt freuen wir uns riesig auf Zwickau“, sagte Lottes Obmann Manfred Wilke am Donnerstagnachmittag. Im Umfeld des Vereins gibt es aber durchaus Zweifel an dieser Version. Dort wird eine Entlassung von Corrochano nicht ausgeschlossen.

Mannschaft tat sich schwer mit Corrochano

Fakt ist: Die Lotter Mannschaft hatte sich vom ersten Moment an schwergetan mit Corrochano, der ganz im Gegensatz zu Atalan – und auch zu Fascher – ein zurückhaltender und eher introvertierter Typ ist. Seine vorsichtigere Spielausrichtung als unter dem Vorgänger kam ebenfalls im SFL-Kader nicht gut an. Auch wenn die Mannschaft es nicht bestätigt: Es ist offenbar mehr als ein Gerücht, dass Teile der Mannschaft bei Wilke vorstellig geworden waren, um ihre allseits große Unzufriedenheit mit dem Trainer kundzutun. Corrochano selbst war bislang für ein Telefonat nicht zu erreichen.

„Ich bin heute Vormittag von Manfred Wilke angerufen worden. Wir sind uns dann relativ schnell einig geworden“, sagte Fascher nach seiner ersten Trainingseinheit. Als Fascher bereits auf dem Weg gen Lotte war, wandte sich Corrochano letztmals an die Lotter Mannschaft. „Es ist ihm menschlich hoch anzurechnen, dass er sich noch persönlich von uns verabschiedet hat. Da hat Oscar Corrochano Größe bewiesen“, sagt Torwart Benedikt Fernandez.

Fascher: Kenne Mannschaft zu 80 Prozent

„Wir kennen Fascher seit zehn Jahren – und er uns“, sagte Wilke, der sich übrigens mit dem jungen Mittelfeldspieler Zidane Atalan auf einen Einjahresvertrag verständigt hat, über den neuen Trainer. „Ich kenne die 3. Liga und habe Lotte in der letzten Saison oft gesehen. Zu 80 Prozent kann ich die Mannschaft bereits gut einschätzen. Die letzten 20 Prozent kommen rasch über Einzelgespräche“, so Fascher, der in der Vergangenheit bevorzugt in einer 4-4-2-Formation spielen ließ. „Das lag an den jeweiligen Mannschaften. Ein guter Trainer richtet sich immer nach dem, was ihm zur Verfügung steht. Der Kader gibt sozusagen das System vor“, deutete der noch 48-Jährige an, dass er zumindest kurzfristig am 4-3-3 festhalten wird. „Die zweite Saison, wenn die Euphorie verflogen ist, ist für einen Aufsteiger immer am schwersten. Meine Aufgabe und mein Ziel sind, Lotte in der 3. Liga zu etablieren. Das ist eminent reizvoll.“

„Gejammert wird hier nicht“

Zwar gebe es günstigere Zeitpunkte für einen Trainer, ein Team zu übernehmen, aber das störe ihn nicht weiter. „Gejammert wird hier nicht“, sagte er. Das hatte er zuvor in seiner ersten Trainingseinheit auch seiner Mannschaft klargemacht, als er den Spieler lautstarke und unmissverständliche Ansagen zu seinen Ansichten unter anderem über Disziplin (auch nach Fehlentscheidungen des Unparteiischen), Passivität („Verstecken gibt es nicht“) und Ausstrahlung und Wirkung auf dem Platz („Ihr müsst die sein, die eklig spielen“) machte. Das Team dürfte einen Eindruck davon bekommen haben, warum sich Fascher in der Vergangenheit den Ruf erarbeitet hat, seine neuen Mannschaften schnell in den Griff bekommen zu haben.

Zuletzt in Kuwait

Die letzte Station von Fascher, der Tim Gorschlüter, Alexander Langlitz, Kevin Freiberger und André Dej nach dem ersten Training zum Gruppengespräch bat, war in Kuwait als Ko-Trainer beim Al-Salmiya Sports Club. In der Vergangenheit hatte er sich als Cheftrainer unter anderem bei Rot-Weiß Essen, Hansa Rostock und Preußen Münster einen Namen gemacht. Mit Torwart David Buchholz hatte Fascher einst in Münster zusammengearbeitet, mit Kevin Pires-Rodrigues, Langlitz und Freiberger bei Rot-Weiß Essen.

zur Startseite

von
erstellt am 28.Jul.2017 | 08:52 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen