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Platzkritik im DFB-Pokal : Spielausfälle: Noch Fußballplatz oder schon Kartoffelacker?

vom
Aus der Onlineredaktion

Wie in jedem Jahr wird im DFB-Pokal Kritik an den Platzverhältnissen in den unteren Ligen laut. Auch in SH gibt es Spielausfälle.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2015 | 17:38 Uhr

Bielefeld/Dresden | Borussia Dortmund steht im Viertelfinale. Das ist ein Grund zur Freude für die Fans. Nicht erfreut war am Pokalabend am Dienstag einer: Jürgen Klopp. Worum es ging? Den Rasen. „Wer will, dass Dresden aufsteigen will, der muss dafür Sorgen, dass hier ein anderer Platz herkommt“, sagte Klopp. Dresden sei so eine wunderschöne Stadt, der Rasen aber eine Frechheit. „Die Leute gucken draußen zu und wundern sich, warum die Spieler auf einmal nicht kicken können [...] das liegt am Platz, kann ich allen sagen. Die können alle viel besser spielen.“

Doch das Geläuf in Dresden ist nicht der einzige Problemrasen. Auch beim Kick auf der Alm, zwischen Werder Bremen und Arminia Bielefeld sorgte der 15 Jahre alte Rasen für Sorgen. Nicht grün, sondern eher braun war der Acker in Ostwestfalen. Norbert Meier, Trainer der Arminia, sagte dazu nur: „Das war ein Wembley-Rasen“. Ob Werder nur des Rasens wegen mit 1:3 ausschied, bleibt offen. „Auf dem Rasen haben wir nichts zustande gebracht“, sagte der Bremer Sebastian Prödl. Und Weltmeister Toni Kroos stellte fest:

Das Thema „Rasen“ ist wahrlich nicht neu. Jedes Jahr, wenn das Oberhaus des Fußballs bei den unterklassigen Vereinen zu Gast ist, erneuern sich die Beschwerden über Kampfäcker und Schlammplätze. Im Dezember 2011 tauschte Holstein Kiel extra für das Duell gegen Borussia Dortmund mehrere tausend Quadratmeter Rasen aus. Und auch der FC St. Pauli muss noch einmal aufrüsten: Der Rasen im Millerntorstadion ist zuletzt im März 2012 getauscht worden. Für die Rettung des sportlich angeschlagenen Clubs soll nun neuer Rasen her. 130.000 Euro soll das neue Grün kosten. Der bisherige hielt dem Abstiegskampf einfach nicht mehr stand. 

Auch in SH fielen nach der Winterpause mehrere Spiele aufgrund schlechter Platzverhältnisse aus. Meistens war allerdings das Wetter schuld. In der SH-Liga fielen am 23. Spieltag vier von neun Spielen aus. Außerdem wurden zwei Nachholspiele ebenfalls abgesagt. Darunter die SH-Liga-Nachholpartie zwischen FC Angeln 02 und der TSV Altenholz, die eigentlich für den 21. Februar angesetzt war. „Im Boden sitzt noch Frost, der Platz ist übersät mit Maulwurfshügeln“, berichtete Platzwart Wolfgang Briese über den Zustand der Spielstätte in Steinfeld noch im Februar. „Der Platz ist unbespielbar.“ Auch der Nachholtermin ließ keine Partie zu. Zu viel Regen.

In der Verbandsliga Nord-West konnte am ersten Spieltag nach der Winterpause nur ein Spiel stattfinden. Am vergangenen Wochenende fielen ebenfalls vier der neun Partien aufgrund unbespielbarer Platzverhältnisse aus.

In der Kreisliga Schleswig-Flensburg 1 mussten alle Nachholspiele des 19. Spieltages, die am vergangenen Wochenende stattfinden sollten, abgesagt werden. Ebenso wie andere Nachholspiele in den unteren Ligen im Norden Schleswig-Holsteins. Die Verbandsliga Süd-West startet die Restrunde erst am kommenden Wochenende. Bisher gibt es keine Spielabsagen.

Besser sieht es im Süden des Landes in den Kreisen Stormarn, Ostholstein, Herzogtum-Lauenburg und Lübeck aus. In der Verbandsliga Süd-Ost mussten nur zwei von neun Partien am vergangenen Wochenende abgesagt werden. Auch die Kreisliga Stormarn/Lauenburg ist seit zwei Spieltagen wieder dabei. Drei Partien wurden am vergangenen Wochenende abgesagt. Sonst konnten alle angepfiffen werden.

Die Kreisliga West ist bereits aus der Winterpause erwacht. In den Kreisen Steinburg und Dithmarschen wurden neben einigen Nachholpartien an den zwei bisherigen Spieltagen zehn Partien angepfiffen – sechs fielen aus. Darunter eine Nachholpartie.

Schlechte Platzverhältnisse ist man in den unteren Ligen vor allem zwischen Oktober und April gewöhnt. Haben die Bundgesligisten am Ende nur ein Luxusproblem?

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