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HSV im Abstiegskampf : Slomka: Die volle Dosis Zuversicht

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

HSV-Trainer Slomka stemmt sich weiter mit aller Macht gegen die Untergangsstimmung rund um den Club. Ein Heimsieg gegen Leverkusen ist heute Abend Pflicht.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 07:19 Uhr

Hamburg | Keine Angst. Keine Zweifel. Und erst recht keine Resignation. Im Gegenteil: Mirko Slomka gibt sich nach wie vor derart positiv, als ginge es für den Fußball-Bundesligisten Hamburger SV im Saisonendspurt um das Luxusproblem, ob noch ein Champions-League-Startplatz erreicht wird oder doch nur die Qualifikation für die Europa League. Der HSV-Chefcoach verströmt permanent gute Laune, schwärmt von der Trainingsarbeit seiner Mannschaft, lobt ausdrücklich die Fortschritte einzelner Spieler. Mit welcher Kraft er sich gegen die Untergangsstimmung stemmt, ist bemerkenswert. Aber natürlich weiß auch der 46-Jährige allzu gut, was die Stunde geschlagen hat. Es geht nicht um Champions oder Europa League. Es geht einzig um den Klassenerhalt, um die nackte Existenz des ruhmreichen Traditionsclubs. „Jedem ist klar, dass wir die Partie für uns entscheiden sollten, ja fast müssen“, gestand dann auch Slomka mit Blick auf das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen (heute, 20.30 Uhr), eine der wichtigsten Partien der Vereinsgeschichte.

Die Hanseaten, die auf dem vorletzten Tabellenplatz rangieren und zwei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz aufweisen, sind zum Siegen verdammt. Zumal ein Blick auf das Restprogramm (Hannover (A), Wolfsburg (H), Augsburg (A), München (H), Mainz 05 (A)) nichts Gutes verheißt: Abgesehen von Hannover 96 warten auf den HSV nur noch Gegner aus der oberen Tabellenhälfte. „Wir werden alles mobilisieren, um im Freitagabend-Spiel vorzulegen und damit den Druck auf die Konkurrenz zu erhöhen“, versprach Slomka.

Der Druck auf seine eigenen Spieler könnte unterdessen nicht größer sein. Der Ausverkauf des Kaders, die weitere Verschlechterung der schon jetzt desolaten Finanzlage – natürlich wissen auch Kapitän Rafael van der Vaart und Co., welch dramatische Folgen der erste Abstieg der Clubgeschichte für den HSV hätte. „Wir dürfen nur nicht verkrampfen, wir müssen die Ruhe bewahren“, appellierte Torhüter Rene Adler. Leicht gesagt, zumal die Personalsituation weiter angespannt ist: Neben den Langzeitverletzten Marcell Jansen, Slobodan Rajkovic, Maximilian Beister und Zhi Gin Lam fehlen gegen Bayer auch Ivo Ilicevic (Innenbandzerrung) und Torjäger Pierre-Michel Lasogga (muskuläre Probleme im Oberschenkel).

Die Verletzungsmisere zu bejammern, kommt für den positiven Slomka jedoch nicht in Frage. Stattdessen setzt der Mutmacher nach wie vor auf die volle Dosis Zuversicht. „Platz 15 ist weiter unser Ziel – und das mit voller Überzeugung“, betonte der Coach, der den HSV zumindest vor eigener Kulisse stabilisiert hat. Aus den letzten vier Heimspielen gab es acht Punkte.

Hoffnung macht zudem, dass auch bei Gegner Leverkusen längst nicht alles rund läuft. Das Team von Trainer Sami Hyypiä ist dabei, die schon sicher geglaubte Champions-League-Qualifikation noch zu verspielen. In der Rückrundentabelle belegt Bayer lediglich Rang 13, Ex-HSV-Star Heung-Min Son und Co. kassierten in diesem Jahr bereits sechs Niederlagen. Auch die Dienstreise an die Elbe gestaltete sich gestern diffizil: Wegen des Lufthansa-Streiks konnte die Werkself nicht wie geplant fliegen, sondern musste auf den Mannschaftsbus umsteigen.

Die voraussichtliche Aufstellung des Hamburger SV: Adler – Diekmeier, Djourou, Mancienne, Westermann – Arslan, Badelj – Jiracek (Rincon), van der Vaart, Calhanoglu – Zoua

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