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Fußball : Schwarze Serie lässt Frankreich zittern

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Franck Ribéry hat die direkte WM-Qualifikation von Frankreichs Fußballern fast schon abgeschrieben. «Wenn wir durch die Playoffs müssen, dann gehen wir das auch an», sagte der 30-Jährige vom FC Bayern München trotzig.

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 12:26 Uhr

Das blamable 0:0 im Qualifikationsspiel bei Georgien war bereits das fünfte Spiel in Serie ohne Sieg und auch ohne Tor für die «Bleus». In der Gruppe I verlor das Team von Trainer Didier Deschamps damit weiter an Boden auf Tabellenführer Spanien. Der Welt- und Europameister setzte sich in Finnland mit 2:0 durch und eilt mit drei Punkten Vorsprung der direkten Qualifikation entgegen.

Frankreich hingegen muss um die Teilnahme an der Fußball-WM 2014 in Brasilien bangen. Ribéry aber bleibt ruhig. Der Flügelflitzer des FC Bayern München - jüngst zu Europas Fußballer des Jahres 2013 gewählt, versicherte, man müsse «nur kleine Sachen im Sturm korrigieren», räumte aber auch ein, man sei «enttäuscht und niedergeschlagen». Um unter den acht besten Zweitplatzierten zu landen reicht den Franzosen wohl schon ein Sieg - entweder am Dienstag in Weißrussland oder beim letzten Qualifikations-Duell am 15. Oktober daheim gegen Finnland.

«L'Équipe» glaubt allerdings, dass beim Weltmeister von 1998 nun selbst die Playoffs «in Gefahr sind». «Kann dieses Team noch gewinnen?» und «Fehlt einfach Talent?», fragte das Sportblatt. Viele französischen Medien sind skeptisch. «Es ist zum Verzweifeln!», klagte die Zeitung «Le Dépêche», «Ouest-France» sprach von einer «traurigen Nacht» und «Le Nouvel Observateur» stellte besorgt fest: «Brasilien ist sehr weit entfernt». Vor dem Weißrussland-Spiel dürfe man «zu Recht zittern», meint die Hauptstadtzeitung «Le Parisien».

Fünf Spiele ohne einen einzigen Treffer - eine solche schwarze Serie hatte es in der Geschichte der «Équipe tricolore» noch nie gegeben. Bezeichnend für die schlechte Verfassung des Teams war, dass in Tiflis neben Ribéry der bald 34-jährige Eric Abidal nach Krebserkrankung und transplantierter Leber bester Mann der Gäste war. Die Franzosen vergaben vor 20 000 Zuschauern unzählige Torchancen, zeigten aber auch hinten Mängel. Der Schuss von Tornike Okriaschwili in der 49. Minute traf den Pfosten.

Die Doppelspitze mit Karim Benzema und Olivier Giroud hatte zwar hier und da Pech. Aber vor allem mit Real-Madrid-Stürmer Benzema, der seit 1217 Minuten und Juni 2012 (4:0 über Estland) nicht mehr getroffen hat, haben Fans und Medien inzwischen keine Geduld mehr. «Es reicht!», schrieb in großen Lettern «L'Équipe», das sogar forderte, irgendjemand solle Trainer Deschamps «per Schnellpost» einen treffsicheren Stürmer schicken. «Ich bin alles andere als zufrieden, aber es gibt keine Wundermittel», sagte der Coach schon fast resignierend.

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