zur Navigation springen

Fussball-Kolumne : Schluss-Verkauf, Welt-Auswahl, Fleiß-Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sind Müller und De Bruyne „unverkäuflich“? Und: Wie lange bleibt der HSV der „neue HSV“? Eine Kolumne von Jürgen Muhl.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2015 | 08:29 Uhr

Spekulationen: 100 Millionen Euro Ablöse für Thomas Müller.  100 Millionen Euro auch für Kevin De Bruyne. Angeblich. Manchester City und Manchester United sind  offenbar gewillt,  die  beiden Bundesliga-Stars mit dieser Summe auf die Insel zu holen. Noch ist der Schlussverkauf in vollem Gange, bis Ende August hat die Transferbörse geöffnet. Es bleibt also spannend, auch nach dem Bundesliga-Start am 14. August.

An  jenem  Freitagabend muss der Hamburger SV bei Bayern München antreten. Dem  Club von Thomas Müller. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat Müller für unverkäuflich erklärt. Wie auch Wolfsburg-Geschäftsführer Klaus Allofs einen Verkauf von De Bruyne zu 99,9  Prozent ausschloss. Ein „unverkäuflich“ hat im Fußballgeschäft allerdings nur ganz selten  Bestand gehabt –  und bei 99,9 Prozent bleibt immer noch ein Hintertürchen.

Die Bundesliga hat gegenüber der englischen Premier League an Millionen, ja, an Milliarden verloren. Weil das Pay-TV den englischen Clubs weitaus mehr bezahlt,  als es in Deutschland der Fall ist. Was sagt uns das? Erstens, dass auch die deutschen Vereine in Zukunft mehr verlangen und auch mehr erhalten werden vom Bezahlfernsehen – und auch von ARD und ZDF.  Das heißt dann zweitens,  dass wir als Verbraucher kräftiger zur Kasse gebeten werden. Und drittens? Es wird eine weitere Zerstückelung der Spieltage geben. 1. Bundesliga  am Montagabend? Auch das wird kommen. Weil die TV-Sender es so wollen.

Konzern-Fußball: Volkswagen hat den ersten Titel  der neuen Saison gewonnen. Gegen Adidas, Audi und Telekom. Gegen das Konsortium des FC Bayern München im Supercup-Endspiel. Jeweils eine Weltauswahl auf beiden Seiten. Wobei der FC Bayern diesen Cup, nach Meisterschaft und Pokal der bedeutendste nationale Wettbewerb, nun schon zum dritten Mal in Folge nicht gewonnen hat. Das wird den Rekordmeister zwar nicht ins Mark treffen, aber es wird ihn ärgern. Sollte Volkswagen den Kampf um die deutsche Meisterschaft offen halten können, hätte zumindest die Bundesliga in der neuen Saison an Spannung gewonnen.

Bescheidenheit zieht ein: Der HSV hat in der Vorbereitung deutliche Signale gesendet. Von der Champions League, von der Europa League spricht keiner mehr, der mit der Raute auf der Brust aufläuft oder sie im Herzen trägt. Dies trifft auch auf Bruno Labbadia zu, der sich bemüht, Bescheidenheit und Zurückhaltung vorzuleben und auf Fleiß setzt. Was beim Testspiel des HSV gegen Aalborg BK in Flensburg deutlich wurde.

Die Profis scheinen dies zu begreifen. Es ist ein neuer HSV, der nach seinen Glücksspielen in den vergangenen beiden Jahren offenbar begriffen hat, dass ein dritter Versuch auf dieser Basis durchaus misslingen könnte. Dieser HSV ist ein anderer. Hoffentlich bleibt es so.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen