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Fußball : Schalkes neue Gangster-Gang: Prince Boateng gefeiert

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Kevin-Prince Boateng hat den FC Schalke 04 wach geküsst. Mit 2:0 schafften die Königsblauen im Westderby gegen Bayer Leverkusen den ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga. Nach dem Einzug in die Champions League und dem Befreiungsschlag ist die Erleichterung groß.

Den Scherz von Felipe Santana fand Kevin-Prince Boateng gar nicht lustig. «Wir sind Fußballspieler und keine Gangster», sagte der 26 Jahre alte Millionen-Einkauf nach seinem starken Debüt im Trikot des FC Schalke 04 beim 2:0 gegen Bayer Leverkusen streng.

«Wir sind erwachsene Männer und haben Familie, da hat das Wort Gangster nichts zu suchen.» Boateng will seriöse Arbeit abliefern und nicht wieder das Bad-Boy-Image angeheftet bekommen.

Neu-Kollege Santana hatte es in der Euphorie des ersten Bundesliga-Saisonsieges der «Königsblauen» gar nicht böse gemeint, sondern mit seiner flapsigen Äußerung nur auf die angewachsene Zahl der großflächig tätowierten Schalke-Profis gemünzt. «Jetzt spielen hier nur noch Gangster: Jermaine Jones, Jefferson Farfan, Boateng und Santana», sagte der Neuzugang von Borussia Dortmund.

So oder so. Im Westschlager jagten die Schalker mit Boateng und dem beim Hamburger SV in Ungnade gefallenen und für ein Jahr ausgeliehenen Dennis Aogo den bieder agierenden Werks-Profis mit ihrer Abgezocktheit genug Angst ein. «Ich bin superglücklich, habe versucht, mich reinzuhängen und der Mannschaft zu helfen. Meine Leistung war okay, aber da ist noch Luft nach oben», sagte Boateng, der knapp 30 Stunden nach seiner Verpflichtung vom AC Mailand in der Startelf stand. «Ich war überrascht, von Anfang an zu spielen. Das ist das Vertrauen, das mir der Verein gibt», meinte der von den Fans gefeierte Hoffnungsträger.

Nicht nur die 61 973 Zuschauer, die Prince Boateng schon wie einen König feierten und ihm in der 65. Minute das von Bayer-Keeper Bernd Leno verhinderte Kopfballtor gegönnt hätten, waren begeistert von seinem Einstand. «Dass er mit so einer Qualität so ein Spiel abgeliefert hat, spricht für sich. Er wird noch sehr wichtig für uns werden», meinte Marco Höger, der nach dem Freistoß von Farfan das 1:0 (30. Minute) erzielt hatte. Der überragende Peruaner sorgte selbst per Foulelfmeter (83.) für das 2:0.

«Er ist ein sehr schlauer Spieler, so einer hat uns gefehlt», lobte auch Schalke-Torwart Timo Hildebrand den für zwölf Millionen Euro verpflichteten Boateng. Erleichtert und zufrieden war 04-Trainer Jens Keller über die Auftritte von ihm und Aogo. «Kevin hat eine wahnsinnige Präsenz gezeigt und Dennis war ein Glücksgriff», meinte er. «Die zwei Verpflichtungen haben uns gut getan. Sie waren genau die richtigen, die wir gebraucht haben.»

Für die Kritik über die Quälerei bei der glücklich ausgegangenen Qualifikation für die Champions League gegen PAOK Saloniki und nach den drei sieglosen Liga-Partien zeigte er Verständnis. «Wenn man als Schalke 04 mit nur einem Punkt in die Bundesliga startet, dann bekommt man teilweise zurecht auf die Nase», sagte Keller. Deshalb ist es eine Erleichterung.»

Auch Schalke-Manager Horst Heldt, dem der Coup mit Boateng gelang, fühlte sich von einer großen Last befreit. «Die Woche hat einige Jahre gekostet, der Druck war groß. Und wenn man dann Leverkusen vor der Brust hat, ist einem schon mulmig», bekannte er. «Es ist gut, dass alles geklappt hat. Ich möchte nicht wissen, was los gewesen wäre, wenn es nicht gut gegangen wäre.»

Nicht ausgeschlossen ist, dass Schalke bis zum Transferschluss am Montag noch einmal zuschlägt, wenn Tranquillo Barnetta sich für einen Wechsel nach Italien entschließen sollte. «Wir haben genügend Joker in der Hand, um noch etwas zu machen», erklärte Heldt, schränkte jedoch ein: «Wenn keiner geht, kommt auch keiner mehr.»

Ratlosigkeit herrschte nach der ersten Saisonniederlage bei Bayer 04. «Ich weiß nicht, was heute los war. Niederlagen gehören dazu», fiel Leverkusens Trainer Sami Hyypiä zu dem ideen- und kraftlosen Auftritt nur ein. «Das war unsere schwächste Leistung. Wir haben viel zu pomadig gespielt», kritisierte Bayer-Sportchef Rudi Völler nach der ersten Pleite nach drei Siegen. «Das wirft uns nicht um, aber es ist eine bittere Niederlage, die nicht hätte sein müssen.»

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erstellt am 01.Sep.2013 | 10:26 Uhr

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