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DFB ist alarmiert : Russland schränkt kritische Berichterstattung bei Confed-Cup ein - Fifa reagiert

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Der Weltfußballverband behauptet, sich für freie Arbeitsmöglichkeiten akkreditierter Reporter einsetzen zu wollen.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2017 | 15:11 Uhr

Moskau | Russland ist wegen möglicher Einschränkungen bei den Medien-Akkreditierungen für den Fußball-Confederations Cup im Sommer in die Kritik geraten. Journalisten dürften ausschließlich nur über das Turnier und „damit verbundene Ereignisse berichten“ und nur „auf dem Gebiet der Spielorte und nahegelegener Sehenswürdigkeit tätig sein“, zitierte die „Bild“-Zeitung aus einem Schreiben, das mit der Akkreditierungsbestätigung verschickt wurde. Der Fußball-Weltverband FIFA stellte die Bedingungen für eine Akkreditierung klar und versprach Journalisten freie Arbeitsmöglichkeiten an Spielorten.

Die Pressefreiheit wird in Russland immer wieder ausgehöhlt, kritische Journalisten oder Stimmen landen auch schon mal im Gefängnis. So hatte etwa bei den Olympischen Spielen in Sotschi die regimekritische Band „Pussy Riot“ demonstriert und war dafür festgenommen worden.

„Journalisten, die eine FIFA-Akkreditierung für den FIFA Konföderationen-Pokal erhalten, können an den Spielorten und in den umliegenden Gebieten ohne jede Einschränkung frei arbeiten“, teilte die FIFA in einem gemeinsamen Statement mit dem Organisationskomitee am Dienstag auf Anfrage mit.

Wegen möglicher Einschränkungen für Journalisten beim Confederations Cup in diesem Sommer hatte es deutliche Kritik aus dem deutschen Fußball, Journalistenverbänden und der Politik gegeben.

DFB-Präsident Reinhard Grindel kündigte in der „Bild“ an, dass er sich bei der FIFA-Councilsitzung am 9. Mai in Bahrain dafür einsetze, dass die Journalisten beim Confed Cup frei berichten können. „Es wäre ein wichtiges Signal für die WM 2018, wenn schon beim Vorbereitungsturnier das russische Organisationskomitee deutlich macht, dass es keine Einschränkungen der Pressefreiheit gibt“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

In der Rangliste der Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ nimmt Russland Platz 148 ein. Für die Arbeit in Russland können ausländische Journalisten aber auch eine Akkreditierung beim Außenministerium in Moskau beantragen.

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