Das Restprogramm in der dritten Liga : Relegation oder direkter Aufstieg: Kiel vor dem Wunder von Holstein

Manuel Schäffler (links) beglückwünscht Hauke Wahl zu dessen Treffer zum 1:0 gegen Erfurt.
Manuel Schäffler (links) beglückwünscht Hauke Wahl zu dessen Treffer zum 1:0 Anfang März gegen Erfurt. Das Spiel endete 3:1 für Kiel.

In der dritten Liga können nur noch die Stuttgarter Kickers den Relegationsplatz der Kieler gefährden. Reicht es noch für Platz 2 – und wenn nein: Wer könnte als Relegationsgegner kommen?

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05. Mai 2015, 15:16 Uhr

Kiel | Holstein Kiel ist nah dran an der Sensation und kann aus eigener Kraft aufsteigen. Noch drei Spiele sind in der dritten Liga zu absolvieren, neun Punkte sind noch zu vergeben. Kiel muss dabei allerdings noch gegen die direkte Konkurrenz spielen. Der MSV Duisburg will Platz 2 der Tabelle verteidigen. Kiel will ihn erobern. Ärgern könnten aber auch noch die Stuttgarter Kickers. Die wollen nämlich mit einem Wunder noch den Relegationsplatz erreichen. So sieht die aktuelle Situation in der Tabelle aus:

Die Tabelle vor dem 36. Spieltag Punkte Torverhältnis Rückstand/Vorsprung
1. Platz (Aufstieg): Arminia Bielefeld 69 +33 5 Punkte auf Relegationsplatz
2. Platz (Aufstieg): MSV Duisburg 65 +20 1 Punkt auf Relegationsplatz
3. Platz (Relegation): Holstein Kiel 64 +23 1 Punkt auf Aufstiegsplatz
4. Platz: Stuttgarter Kickers 58 +11 6 Punkte bis zum Relegationsplatz
5. Platz: Preußen Münster 54 +7 10 Punkte bis zum Relegationsplatz

Preußen Münster auf Platz fünf der Tabelle hat keine Möglichkeit mehr, in das Aufstiegsrennen einzugreifen. Mit zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz bei verbleibenden drei Spielen, können nur noch die Stuttgarter Kickers Holstein Kiel vom Relegationsplatz verdrängen. Bei sechs Punkten Rückstand und einem schlechteren Torverhältnis müssten die Kickers allerdings alle drei Spiele für sich entscheiden – und das gerne torreich. Holstein Kiel dürfte sich dann allerdings keine gröberen Patzer mehr erlauben. Ein Sieg würde der Elf von Trainer Karsten Neitzel reichen, um den Relegationsplatz zu verteidigen. Dann allerdings entscheidet noch das Torverhältnis. Auch drei Unentschieden der Kieler würden theoretisch reichen, um Platz 3 zu behaupten. Bei einem möglichen Punktegleichstand mit Kiel würde am letzten Spieltag das Torverhältnis entscheiden. Darin dürften - sollte nicht allzu viel schiefgehen - die Stuttgarter Kiel nicht überholen. Da beide Mannschaften am letzten Spieltag aufeinandertreffen ist Brisanz in dem Duell.

Restprogramm Holstein Kiel:
36. Spieltag, Samstag, 9. Mai, 14 Uhr: Holstein Kiel gegen Fortuna Köln
37. Spieltag, Samstag, 16. Mai, 13.30 Uhr: MSV Duisburg gegen Holstein Kiel
38. Spieltag, Samstag, 23. Mai, 13.30 Uhr: Holstein Kiel gegen Stuttgarter Kickers

Kiel spielt am Samstag gegen den Tabellen-13. Fortuna Köln. Für die Kölner geht es um nichts mehr. Die Mannschaft hat mit dem Abstieg nicht praktisch nur noch wenig zu tun, könnte aber mit einem Sieg oder einem Punkt gegen Kiel den Abstand zum Abstiegsplatz auf sichere acht oder zehn Punkte vergrößern. An den letzten beiden Spieltagen spielt Kiel dann gegen die direkte Konkurrenz. Die Kickers müssen zuvor gegen Erfurt (Platz 12) und Preußen Münster (Platz 5) antreten. Für beide Teams geht es um nichts mehr.

Restprogramm Stuttgarter Kickers:
36. Spieltag, Samstag, 9. Mai, 14 Uhr: Preußen Münster gegen Stuttgarter Kickers
37. Spieltag, Samstag, 16. Mai, 13.30 Uhr: Stuttgarter Kickers gegen Rot-Weiß Erfurt
38. Spieltag, Samstag, 23. Mai, 13.30 Uhr: Holstein Kiel gegen Stuttgarter Kickers

Um einen direkten Aufstiegsplatz zu erreichen, müsste Holstein Kiel im besten Falle drei Mal punkten, dann hätte der MSV keine Chance. Beide Teams spielen am 37. Spieltag gegeneinander. Hier könnte eine Vorentscheidung um den sicheren Aufstiegsplatz fallen. Da die Tordifferenz nur um drei Treffer unterschiedlich ist und beide Teams nur ein Punkt in der Tabelle trennt, bleibt es spannend und Tabellenrechnungen lohnen kaum. Fest steht: Wer die Nerven behält, sichert sich den direkten Aufstiegsplatz.

Der MSV Duisburg ist wie die Stuttgarter Kickers ebenfalls noch in Erfurt zu Gast. Am letzten Spieltag müssen die Duisburger dann nach Wiesbaden, die im Niemandsland der Tabelle stehen.

Restprogramm MSV Duisburg:
36. Spieltag: Sonntag, 10. Mai, 14 Uhr: Rot-Weiß Erfurt gegen MSV Duisburg
37. Spieltag, Samstag, 16. Mai, 13.30 Uhr: MSV Duisburg gegen Holstein Kiel
38. Spieltag, Samstag, 23. Mai, 13.30 Uhr: SV Wehen Wiesbaden gegen MSV Duisburg

Arminia Bielefeld ist theoretisch noch von der Tabellenspitze zu verdrängen. Mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz, kann zwar sogar Kiel noch die Tabellenspitze erobern, dafür müssten aber sowohl Duisburg als auch Bielefeld in den letzten Spielen verlieren. Holstein müsste alle verbleibenden Partien gewinnen. Selbst wenn sich am Ende ein Punktegleichstand mit Bielefeld ergeben sollte, müsste das Torverhältnis entscheiden. Augenblicklich hat Arminia Bielefeld ein Plus von 10 Treffern gegenüber Holstein Kiel auf dem Torkonto, könnte also bei drei Kieler Siegen auch einmal verlieren und einmal unentschieden spielen. Bielefeld reichen sogar drei Unentschieden, wenn Kiel zwei Siege und ein Unentschieden holen sollte. Arminia hat dabei das vermeintlich einfachste Restprogramm. Gegen Wiesbaden (9.), Regensburg (Platz 20, abgestiegen) und Großaspach (Platz 14) warten Gegner, die sich höchstens noch mit einem positiven Ergebnis aus der Saison verabschieden möchten. Sportlich geht es um nichts mehr.

Restprogramm Arminia Bielefeld:
36. Spieltag, Samstag, 9. Mai, 14 Uhr: SV Wehen Wiesbaden gegen Arminia Bielefeld
37. Spieltag, Samstag, 16. Mai, 13.30 Uhr: Arminia Bielefeld gegen Jahn Regensburg
38. Spieltag, Samstag, 23. Mai, 13.30 Uhr: SG Sonnenhof Großaspach gegen Arminia Bielefeld 

Spannender ist hingegen die Frage, gegen wen Holstein Kiel – sollte es am Ende der Relegationsplatz sein – antreten muss. In der zweiten Liga sind der Tabellenkeller und auch das Mittelfeld der Liga sehr dicht beieinander. Sowohl der VfR Aalen (Platz 18, 28 Punkte), 1860 München (Platz 17, 30 Punkte), Erzgebirge Aue (Platz 16, 31 Punkte), St. Pauli (Platz 15, 31 Punkte) und Greuther Fürth (Platz 14, 34 Punkte) könnten Gegner von Holstein Kiel in der Relegation werden. Drei Spieltage vor Schluss ist auch in der zweiten Liga weiterhin alles offen. Denn auch der FSV Frankfurt (13. Platz, 36 Punkte) sowie Sandhausen und VfL Bochum (Platz 12 und Platz 11, beide 38 Punkte) und Nürnberg und Heidenheim (Platz 10 und Platz 9, beide 39 Punkte) könnten rein rechnerisch noch auf den Relegationsplatz abstürzen. Dafür müssten allerdings alle drei Spiele verloren gehen, während die Konkurrenz punktet. Der FC St. Pauli muss allerdings noch gegen die Bundesliga-Aufstiegskandidaten Kaiserslautern (2. Platz) und Darmstadt (Platz 3) antreten. Am 33. Spieltag gastiert der Vfl Bochum (11.) am Millerntor. Kein leichtes Restprogramm für den Traditionsclub.

Sollte Kiel den Aufstieg schaffen, könnte es in der kommenden Saison zu einem Duell gegen den Hamburger Sportverein kommen. Der hat sich mit zuletzt zwei Siegen zwar etwas Luft im Bundesliga-Abstiegskampf verschafft, ist aber noch nicht gerettet. Der HSV hat drei Spieltage vor Ende gerade einmal einen Punkt Abstand auf einen direkten Abstiegsplatz. Unten stehen der VfB Stuttgart (27 Punkte), Hannover 96 (30 Punkte) und der SC Freiburg (Relegationsplatz, 30 Punkte). Dann folgen Paderborn und Hamburg (beide 31). Auch Hertha BSC (34), Eintracht Frankfurt (36), Köln (36) und Mainz auf Platz 10 (37 Punkte) sind rein rechnerisch noch abstiegsgefährdet.

In den direkten Duellen spielt der HSV noch gegen die ebenfalls abstiegsgefährdeten Freiburger und gegen Schlusslicht Stuttgart. Hier gilt es zu punkten. Die Mannschaft von Bruno Labbadia hat es jetzt selbst in der Hand. Am letzten Spieltag wartet mit Schalke noch ein Europaleague-Kandidat. Paderborn muss es noch mit Wolfsburg, Schalke und Stuttgart aufnehmen, Hannover 96 trifft auf Werder Bremen, Augsburg und Freiburg. Letztere spielen am 33. Spieltag ausgerechnet noch gegen Bayern.

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