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Fußball Champions League : RB Leipzig siegt historisch, BVB Dortmund vor dem Aus

vom

Leipzig gewinnt gegen Porto. Dortmund spielt Unentschieden gegen zweitklassigen Verein Apoel Nikosia.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 08:32 Uhr

Leipzig/Nikosia | Diese Erkenntnis nach dem historischen ersten Sieg in der Champions League dürfte nicht nur RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl optimistisch nach vorne schauen lassen. Denn das 3:2 (3:2) in der Königsklasse gegen den FC Porto offenbarte: Der teils spektakuläre Hochgeschwindigkeits-Fußball, mit dem die Sachsen in der Vorsaison die Bundesliga aufmischten, greift nun auch immer besser im Konzert der ganz Großen. „Ich glaube, wir sind in der Champions League angekommen“, sagte Hasenhüttl nach dem „historischen Moment“.

 

Vor allem im ersten Durchgang war RB kaum zu bremsen: Schnörkelloses, schnelles Spiel nach vorne, Pässe in die Tiefe, Chancen in Serie, aggressives Gegenpressing - die Tore von Kapitän Willi Orban (8. Minute), Emil Forsberg (38.) und Jean-Kévin Augustin (40.) vor 41.496 Zuschauern waren da nur die logische Konsequenz.

Doch so gut die Offensive, so anfällig war noch die Defensive. Bei den beiden Treffern für den 27-maligen portugiesischen Meister durch Vincent Aboubakar (18.) und Iván Marcano (44.) war die RB-Abwehr nicht auf der Höhe. „Wenn wir die Leichtsinnigkeiten hinten auch in die Griffe kriegen, haben wir eine schöne Zukunft vor uns“, sagte Hasenhüttl, der in der 75. Minute Stürmer Timo Werner brachte. Der zuvor angeschlagene Nationalspieler lief erstmals seit dem 26. September wieder auf.

Wie Werner waren drei Tage zuvor beim 3:2-Sieg bei Borussia Dortmund auch Forsberg und Orban geschont worden. Und Hasenhüttls Taktik ging voll auf. Forsberg war der überragende Mann auf dem Platz, Orban erzielte sein erstes Tor in der Königsklasse. Der Kader ist in der Breite so gut aufgestellt, dass der Coach bedenkenlos rotieren kann - ohne Qualitätsverlust.

 

Zudem greifen die Automatismen auch auf internationalem Niveau immer effektiver: Zu sehen bei Bruma und Kevin Kampl, die sich immer besser in die RB-Maschinerie integrieren. Und die Anfangsnervosität weicht immer mehr der Erkenntnis: RB kann auch auf internationalem Top-Niveau nicht nur mithalten, sondern punkten und siegen.

Die Chancen der Leipziger als nun Gruppen-Zweiter auf das Achtelfinale sind gestiegen. „Wir wollen in der Champions League überwintern“, gab Marcel Sabitzer die Marschroute vor.

Die BVB Pleite

Leipzig siegt erstmals in der Champions League. Dortmund spielt Unentschieden gegen zweitklassigen Verein Apoel Nikosia.
Die BVB-Stars um Mario Götze (M.) verließen nach dem 1:1 enttäuscht den Rasen. Foto: Angelos Tzortzinis/dpa
 

Ganz anders ist es den Dortmundern ergangen, das Fazit: Wenig Spielwitz, kaum Torgefahr - den noch in den ersten Saisonwochen hochgelobten Dortmundern ist der Schwung abhanden gekommen. Selbst bei einem international zweitklassigen Gegner wie Apoel Nikosia reichte es nicht zum ersten Sieg in der Champions League (1:1).

 

Der Fehler von Torhüter Roman Bürki passte zum tristen Auftritt des Revierclubs. Ohne Not spielte der Schweizer nach einem Rückpass den Ball in die Füße von Lorenzo Ebecilio. Dessen 16-Meter-Schuss ließ er nach vorne vor die Füße von Mikaël Poté abprallen. Das nutzte der ehemalige Dresdener zur überraschenden Führung (62. Minute) seines Teams. Obwohl es nicht der erste Fehler des BVB-Keepers in der Champions League war, nahm ihn Kapitän Marcel Schmelzer in Schutz: „Das passiert auch den Besten der Welt - selbst Manuel Neuer ab und an. Es gibt bei uns in der Mannschaft keine Diskussion. Roman ist ganz klar unsere Nummer 1.“

 

Auf auf Zypern fehlte die Leichtigkeit der ersten Saisonwochen mit diversen berauschenden Siegen, wie schon beim 2:1 in Augsburg und beim 2:3 im Bundesliga-Spitzenspiel gegen Leipzig. Der Spielaufbau mit vielen Quer- und wenig Vertikalpässen war behäbig und ausrechenbar. „Das hätte uns nicht passieren dürfen“, bekannte Weltmeister Mario Götze. Das schwere Programm in den kommenden Wochen macht die Sache nicht einfacher. Den beiden Auswärtsspielen in Frankfurt und Hannover folgt der Ligagipfel daheim gegen den FC Bayern. „Wir müssen am Wochenende eine Reaktion zeigen und uns drei Punkte und Selbstvertrauen holen“, forderte Kapitän Schmelzer. „Wir müssen uns wieder auf die Bundesliga konzentrieren, damit uns das da nicht auch passiert.“

Die Champions League kann der Verein wahrscheinlich abhaken. Die Chancen auf den fünften Einzug in die K.o.-Runde eines europäischen Wettbewerbs in Serie sind nur noch minimal. Schließlich weisen die beiden anderen Gruppenkonkurrenten Real Madrid und Tottenham Hotspur nach drei Spielen bereits sieben Punkte und damit sechs Zähler mehr auf als der noch immer sieglose BVB. Das Statement von Trainer Peter Bosz klang wenig zuversichtlich.: „Man muss ehrlich sein. Das wird jetzt sehr, sehr schwer. Unsere einzige Chance ist es, die nächsten drei Spiele zu gewinnen.“

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