"Raubmöwen" gedanklich abwesend

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21. Mai 2012, 08:05 Uhr

Es sollte der 14. Saisonsieg der "Raubmöwen" werden, mit dem der TSV Travemünde das erste Jahr in der eingleisigen 2. Bundesliga mit einem positiven Punkteverhältnis beendet hätte. Doch das letzte Etappenziel wurde verfehlt, denn überraschend unterlag der TSV zu Hause gegen Absteiger Ketsch mit 27:28 (13:13). Eine Niederlage, an die bis zum Schluss kaum jemand am Steenkamp glauben wollte. Auch Trainer Andreas Juhra gab sich in seinem letzten Statement als Travemünder Trainer überrascht: "Damit habe ich persönlich nicht gerechnet. Ich war mir eigentlich die ganze Zeit über sicher, dass wir gewinnen werden. Es wurde aber deutlich, dass die Spielerinnen ganz andere Dinge bewegten."

Das durften auch die Zuschauer miterleben, als es nach dem Spiel hieß, Abschied zu nehmen. Neben Andreas Juhra (SGH Rosengarten/Buchholz), der die eine oder andere Träne nicht verdrücken konnte, sagten auch Kapitänin Anja Krönert (Handballpause), Franziska Haupt (Rosengarten), Natalie Tonn (TSV Wattenbek), Gisa Klaunig (1. FC Köln, Studium), Melissa Luschnat (Studium), Susen Langanke (eventuell Karriereende) und Physiotherapeutin Kerstin Meiners "Tschüss!".

Das Spiel gegen die Ketscher "Bären" war weniger bewegend. Als Travemünde mit dem 5:4 durch Franziska Haupt (7.) erstmals in Führung ging, wurde allgemein ein sicherer Erfolg erwartet. Bis zum 8:5, Nina Schilk traf in der 14. Minute, sprach auch nichts dagegen. Doch dann schlich sich immer mehr Unachtsamkeit in das Travemünder Spiel ein. So lag der TSV kurz vor der Pause plötzlich mit 12:13 zurück. Anja Krönert schaffte fünf Sekunden vor dem Gong wenigstens noch den Ausgleich. Mit dem 20:18 (43.) sollte die letzte Zwei-Tore-Führung gelingen. Zur TSG-Matchwinnerin wurde Norma Krake, die erst in der zweiten Hälfte gebracht wurde und vier Mal innerhalb kurzer Zeit traf.

TSV Travemünde: Reimann, Knust (n.e.) - Haupt (5), Maassen (2), Tonn (3), Markmann (1), Luschnat (1), Weh, Hollerbuhl (7), Krönert (3), Schilk (3), Langanke (2).

TSG Ketsch: Wolf, Essmann (n.e.) - Michels (2), Seither, Köhler (4), Löbich (1), Schalk (2), Barth (3/2), Rolland, Wilhelm, Krake, Kaden, Ebel, Kleinjung, Vreden.

SR: Thöne/Zupanovic (Berlin).

Siebenmeter: 2/0:5/3.

Zeitstrafen: 2:1.

Zuschauer: 280.

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